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Schwimmer durchqueren Fehmarnbelt

Kühlungsborn Schwimmer durchqueren Fehmarnbelt

Die Sportler gehören zu einem Kühlungsborner Verein – der Marinekameradschaft Kampfschwimmer Ost

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Nach 25 Kilometern am Ziel in Puttgarden: Anke Pinnefeld und Jörg Ulrich klatschen ab.

Kühlungsborn. Nach 25 Kilometern – bei hohem Wellengang, böigem Wind, kühlen 18 Grad und massenhaft Feuerquallen im Wasser – hatten es die sechs Marathon-Schwimmer am vergangenen Sonntag endlich geschafft: Sie hatten den Fehmarnbelt zwischen Rödby (Dänemark) und Puttgarden (Deutschland) durchquert. Die optimale Strecke wäre 21 Kilometer lang gewesen. Durch die widrigen Bedingungen wurde daraus mehr. Die Schwimmer waren – wieder einmal – bis an ihre Grenzen gegangen.

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Marinekameradschaft Kampfschwimmer Ost

Die Schwimmer gehören zu einem Verein, der in Kühlungsborn seinen Sitz hat. Dessen 109 Mitglieder aber über ganz Deutschland verstreut wohnen. Sie sind in der Marinekameradschaft Kampfschwimmer Ost organisiert.

„Für die aktive Wettkampfschwimmergruppe des KSK 18 geht es dabei natürlich um die sportliche Herausforderung. Aber wir wollen mit solchen Aktionen die Menschen auch für den bedrohten Lebensraum Meer sensibilisieren, ein Zeichen für den Schutz – vor allem für die Sauberkeit – der Gewässer setzen“, erklärt Reinhard Öser, bei der Marinekameradschaft zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.

KSK 18 – das war das einzige Kampfschwimmerkommando in der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA). Eine Eliteeinheit, bestehend aus 120 Soldaten, Mannschaftsdienstgraden und Offizieren. Ausgebildet für Spezialoperationen in den Ostsee-Hoheitsgewässern der DDR und im Hinterland der Küste. Direkt unterstellt dem Chef der Volksmarine der DDR. Stationiert war das KSK 18 – gemeinsam mit mehreren anderen Einheiten der NVA – im damaligen Militärobjekt auf dem Rieden – am äußersten westlichen Strand von Kühlungsborn. Dort, wo heute das Villen-Gebiet entsteht und westlich davon das renaturierte Landschaftsschutzgebiet ist.

„Solche Aktionen, die Zeichen zum Schutz der Meere setzen sollen, haben wir in den zurückliegenden Jahren immer öfter gemacht. Dabei sind dann nicht nur wir Ehemaligen aktiv, sondern wir beziehen auch junge Taucher und Schwimmer mit ein“, erklärt Vorstandsmitglied Frank Diestel (55) aus Kröpelin und erwähnt Wrack-Tauchen in der Ostsee und Müll sammeln unter Wasser. Er hat das, was einst militärische Ausbildung und später Sporttauchen war, nach der Wende zum Beruf gemacht. Der einstige Obermaat des KSK 18, der seit vielen Jahren die Firma Taucher-Service Diestel betreibt, ist einer der gefragtesten Berufstaucher Deutschlands. „Ich war und bin eigentlich bei allen großen Offshore-Windkraft-Projekten im Einsatz“, sagt er. Auch beim Bau der Nord-Stream-Pipeline war er dabei.

„Der Schwerpunkt unseres Vereins liegt aber in der Traditionspflege und Geselligkeit der Ehemaligen“, erklärt der Kühlungsborner Karl-Heinz Müller (72). Er beendete seinen Dienst im KSK 18 als Korvettenkapitän, war im Kommando als Ausbildungsoffizier tätig. Der Wunsch, sich nicht aus den Augen zu verlieren, wäre schon kurz nach der Auflösung der NVA im Dezember 1990 entstanden. Im September 1997 sei es dann schließlich durch die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Bad Doberan zur förmlichen Vereinsgründung gekommen. „Den Verein haben wir dort angesiedelt, wo alles geschah und wo auch noch heute viele Ehemalige wohnen: in Kühlungsborn“, so Müller, der damals zum Vorsitzenden gewählt wurde und das Amt viele Jahre ausübte. Eine Hauptversammlung im Jahr, „die den geselligen Charakter eines Ehemaligen-Treffens hat, gemeinsame Unternehmungen, die Herausgabe einer eigenen Vereinszeitung – hier liegt schon der Schwerpunkt“, so Müller.

„Der Verein widmet sich der Bewahrung und Pflege der Traditionen des Kampfschwimmerkommandos der Volksmarine der DDR. Er bekennt sich zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, ist unabhängig, überparteilich und überkonfessionell“, heißt es in der Satzung. „Wir bewegen uns konsequent in diesem Rahmen“, unterstreicht Müller.

Literatur-Tipp: Die Kampfschwimmer der Volksmarine, Verlag „Das neue Berlin“, 2008.

Lutz Werner

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