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Über 200 Seiten bewegte Stadtgeschichte

Kühlungsborn Über 200 Seiten bewegte Stadtgeschichte

Heimatautor Dr. Jürgen Jahncke stellt sein neues Buch über Kühlungsborn vor

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Das neue Buch von Dr. Jürgen Jahncke berichtet über die „Geschichte des Ostseebades“ von der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis zur Wende1990.

Quelle: Rolf Barkhorn

Kühlungsborn. Mit der Geschichte ihrer Stadt werden sich die Kühlungsborner spätestens in zwei Jahren intensiver befassen, wenn der 80. Jahrestag der Gründung des Ostseebades ansteht.

Es hat über zwei Jahre ge- dauert, das Material zusam- menzutragen und zuzuordnen.“Dr. Jürgen Jahncke

Buchautor

Für Dr. Jürgen Jahncke, studierter Philosoph, ehemaliger Lehrer und Schuldirektor und seit 25 Jahren Heimatautor in Kühlungsborn, ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ostseebades längst zur alltäglichen Aufgabe geworden. „Man fühlt sich wohler, wenn man ein Ziel, eine wichtige Aufgabe hat“, sagt der 78-jährige Pensionär.

Gerade ist ein neues Buch von ihm erschienen. Es trägt den schlichten Titel „Aus der Geschichte des Ostseebades“, umfasst 208 Seiten und erschien mit Unterstützung der Stadt Kühlungsborn und des Vereins der „Heimatfreunde Kühlungsborn“.

Das Buch ist keine prosaische Zusammenfassung, die aus festgefügtem historischem Blickwinkel entstand. Es beschreibt auf vielfältige Weise Ereignisse aus der Zeit vom Ende des Ersten Weltkrieges bis in die 1990er Jahre. Die 30 Kapitel enthalten Aussagen von Zeitzeugen, Auszüge aus Briefen sowie Abbildungen von Dokumenten, aus Zeitungsartikeln und Inseraten.

So erfährt der Leser, dass das Aufstellen von Strandkörben in den Ostseebädern Brunshaupten (heute Kühlungsborn Ost) und Arendsee (West) nach der „Strandpolizeiverordnung von 1927“ klar geregelt war.

Beim Aufstellen der Körbe war ein Abstand von „drei Metern zum Wasser und zu anderen Körben“ vorgeschrieben.

Aufschlussreich sind auch die Aufzeichnungen von Silvia Haida, deren Großvater in den 1930er Jahren zwei Zigarrenläden betrieb. Sie schreibt: „In Arendsee waren 75 bis 90 Prozent der Kurgäste jüdischer Herkunft. Daher wurde der Ort im damaligen Jargon auch ’Aronsee’ genannt. Und plötzlich erschienen überall Schilder mit der Aufschrift ’Juden unerwünscht’.“

Auch ihr Großvater, Paul Forchert, musste das Schild im Laden aufhängen, dafür wählte er einen unscheinbaren Platz und seine jüdische Stammkundschaft bediente er weiter.

Über die Stadtgründung Kühlungsborns im April 1938 durch die Zusammenlegung der Ostseebäder Brunshaupten und Arendsee und des Nachbarortes Fulgen findet sich kein Extrakapitel in Jahnckes neuem Buch.

Interessant aber ist hierzu eine Liste der Vereine aus den frühen 30er Jahren. Daraus geht hervor, dass schon 1932 mehrere Vereine existierten, deren Mitglieder aus beiden Ostseebädern stammten. Dazu gehörten der Mieterverein, der Sportverein, ein gemischter Chor und der Handwerkerverein.

In einem späteren Kapitel zitiert Silvia Haida aus Briefen ihrer Mutter Thusnelda Thom, die von Ereignissen in den letzten Kriegsmonaten berichtet. Am 21.2.1945 schrieb sie: „Kühlungsborn ist voll von Flüchtlingen. Johannson soll 5 aufnehmen, Frahm 4, Opa Godemann muss von seinen zwei Zimmern eins abgeben.“

Auch wie wenige Jahre nach dem Krieg die Bauern in und um Kühlungsborn gedrängt wurden, in die Genossenschaft einzutreten, wird erzählt.

Passend für diese Zeit sind auch solche Meldungen: Die Lehrer an der Schule beschließen einstimmig, keine Westsender zu hören. Die Grenzpolizei meldet das vermehrte Auftauchen von Kartoffelkäfern, die von „Agenten“ ausgesetzt wurden.

„Es hat über zwei Jahre gedauert, das Material zusammenzutragen und zuzuordnen“, berichtet Jahncke, der für die Recherche seines Buches unzählige Stunden in den Archiven des Landes und des Landkreises zugebracht hat.

Zu seinen Quellen gehörten unter anderem die Kirchenchronik, der „Ostsee-Bote“, der „Anzeiger für Brunshaupten, Arendsee und Umgegend“ , Badeprospekte sowie die OSTSEE-ZEITUNG.

Das Buch ist erhältlich in der Strandbuchhandlung Neumeister Kühlungsborn und in der Heimatstube.

• Internet: www.juergen-jahncke.de

Rolf Barkhorn

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