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Wolfgang Neumann ist Kantor auf Zeit

Kühlungsborn Wolfgang Neumann ist Kantor auf Zeit

Wolfgang Neumann wird als Interims-Kantor in den kommenden Monaten in der evangelischen Kirche Sankt Johannis die Gottesdienste musikalisch gestalten und mit dem ...

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Wolfgang Neumann ist seit dem 1. März Interims-Kantor in Kühlungsborn — voraussichtlich bis zum 1. September.

Quelle: Lutz Werner

Kühlungsborn. Wolfgang Neumann wird als Interims-Kantor in den kommenden Monaten in der evangelischen Kirche Sankt Johannis die Gottesdienste musikalisch gestalten und mit dem Ökumenischen Singkreis, dem Chor der Kirche, arbeiten. Weil nach der Verabschiedung von Uwe Pilgrim in den Ruhestand — er war 30 Jahre Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Kühlungsborn — die frei gewordene Stelle nicht sofort besetzt werden konnte. „Eine erste Ausschreibung führte nicht zum Erfolg. Jetzt ist die Stelle neu ausgeschrieben — mit dem Ziel, am 1. September wieder einnen fest angestellten Kantor in der Gemeinde zu haben“, erklärt Neumann. Und weil das nicht so ganz einfach zu sein scheint, hat er sich vorsichtshalber auf ein Engagement bis Weihnachten eingestellt.

Für mich ist als Instrument auch die Stimme sehr wichtig.“Wolfgang Neumann, Kirchenmusiker

Dass er noch einmal — wenn auch nur für ein paar Monate — als Kantor einer Kirchengemeinde arbeiten würde, war in der Lebensplanung des 67-Jährigen eigentlich nicht mehr vorgesehen.

Uwe Neumann, der seine Wurzeln in Freiberg/Sachsen hat, studierte Kirchenmusik und Gesang, hat auf der Orgel die höchste Qualifikation, die Stufe A. 1968 verließ er die DDR. Von 1975 bis zu seiner Pensionierung 2013 arbeitete Neumann als Kantor an der Kreuzkirche in Heidelberg und seit 1980 auch als Dozent an der Hochschule für Kirchenmusik in der ehemaligen kurpfälzischen Residenzstadt. „Die Metropol-Region Neckar-Rhein, zu der auch Ludwigshafen und Mannheim gehören, ist reich an großen Kirchen mit wunderbaren Orgeln. Sie ist die Heimat einer sehr vielfältigen kirchenmusikalischen Kultur mit vielen Angeboten“, beschreibt er seine einstige Wirkungsstätte, in der Neumann auch Bezirkskantor war. Nach seiner Pensionierung tat er einen konsequenten Schritt. Um seinem Nachfolger den Start zu erleichtern und zu verhindern, dass er in den großen Fußstapfen des Vorgängers stolpern könnte, suchte er seinen Altersruhesitz anderswo und fand ihn im Ostseebad Kühlungsborn. „Norddeutschland, vor allem die Ostseeküste, hatten mich schon immer fasziniert“, sagt der Mann, der sich in seiner Zeit in Heidelberg als Musiker und Chorleiter eine Ruf erarbeitet hatte, der weit über den Rhein-Neckar-Kreis hinausging.

Als Kantor auf Zeit will Neumann, neben der musikalischen Begleitung der Gottesdienste, „vor allem den Ökumenischen Singkreis zusammenhalten“. Denn wenn mit einem Chor, der gut 30 Mitglieder hat, die bis aus Wismar kommen, „ein paar Wochen nicht gearbeitet wird, kann es sein, dass er auseinanderläuft“. Bei den Sommer-Konzerten in der Kirche will Neumann als Akteur selbst dabei sein: auf der Orgel, am Cembalo und als Sänger.

„Die Orgel ist die Königin der Instrumente“, spricht er eine altbekannte Weisheit aus. Und fügt diplomatisch hinzu: „Die Orgel in der Kühlungsborner Kirche ist in der Thronfolge bestimmt nicht die Nummer eins.“ Denn das Instrument, das in den 1960er-Jahren von der Firma Eule aus Bautzen gebaut wurde, eigne sich gut für Werke des Barock und auch für moderne Kompositionen. Aber der große und wichtige Bereich der Romantik sei auf ihr kaum spielbar. „Junge Organisten wollen sich als Konzert-Musiker künstlerisch profilieren, sie suchen die dafür passenden Instrumente und Kirchenräume, in denen große Oratorien aufgeführt werden können“, weiß er. Das könnte ein Grund sein, warum es schwierig ist, für Kühlungsborn einen neuen Kantor zu finden.

Von Lutz Werner

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