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Weihnachtsmarkt auf der Kippe

Kühlungsborn Weihnachtsmarkt auf der Kippe

Dem Veranstalter fehlen 6000 Euro für das Programm / Die Stadt soll das Geld bereitstellen

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Der Weihnachtsmarkt ist eine lang gehegte Tradition im Ostseebad Kühlungsborn und vor allem ein Treff für die Einheimischen mit ihren Familien. Seit 1990 wird das Event vom HGV organisiert.

Quelle: Sabine Hügelland

Kühlungsborn. Ob es in diesem Jahr wieder einen Weihnachtsmarkt im Ostseebad Kühlungsborn geben wird, steht noch nicht fest. Das Traditionsevent steht auf der Kippe.

Der Handwerker- und Gewerbeverein, der den Markt seit 1990 organisiert, will die Veranstaltung nicht durchführen, wenn nicht genug Geld für ein geeignetes Rahmenprogramm zur Verfügung steht. „Ohne Programm macht das keinen Sinn, halbe Sachen wollen wir nicht machen. Deshalb schlägt der Vorstand vor, den Weihnachtsmarkt abzusagen“, verkündete HGV-Chef Dietrich Rehpenning in der Mitgliederversammlung des Vereins.

Um große Summen geht es dabei nicht: Rund 6000 Euro werden benötigt, um ein passendes Kulturprogramm auf die Beine zu stellen.

Im vergangenen Jahr hatte noch die Touristik-Service GmbH (TSK) Bühne und Programm finanziert. Weil jedoch der TSK für dieses Jahr von der Stadtvertretung das Budget um 100000 Euro gekürzt worden war (OZ berichtete), sei sie nicht imstande, den Weihnachtsmarkt finanziell zu fördern, informierte Rehpenning. Er berichtete, dass Bürgermeister Rainer Karl ihn jedoch gebeten habe, die Traditionsveranstaltung, die vor allem von den Kühlungsbornern und ihren Familien besucht werde, nicht ausfallen zu lassen.

Diese Meinung äußerte auch Hans-Joachim Ollhoff, der für den HGV in der Stadtvertretung sitzt: „Der Weihnachtsmarkt ist ein beliebter Treff für die Kühlungsborner und es wäre schade, ihn ausfallen zu lassen. Doch dann sollten wir auch gut überlegen, wo er stattfinden soll. Wie das vor zwei Jahren in der Strandstraße ablief, ging gar nicht. Das war ein Flop!“

Ollhoff plädierte dafür, den Markt wieder in einem der Konzertgärten stattfinden zu lassen, aber vorher auf jeden Fall die Finanzierung mit der Stadt zu klären. Dem pflichteten auch andere bei.

Bürgervorsteher Uwe Ziesig stellte jedoch klar, dass es bei der Stadt keinen „Sonderfonds“ für solche Fälle gebe. Im nächsten Jahr sollten deshalb auch Zuschüsse für dieses Event im Haushalt berücksichtigt werden. Schließlich einigte sich die Versammlung darauf, dass nicht der HGV, sondern die TSK als Partner einen Sonderzuschuss beantragen sollte, um den Kühlungsborner Weihnachtsmarkt doch noch zu retten.

Den Antrag auf Sonderzuweisung hat TSK-Chef Ulrich Langer inzwischen bei der Stadt eingereicht. „Ich habe mit dem Kämmerer, Herrn Lahser, gesprochen. Der schaut nun nach, wo er die Summe hernehmen kann. Dann wird das nächste Woche im Kurbetriebsausschuss beraten. Zeitlich wird das knapp. Darüber hätten wir eher reden müssen“, kritisiert Langer. Dennoch rechne er damit, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden werde. „Wir werden die Kuh noch gerade rechtzeitig vom Eis kriegen“, ist der TSK-Chef zuversichtlich.

Außerdem erklärt Langer, warum die TSK die Kosten von sich aus nicht übernimmt: „Es geht hier auch ums Prinzip. Wenn unser Budget so eingeschränkt wird wie in diesem Jahr, dann haben wir auch keine andere Möglichkeit. Wir haben kein Geld zu verteilen.“

Abgesagt wurde in Kühlungsborn übrigens schon einmal ein Weihnachtsmarkt. Im November 1989, wenige Tage nach dem Mauerfall, verkündete die damals dafür zuständige Stadtverwaltung die Absage mit der Begründung, dass es sich nicht lohnen würde, weil nun alle in den Westen reisen würden. Doch dann retteten ein paar Enthusiasten die Tradition und veranstalteten, unterstützt von Händlern und Handwerkern des Ortes, einen eintägigen Markt vor dem damaligen Jugendclubhaus. Ein Jahr später übernahm der neu gegründete HGV die Regie für den Höhepunkt im Advent.

Ausfall wäre eine Riesenblamage

Man muss kein großer Fan der Gebräuche zur Adventszeit sein, um zu erkennen, dass hier eine lang gehegte Tradition in Gefahr ist. Dabei hat sich der zweitägige Weihnachtsmarkt im November zu einem beliebten Treff für die Kühlungsborner entwickelt. Auch wenn in den zurückliegenden 26 Jahren nicht jede Standortwahl gelungen war und auch das Wetter den Veranstaltern schon mal übel mitspielte, hat sich die Veranstaltung im Ostseebad etabliert. An Besuchern mangelt es nicht, obwohl zeitgleich im nahen Rostock stets ein viel größerer und bunterer Markt lockt. Die große Konkurrenz in der Hansestadt ist aber auch ein Grund dafür, warum der Handwerker- und Gewerbeverein es nicht nur bei Glühwein und Bratwurst belassen will, sondern den Besuchern beim Kühlungsborner Adventtreff auch ein niveauvolles Programm bieten möchte. Die Kosten dafür lassen sich jedoch wohl nicht mit dem Verkauf von Köstlichkeiten und Handgeschnitztem reinholen.

Aber für die Stadt, die in der Umgebung als wohlhabend eingeschätzt wird, sollten diese 6000 Euro Peanuts sein. Würde aber der Weihnachtsmarkt wegen dieses Betrages tatsächlich ausfallen, wäre es nicht nur schade, sondern für das Ostseebad auch eine Riesenblamage.

Rolf Barkhorn

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