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Wustrow-Kenner könnte Bücher füllen

Rerik Wustrow-Kenner könnte Bücher füllen

Dr. Klaus Feiler informiert Gäste über die verbotene Halbinsel / Der Reriker war dort in den 80er Jahren zu Gast

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An dieser Stelle stand einst das Tor zur Halbinsel Wustrow. Der Reriker Dr. Klaus Feiler war in den 80er-Jahren auf der Halbinsel kurz zu Gast und hat dieses Jahr bis zu 80 Führungen gegeben.

Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Rerik. 80 Führungen liegen in diesem Jahr bald hinter Dr. Klaus Feiler, dem Autor des Buches „Die verbotene Halbinsel Wustrow – Flakschule – Militärbasis – Spionagevorposten“, das er gemeinsam mit seiner Ehefrau Edelgard Feiler schrieb. Neben Diavorträgen erzählt er auch auf der Barkasse „MS Salzhaff“ allen Interessierten etwas über die Geschichte der heute unbewohnten Insel.

OZ-Bild

Dr. Klaus Feiler informiert Gäste über die verbotene Halbinsel / Der Reriker war dort in den 80er Jahren zu Gast

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Zwei Stunden, in denen Klaus Feiler nie die Leidenschaft verliert, spannend sein umfangreiches Wissen über Wustrow näherzubringen. „Es ist der Augenblick, wenn die Leute mich erwartungsvoll anschauen, der mich inspiriert“, sagt er. Wer gut zuhört, erfährt so manches, das der Erzähler hautnah erlebte.

„Der Oktober war allgemein gut besucht. Ich schau in der ,Kösterschün’ gern anfangs so in die Runde und sage: ,Na, Sie sind bestimmt hier, weil das Tor zu ist’“, so Feiler im Hinblick auf die Sperrung der Halbinsel für Gäste. „Vor 23 Jahren am 18. Oktober fand die offizielle Verabschiedung der russischen Soldaten und Offiziere auf Wustrow statt. 1998 wurde die Insel an Fundus verkauft.

2004 endete die letzte Führung“, berichtet Dr. Feiler. Und vorerst wird es auch die letzte bleiben. Denn es ist verboten, die Insel zu betreten. „Es wird sich vorerst nichts verändern“, teilt Christian Plöger, Sprecher der Fundus-Tochter Entwicklungs-Compagnie Wustrow mit. Was jedoch nicht heißen soll, dass sich nie etwas ändern wird.

Es gilt abzuwarten. Doch Klaus Feiler wollte sein Wissen weiter vermitteln. „Pfingsten 2005 begann ich aus diesem Grund mit den Bootsführungen. Bernd Steußloff von der Fahrgastschifffahrt sprach mich an und ich sagte gleich zu“, erzählt Feiler.

Sein Interesse an Wustrow hängt auch mit eigenen Erlebnissen zusammen: „Wir haben bis 1982 am Haff gewohnt. Konnten also viele Geschehnisse vom Fenster aus beobachten“, erinnert er sich. „Als ich von einer Antarktis-Expedition zurückkam und überlegte, wo wir ein Fahrzeug für einen Umzug herbekommen, fiel mein Blick auf die Lkw der Russen“, fängt er an zu erzählen. Dank seines Passes, der ihn als Russlandreisenden auszeichnete und seiner Russischkenntnisse, wurde er – wenn auch erst nach einer Stunde Wartezeit – zum Oberstleutnant auf Wustrow durchgelassen. „Der stellte eine Flasche Wodka auf den Tisch, wir besprachen die Angelegenheit und ich bekam ein Fahrzeug und als Hilfe zwei Soldaten und einen Unteroffizier. Zum Dank hielt ich dort einen Diavortrag über die Expeditionen.“

Feiler könnte Bände mit Geschichten füllen und seine Frau bat ihn wohl schon des Öfteren darum, aber die Zeit fehlte bis jetzt. Dabei könnten auch seine dreimaligen, jeweils 13 Monate andauernden Antarktis-Expeditionen viel Schreibstoff liefern. „Erst ging es nach Leningrad. Dann zurück nach Rostock, wo auch Zusatzverpflegung gebunkert wurde. Über das Kattegatt, die Nordsee, den Atlantischen Ozean, Uruguay, an den Falklandinseln vorbei, nach King-Georg-Island.“ Es war und bleibt eine unvergessliche Zeit für ihn.

Klaus Feiler stammt aus Swinemünde. Er lebt seit 43 Jahren in Rerik und promovierte auf dem Gebiet der Meeresparasitologie. Gern lässt er dieses Wissen in seine Vorträge einfließen und schreckt auch nicht davor zurück zu erklären, dass Parasitenbefall bei Fischen und Co. ganz normal sei.

„Am Ende meiner Führungen bitte ich immer, Fragen zu stellen, die ich noch nie hörte. Ein Junge verblüffte mich. Er wollte wissen, ob die Wustrower Straßen durch das GPS erkennbar sind.“ Sie sind es, wie eine Frau aus der Vortragsgruppe herausfand.

Immer wieder traf Dr. Feiler auf Menschen, die einst auf Wustrow lebten. Er konnte helfen, sie miteinander zu verknüpfen. So ist der Reriker Bewahrer von Wissen, das anderen zugute kommt, denen er damit unverhofft ein Stück Vergangenheit zurückbringt.

Am Sonntag, 30. Oktober, hält er um 19.30 Uhr den diesjährig letzten Diavortrag über die Halbinsel Wustrow in der Reriker „Kösterschün“, Dünenstraße 4a. Am 31. Oktober dürfen Gäste auf der Barkasse „MS Salzhaff“ ihm zum letzten Mal für 2016 während einer Bootsführung lauschen. Los geht es um 15 Uhr vom Bootssteg am Haffplatz. Im kommenden Jahr werden die Vorträge weitergehen. Wie lange noch, darüber denkt Dr. Klaus Feiler gerade nach.

Vortrag „Die verbotene Halbinsel“, Sonntag, 30.10., 19.30 Uhr, „Küsterschün“, Dünenstraße 4a, Rerik

Sabine Hügelland

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