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Strand-Rolli wird sogar zum Badekarren

Rerik Strand-Rolli wird sogar zum Badekarren

Die Kurverwaltung des Ostseebades Rerik hat für gehbehinderte Gäste ein attraktives Strand-Angebot

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Rettungsschwimmer zeigen, was der Strand-Rolli kann. Annika Reibetanz und Lukas Meschke schieben die Gefährte, Steffen Rohnold (links) und Dominik Koepsel haben es sich darin bequem gemacht.

Quelle: Lutz Werner

Rerik. Eigentlich heißen die Teile Wattmobil. Mit ihnen können Menschen, die nicht gut oder gar nicht mehr laufen können, von einem Helfer durch den Nationalpark Wattenmeer in der Nordsee geschoben werden und so die einmalige Naturlandschaft erleben.

Die Nachfrage nach den Strand-Rollis ist groß.“Hans-Joachim Eikholt, DLRG-Wachleiter

In Rerik werden die Fahrzeuge als Strand-Mobile genutzt. Mit denen Behinderte ausgedehnte Spazierfahrten am Strand genießen können. Sogar als Badekarren können die robusten Gefährte genutzt werden.

„Vor ein paar Jahren haben wir den ersten Strand-Rolli angeschafft – wie wir zu den Wagen sagen. Weil die Nachfrage so groß ist, haben wir jetzt ein zweites Mobil angeschafft“, erklärt Stefanie Quaas, die Leiterin der Kurverwaltung. Der Ausleih der Fahrzeuge – sie stehen an der Hauptwache der Rettungsschwimmer an der Seebrücke bereit – ist kostenlos.

„Wir haben in Rerik – nicht nur in der Sommersaison – oft behinderte Gäste und freuen uns sehr darüber, dass wir ihnen so ein Angebot für den Strand machen können“ so Stefanie Quaas.

Die Zufahrt zum Strand ist barrierefrei. Eine lange Rampe mit geringem Gefälle führt fast bis an die Wasserkante heran. Die Strand-Rollis sind selbst im tiefen Sand erstaunlich leicht zu bewegen.

Drei dicke Ballonreifen, ein leichter, aber gleichwohl stabiler Aufbau aus Aluminium und Plastik-Teilen und gute Radlager machen es möglich. An abschüssigen Stellen sorgt eine Scheibenbremse für Sicherheit. Knapp 1600 Euro kostet so ein Teil. Angeschafft wurden sie aus dem Budget der Reriker Kurverwaltung.

Bevor vier junge Rettungsschwimmer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) demonstrierten, was mit den Strand-Mobilen alles möglich ist, waren sie vor der Hauptwache geparkt. Wachleiter Hans-Joachim Eikholt (56) – er ist seit 30 Jahren Rettungsschwimmer – wurde laufend von Urlaubern angesprochen, die wissen wollten, was es mit diesen Gefährten auf sich hat.

„Ich mache normalerweise in Binz Dienst, in diesem Jahr ist es Rerik. Hier ist es auch wunderschön. Die Strand-Mobile kenne ich aus Binz. An diesem Abschnitt der Ostseeküste ist Rerik damit wohl der Vorreiter“, sagt Eikholt. Bei den DLRG-Wasserrettern läuft der Dienst jetzt auf vollen Touren. Die drei stationären Wachen an der Seebrücke sowie an den Strandabgängen Steilküste und Liebesschlucht sind an den Werktagen von 10 bis 18 Uhr und am Wochenende von 9 bis 18 Uhr besetzt. In den kommenden Tagen wird auch noch die mobile Rettungswache am Strand vor der Halbinsel Wustrow aufgestellt.

Dann werden ständig elf Rettungsschwimmer im Einsatz sein.

Die jungen Leute, die jetzt für zwei oder mehrere Wochen ihren Dienst in Rerik machen, kommen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die Stimmung in der Truppe hängt auch immer von der Qualität des Quartiers ab. In Rerik bewohnen die Rettungsschwimmer schon seit vielen Jahren eine große, sanierte Baracke an der Schillerstraße nahe der Steilküste. „Wir sind sehr zufrieden. Platz ohne Ende, dazu ein großes Außengelände, auf dem man viel machen kann – wie grillen. Nur Wlan vermissen wir sehr. Smartphones, Laptops und Tablets kann man dort nur eingeschränkt nutzen“, sagt Rettungsschwimmerin Annika Reibetanz. Stefanie Quaas, die Chefin der Kurverwaltung, kennt das Problem. „Die Baracke hat bisher keinen Telefonanschluss, man kann keinen Router anschließen. Wir hoffen, es klappt bis zur nächsten Saison“. Allerdings sei das Haus, das im Winter zeitweilig als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt wurde, vor dem Einzug der Rettungsschwimmer noch einmal gründlich renoviert worden.

Rettungseinsätze gab es bisher am Reriker Strand in dieser Saison noch nicht. „Nur die üblichen Wehwehchen mussten hin und wieder behandelt werden“, so Eikholt.

Lutz Werner

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