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Touristiker wollen enger zusammenrücken

Wittenbeck Touristiker wollen enger zusammenrücken

Hoteliers und Gastronomen suchen Schnittstellen beim Neujahrsempfang in Wittenbeck

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Es kann nicht sein, dass Mitarbeiter nachts nach Rostock zurückfahren müssen.Peter Brauer Fremdenverkehrsverein Wittenbeck

Wittenbeck. „Der Tourismus fängt nicht in Wittenbeck an“, sagt Roland Kern. „Und er hört auch nicht in Kühlungsborn auf.“ Es gehe darum, die Region zwischen Warnemünde und Rerik zu gestalten, macht der Gemeindevertreter und Gastronom auf dem Wittenbecker Neujahrsempfang deutlich. Der Einladung des Fremdenverkehrsvereins in die „Nasse Ecke“ sind zahlreiche Touristiker, Bürgermeister und Einwohner gefolgt. „Wir müssen jetzt Strukturen schaffen, damit die Gäste auch in fünf oder zehn Jahren noch gern zu uns kommen und nicht etwa in die Türkei reisen, weil es dort billiger ist“, erklärt Kern. „Dabei geht es auch um die Frage, wie sich die Nachbargemeinden gegenseitig unterstützen können.“

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Hoteliers und Gastronomen suchen Schnittstellen beim Neujahrsempfang in Wittenbeck

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In die gleiche Kerbe schlägt auch Guido Zöllick, den die Wittenbecker als prominenten Gastredner eingeladen haben. „Der hiesige Tourismus konnte in den vergangenen zwei Jahren deutliche Zuwächse verzeichnen“, sagt der Chef des Dehoga-Bundesverbandes. „Das könnte in fünf bis sieben Jahren aber schon wieder ganz anders aussehen.“ Mit Blick auf die aktuelle Weltlage hoffe er es fast, macht Zöllick deutlich: „Denn wir alle wollen doch dahin fahren, wo es uns am besten gefällt – und nicht, wo es am sichersten ist.“

Es sei unter anderem eine wesentliche Aufgabe, den Tourismus als Marke gerade im Land „ganz hoch anzuhängen“, so Zöllick: „Wir schaffen Arbeitsplätze, wir beschäftigen Mitarbeiter – davon profitieren letztlich alle.“

Darüber hinaus gebe es in diesem Jahr wesentliche Themenbereiche, die er angehen wolle, erklärt der Dehoga-Chef: „Zum einen ist das eine flexiblere Arbeitszeitgesetzgebung – um den Ansprüchen unserer Gäste auf einen Service ,rund um die Uhr’ gerecht werden zu können, reichen oft zehn Stunden nicht aus.“

Dabei gehe es nicht darum, die Arbeitszeiten zu verlängern, stellt Guido Zöllick klar: „Wir sollten uns eher per Gesetz an einer Wochenarbeitszeit von etwa 48 Stunden orientieren – wie die dann verteilt werden, sollte individuell geregelt werden.“

Ein weiterer Schwerpunkt: „Eine gute Ausbildung ist Voraussetzung für fähige Fachkräfte“, sagt Zöllick: „Da müssen wir als Unternehmer unsere Hausaufgaben machen.“ Hier gelte es etwa, deutlich mehr für die duale Ausbildung zu werben: „Die Möglichkeit einer Verbindung von Theorie und Praxis ist in Deutschland einzigartig – darum beneidet uns die ganze Welt.“ Jugendlichen müsse begreiflich gemacht werden, dass ein Studium nicht die einzige Möglichkeit sei, um im beruflichen Leben voranzukommen.

Dafür müssten aber auch die Voraussetzungen vor Ort geschaffen werden, macht Peter Brauer vom Wittenbecker Fremdenverkehrsverein deutlich: „Das fängt schon beim Wohnraum für die Mitarbeiter an – es kann nicht sein, dass die Leute etwa aus Kühlungsborn noch in der Nacht nach Rostock zurückfahren müssen.“ Neben einigen Initiativen im Ostseebad seien hier auch die Nachbargemeinden Steffenshagen oder Wittenbeck gefragt, an Lösungen mitzuarbeiten, so Brauer.

Diese Zusammenarbeit könne er sich auch mit Blick auf den Radwander-Tourismus vorstellen, erklärt Roland Kern. „Wenn ich mir den ,Europäischen Radwanderweg’ so angucke, frage ich mich, ob der seinen Namen überhaupt noch verdient“, sagt der Wittenbecker Gemeindevertreter. „Der Zustand der Strecke ist teilweise traurig, es gibt marode Bänke, zugewucherte Wege – und das, obwohl wir diesen Bereich doch stärken sollten.“

Denn der Bedarf sei durchaus da: „Die Leute setzen sich immer höhere Ziele, wollen schon mal 100 Kilometer pro Tag schaffen – um dem gerecht zu werden, müssen beispielsweise auch Jennewitz oder Kröpelin mitmachen.“ Für einen starken Tourismus zwischen Warnemünde und Rerik.

Lennart Plottke

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