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Touristik-Chef warnt vor Stagnation

Kühlungsborn Touristik-Chef warnt vor Stagnation

Touristik-Service hat 2016 weniger Geld / Vor allem bei den innovativen Zukunftsbereichen muss gespart werden

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Schon am Jahresbeginn 2016 präsentierte Ulrich Langer die Veranstaltungshöhepunkte der kommenden Saison. Er hätte dort gern noch ein neues, großes Event im April oder Mai gehabt.

Quelle: Lutz Werner

Kühlungsborn. Touristik-Chef Ulrich Langer warnt vor „Stagnation und tourismuspolitischem Rückschritt“ im Ostseebad Kühlungsborn. Erstmals seit 2013 wurden die Mittel für die Touristik Service Kühlungsborn GmbH (TSK) abgesenkt. Die TSK erfüllt in Kühlungsborn als privatwirtschaftlicher Betrieb die Aufgaben, die andernorts städtische Kurverwaltungen übernehmen:

Es ist erst-

mals notwendig, den Status Quo, insbesondere im Marketing und bei Events, abzusenken.“Ulrich Langer,

Touristik-Chef

Gästebetreuung, Werbung, Marketing, Veranstaltungen. Und bekommt dafür von der Stadt aus den Einnahmen der Kurabgabe Geld.

Für das Haushaltsjahr 2016 hatte Langer 1,645 Millionen Euro beantragt. Bewilligt wurden von der Stadtvertretung 1,4 Millionen Euro. 2015 waren es noch 1,5 Millionen Euro. Heißt: Die TSK muss — gemessen an der beantragten Summe — mit 245000 Euro weniger auskommen, als ursprünglich kalkuliert. Über die Gründe der Kürzung wurde die TSK nicht informiert, so der Touristik-Chef. Notwendige zusätzliche Maßnahmen, wie die Schaffung einer Stelle für das Auslandsmarketing und die Organisation eines großen zusätzlichen Events für die Stärkung der Nebensaison im Frühjahr, seien nicht mehr drin. Und am bestehenden Standard müssten Abstriche gemacht werden.

Langer wollte über dieses Thema am 18. Februar eigentlich mit dem Kurbetriebs- und Wirtschaftsförderungsausschuss der Stadtvertretung reden. Konnte er aber nicht, weil „eine dringende familiäre Angelegenheit“ dazwischen kam. Sein Bericht für den Ausschuss und die Konzeption für die Verwendung der für 2016 bewilligten Mittel wurden jedoch als Anhang zur Tagesordnung ins Netz gestellt und sind über das Bürgerinformationssystem der Stadt für jeden einsehbar. Am 10. März soll es nun im Ausschuss einen neuen Anlauf geben. Vorher will Langer sich zu der Problematik nicht öffentlich äußern. „Das, was darzulegen war, kann jeder aus den Berichten entnehmen, die jetzt im Netz verfügbar sind“, sagte er der OZ.

Die Einschnitte, mit denen Langer und sein Team leben müssen, betreffen weniger die traditionellen Tätigkeitsfelder wie die Gästebetreuung in der Tourist-Info, die konventionelle Werbung mit Image-Katalog und Gastgeberverzeichnis oder den Besuch von Messen — um nur einiges aufzulisten. Kürzen muss er bei den Zukunftsfeldern — „innovative Ansätze im Marketing zur Erschließung neuer Märkte“ und bei der „Projektierung zusätzlicher Veranstaltungen zur Belebung der Vor- und Nachsaison“. Dazu „bedarf es jedoch erhöhter Mittel“, so Langer. Mit Kürzungen sei das gar nicht zu machen.

In der „Gesamtkonzeption für die Mittelverwendung für das Jahr 2016“ finden sich dafür viele Beispiele. Das sind einige von ihnen: Seit 2014 gibt es eine Kooperation mit dem Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Die TSK wirbt im Stadion für Kühlungsborn, weil Niedersachsen das wichtigste Herkunftsgebiet für Urlauber des Ostseebades ist. Die Kooperation muss jedoch im Sommer dieses Jahres beendet werden. Hier greifen die Kosteneinsparungen. Nach dem vor allem auf YouTube erfolgreichen ersten Imagefilm über Kühlungsborn sollte 2016 ein weiterer gedreht werden. Auch dieses Projekt wird es jetzt nicht mehr geben.

Nur knapp ein Prozent der rund 430000 Übernachtungsgäste pro Jahr kommen aus dem Ausland. Um dieses große Potenzial endlich erschließen zu können, sollte das Auslandsmarketing erweitert werden:

mit einer Personalstelle und vielen Aktivitäten. Auch das ist jetzt nicht mehr drin. Ulrich Langer will jetzt den Dialog mit der Politik suchen: „Eine Klausur aller Beteiligten“ sei „dringend erforderlich“ — so das Fazit seines Berichts.

Vom Ziel weit entfernt

430 000 Gäste kamen im Durchschnitt der letzten Jahre nach Kühlungsborn, um dort Urlaub zu machen. Zwischen 2,2 und 2,4 Millionen Übernachtungen wurden pro Jahr gezählt.

3018 Urlauber mit 25000 Übernachtungen kamen 2014 aus dem Ausland. Die Zahlen für 2015 liegen noch nicht vollständig vor.

100 000 Übernachtungen ausländischer Gäste sollen es laut Tourismuskonzept bis 2020 pro Jahr sein.



Lutz Werner

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Schon   am Jahresbeginn 2016 präsentierte Ulrich Langer die Veranstaltungshöhepunkte der kommenden Saison. Er hätte dort gern noch ein neues, großes Event im April oder Mai gehabt.

Der Touristik-Service Kühlungsborn hat 2016 weniger Geld. Vor allem bei den innovativen Zukunftsbereichen muss gespart werden. Zusätzliche Events sind nicht möglich.

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