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Stadtplanung will Charakter der Neuen Reihe erhalten

Kühlungsborn Stadtplanung will Charakter der Neuen Reihe erhalten

Geänderter Bebauungsplan soll dafür rechtliche Grundlage bilden

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Das rosafarbene Gebäude geht auf die Ursprünge der Neuen Reihe zurück. Der Fremdenverkehr setzte im damaligen Brunshaupten um 1880 ein. Einige Jahre danach wurde das Haus als kleines Hotel gebaut.

Quelle: Foto: Lutz Werner

Kühlungsborn. Das Grün auf privaten Grundstücken sichern und den Charakter der Bebauung erhalten. Eine weitere „maßvolle bauliche Entwicklung zulassen und Wildwuchs verhindern“. Den Bestand an vorhandenen Ferienwohnungen schützen, neue jedoch verhindern: So fasst Peggy Westphal, Leiterin des Bauamtes im Kühlungsborner Rathaus, die Ziele des Bebauungsplanes (B-Plan) Nr. 44 „Östliche Neue Reihe“ zusammen. Die Stadtvertretung hat einen erneuten Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für den B-Plan Nr. 44 beschlossen, der bis auf das Jahr 2011 zurückgeht und immer wieder den aktuellen Gegebenheiten angepasst wird. Der Geltungsbereich reicht vom östlichen Beginn der Neuen Reihe vor dem Molli-Haltepunkt Mitte bis kurz vor den Penny-Markt. Südlich bilden die Molli-Gleise und nördlich der Stadtwald die Grenze. Der B-Plan ist gleichzeitig mit einer Veränderungssperre verbunden. Sie gilt so lange, bis der geänderte B-Plan – nach öffentlicher Auslegung, Beteiligung von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange und Abwägung – durch erneuten Beschluss der Stadtvertretung wieder Rechtskraft erlangt hat.

„Bei der östlichen Neuen Reihe handelt es sich um einen der letzten nicht überplanten Innenbereiche der Stadt. Aber auch hier hält die Stadt die Steuerung der künftigen Entwicklung durch einen Bebauungsplan für sinnvoll“, erklärt Hans-Joachim Ollhoff (HGV), der Vorsitzende des Bauausschusses. Denn die östliche Neue Reihe weise städtebauliche Besonderheiten auf, die erhaltenswert sind:

Große, bis 2000 Quadratmeter umfassende Gartengrundstücke und viele Häuser in der für das frühe 20. Jahrhundert ortstypischen, schlichten Architektur, ein wenig abseits der sich damals entwickelnden Tourismus-Meilen Strandstraße und Bülowweg (heute Ostseeallee). Der Historiker Alexander Schacht meint hier sogar ein wenig „Gartenstadt-Architektur“ zu erkennen.

Nach der letzten Änderung des B-Planes habe es viele Anfragen von Grundstückseigentümern gegeben, die wissen wollten, was auf ihren Grundstücken baulich noch möglich sei und was nicht. Diese Fragen sollten jetzt mit der Fortschreibung des B-Plans beantwortet werden. Dort werden 20 neue Baufelder vorwiegend für Eigenheime ausgewiesen. Andererseits sei bereits viel in zweiter Reihe gebaut worden.

Dort, wo das geschehen sei, solle die Bebauung nicht noch dichter werden. In den etwa 120 Gebäuden im Geltungsbereich des B-Planes gebe es 43 private Ferienwohnungen in Wohnhäusern und zwei kommerziell betriebene Ferienwohnanlagen mit je 20 beziehungsweise zwölf Feriendomizilen. Dieser Bestand solle geschützt werden.

Die östliche Neue Reihe, die mit ihren Häusler-Grundstücken seit den 1870er Jahren entstand, war lange Zeit eine Straße der „kleinen Leute“ im ehemaligen Dorf und späteren Ostseebad Brunshaupten (seit 1938 Kühlungsborn Ost). Dort siedelten Landarbeiter und Handwerker auf einem großen Gartengrundstück, um sich ein Häuschen zu bauen und viel für den eigenen Bedarf zu produzieren. Seit den 1880er Jahren begann die touristische Entwicklung des späteren Kühlungsborn. „Diese kleinen Leute hatten daran einen bescheidenen Anteil. Sie vermieteten Fremdenzimmer, zwei Handwerker bauten sogar kleine Hotels. Der Hauptweg der touristischen Entwicklung bewegte sich von der heutigen Schlossstraße jedoch Richtung Strand. Die großen Hotels, Pensionen und Geschäfte entstanden entlang der Strandstraße und des Bülowweges“, erklärt Historiker Alexander Schacht. Der einstige Charakter der Neuen Reihe sei jedoch noch immer zu erahnen.

Lutz Werner

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