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Studenten bauen Rostock am Computer

Infos Studenten bauen Rostock am Computer

Bad Doberan und Güstrow könnten folgen / Gebäude sind virtuell begehbar

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„Rostock-Ansicht“. Das Stadtzentrum haben die beiden Studenten schon weitgehend fertig, jetzt sollen östliche Altstadt und Holzhalbinsel gebaut werden.

Infos. Am Anfang wollten Peer Linder und Henrik Neupauer einfach nur spielen. Eigene Fantasie-Welten bauen, Materialien sammeln, gegen Monster kämpfen... Im Computerspiel Minecraft tobten sie sich eine Weile aus, doch dabei wurde ihnen schnell langweilig. Um ein bisschen Abwechslung ins Spiel zu bringen, bauten sie das Rostocker Rathaus nach. Und dann verselbständigte sich die Sache mehr und mehr. Inzwischen, nach mittlerweile drei Jahren Bauzeit, haben die beiden Studenten einen großen Teil des Stadtzentrums am Computer nachempfunden. Die Nördliche Altstadt und der Stadthafen sind gerade fertig geworden, jetzt sollen Östliche Altstadt und Holzhalbinsel folgen.

 

OZ-Bild

Die Rostocker Studenten Peer Linder (l.) und Henrik Neupauer haben schon rund 1000 Stunden in ihre virtuelle Stadt gesteckt.

Quelle: Fotos: Katja Bülow

Virtueller Baukasten

zur Welt der beiden Studenten: www.minecraft-rostock.de

„Wir hätten nie gedacht, dass sich das so entwickelt“, versichert Peer Linder, während er das Programm startet und zum virtuellen Stadtrundgang einlädt. Vom Neuen Markt an der Marienkirche vorbei durch die Fußgängerzone bis zum Kröpeliner Tor und mit einer schnellen Drehung rechts runter zum Stadthafen mit seinen Schiffsanlegern, einem Räucherofen und dem hölzernen Hafentretkran, führt die Route.

Weil in dem Computerspiel nur mit quadratischen Blöcken gebaut werden kann, sieht alles ein wenig kantig aus. Auch die Farben fallen etwas leuchtender aus als in der Realität, aber alles ist bestens wiederzuerkennen. Der besondere Clou: Jedes Gebäude ist begehbar. In privaten Gebäuden denken sich die Erbauer die Einrichtung einfach aus, in öffentlichen Gebäuden orientieren sie sich soweit wie möglich an der Wirklichkeit und erfinden nur hier und da ein paar Kleinigkeiten dazu. Das Büro des Oberbürgermeisters im Rostocker Rathaus beispielsweise ist in der Minecraft-Welt meist verwaist – weil das Stadtoberhaupt laut Plakat montags, mittwochs und freitags Partys feiert. In der Marienkirche ist die Einrichtung bisher noch sehr spartanisch. Dafür gibt es im Kröpeliner Tor Center ungewöhnlich viel zu sehen. Geschäfte, Café, Parkhaus... Henrik Neupauer erzählt: „Das KTC ist groß und unheimlich kleinteilig, das hat bisher am meisten Zeit gekostet.“

Nachdem die ersten Fingerübungen noch völlig ohne Maßstab auskamen, entspricht heute ein Block im Spiel zwei Metern in der Wirklichkeit. Damit alles zusammenpasst, musste das erste Rathaus wieder abgerissen und neu aufgebaut werden. „Dafür haben wir nochmal zwei Wochen gebraucht“, so Linder. Als Vorlage bei der Arbeit greift er gerne auf die freien Karten von Openstreetmap zurück, für die Rostock vor ein paar Jahren sämtliche Gebäudehöhen freigegeben hat. Und natürlich sieht er sich vor dem Baustart auch alles direkt an und behält auch später alles im Blick, um eventuelle Veränderungen einarbeiten zu können. Für Henrik Neupauer macht gerade das den Reiz des Projektes aus: „Ich bin in Rostock geboren, aber in vielen Ecken bin ich vorher noch nie gewesen, um sie mir bewusst anzusehen. Man sieht die Stadt plötzlich mit ganz neuen Augen.“

Reale Städte per Minecraft nachzubauen, ist im Prinzip nicht neu, so Linder. Ähnliches gibt es bereits in sehr großem Umfang in Chicago und in New York, stark vereinfacht auch in Berlin. Eines aber hat der 20-Jährige bisher noch nirgends gefunden: „Meines Wissens gibt es keine andere Stadt, in der die Bauten auch begehbar sind. Die Wolkenkratzer in Chicago sind im Prinzip schnell gebaut. Wenn wir aber das Wiro-Hochhaus errichten, dann richten wir auch alle 30 Stockwerke ein.“ Ein Ehrgeiz, der Zeit verschlingt. Rund 1000 Stunden haben Per Linder und Henrik Neupauer mittlerweile in ihre Rostock-Nachbildung gesteckt. Und solange sie noch studieren wollen sie auch weitermachen. Immerhin: Seit kurzem haben der Wirtschaftsinformatiker und der Wirtschaftswissenschaftler Verstärkung von zwei Gleichgesinnten aus Evershagen, die gerade ihr eigenes Wohnhaus und die nähere Umgebung nachbauen. Sollten sich weitere virtuelle Städtebauer finden, wäre es auch möglich, in den Landkreis, nach Bad Doberan oder Güstrow zu erweitern.

Katja Bülow

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