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Wandern im Sommer: Archäologie trifft Natur

Rerik Wandern im Sommer: Archäologie trifft Natur

Jeden Donnerstag wird eine Führung zu den Großsteingräbern angeboten

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Der Museumsleiter erläutert Frieda, wie die Gräber gebaut wurden.

Rerik. Thomas Köhler ist einer, der seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat. Er ist Leiter des Reriker Heimatmuseums und bietet verschiedene Führungen an, etwa zu den Großsteingräbern der Region. Zweieinhalb Stunden liegen vor Thomas Köhler, der einen hölzernen Wanderstab mit einem Wolfskopf dabei hat. Um den Hals trägt er ein Amulett – ebenfalls das Bildnis eines Wolfs. Das bringe Glück und beschütze ihn, sagt der 50-Jährige, der eine Affinität zur nordischen Kultur pflegt.

OZ-Bild

Jeden Donnerstag wird eine Führung zu den Großsteingräbern angeboten

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Die Führungen zu den Bodendenkmalen finden von Mai bis Oktober immer donnerstags um 10 Uhr statt. „Ich bin sehr an Geschichte interessiert“, sagt einer der Wanderer, Benito Knoblauch aus Dresden.

„Wir waren mit unseren großen Kindern hier. Nun soll auch unsere jüngste Tochter Frieda die Großsteingräber sehen“, meint Olaf Eggert aus Erfurt. „Insgesamt gibt es acht Großsteingräber, von denen wir heute drei besuchen“, erklärt Köhler. Das Ostseebad verfügt über angenehme Wanderwege an der Steilküste, unweit des Museums, die Köhler nutzt. „Wir laufen hier über Dänemark, Schweden und Norwegen. Das war alles einmal ein Gletscher“, beginnt er die Tour. Der Gletscher brachte auch große Steine, die für den Bau der Megalithanlagen genutzt wurden.

„Der rote Granit stammt aus Schweden und musste eine besondere Bedeutung für die Erbauer gehabt haben“, so Köhler. 40 Tonnen konnte allein ein Deckstein für ein Grab wiegen. An der Liebesschlucht erfahren die Gäste: Um 1900 war dies ein Treffpunkt für junge Paare, weil er entfernt vom Dorf lag. Thomas Köhler erzählt spannende und wissenswerte Geschichten, bis die Wanderer zum Ganggrab Nummer 4 kommen, wo 187 Einzelstücke, darunter 51 Bernsteinperlen, gefunden wurden.

Es befindet sich an der Erlebnisräucherei Scheller. Früher lag es erhaben, mittlerweile liegen die Steine in einer Senke. „Es gibt verschiedene Bauarten der Großsteingräber“, so Köhler. „Rund um Rerik sind sie alle vertreten: Urdolmen, erweiterte Dolmen, Großdolmen, Ganggrab und Hünenbett. Sie werden auch als Megalithgrab bezeichnet.“ Dolmen heißt übersetzt Tisch aus Stein. „Bei uns wurden die Anlagen meist mit Erde überschüttet. In Irland stehen Dolmen zum Teil aus Mangel an Erde frei“, erläutert Köhler und zeigt Grafiken mit Beispielen. Frieda lauscht gebannt. „Das finde ich spannend“, sagt sie. „Sie kann in der Schule davon berichten“, meint der Papa.

In den nächsten beiden Bodendenkmalen Nummer 2 Großdolmen mit Gang und Ganggrab Nummer 3 konnten 379 Einzelfunde, wie ein Gefäß mit Gesichtsdarstellung, gesichert werden. „Funde aus dieser Zeit sind im Museum zu sehen“, lässt Thomas Köhler wissen. Diese Gräber fallen den meisten Autofahrern auf dem Weg nach Rerik schon auf. Sie liegen erhöht in einem Getreidefeld. Mit dem Bauern wurde abgesprochen, dass ein Weg bleibt, sodass zu jeder Zeit die Megalithanlagen besucht werden können. Köhler erklärt, dass er gern in Vollmondnächten dorthin geht: „Weil hier der Sternenhimmel ohne Fremdlicht von der Stadt so klar erkennbar ist.“ Der Wind lässt Blätter rascheln – Waren das die Geister der Verstorbenen? „Hier höre ich des Nachts die Mäuse an den Ähren knabbern“, beruhigt Köhler.

Der Weg zurück geht durch ein kleines Wohngebiet. „Das hat er ausgezeichnet gemacht“, lobt Kerstin Eggert. „Bei ihm merkt man die Leidenschaft. Vor allem hätten wir das ja nie erfahren, wenn wir allein gegangen wären“, sagt sie. Köhler freute sich über das Lob und stellt seinen Wanderstab in die Ecke – bis zum kommenden Donnerstag.

Sabine Hügelland

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