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Kühlungsborner Katzenschützer verklagen Kommunen

Satow/Bad Doberan/Kühlungsborn Kühlungsborner Katzenschützer verklagen Kommunen

Vorwurf: Städte und Gemeinden kommen ihrer Kastrationspflicht nicht nach / Verträge mit Tierheimen / Satow kann das Problem noch lösen

Satow/Bad Doberan/Kühlungsborn. Das Thema streunende Katzen beschäftigt Kommunen und Tierschutzverbände mehr denn je und sorgt für Schuldzuweisungen. Der Streit geht so weit, dass der Katzenschutzverein Kühlungsborn zahlreiche Kommunen verklagt hat, weil diese ihrer Kastrationspflicht nicht nachgekommen sein sollen. Die Gemeinde Satow dagegen, gegen die nicht geklagt wird, kann bislang mit der wachsenden Anzahl Katzen umgehen, kommt aber auch an ihre Grenzen.

 

OZ-Bild

Wir haben einen Vertrag mit der Tierhilfe Norddeutsch- land, der Fundkatzen aufnimmt.“Gerhart Kukla, Ordnungsamt Doberan

Quelle:
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Wir kennen das Katzenproblem seit Jahren. Die Kosten für die Kastration sind gestiegen.“Matthias Drese, Bürgermeister Satow

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Wir haben einen Vertrag mit der Tierhilfe Norddeutsch- land, der Fundkatzen aufnimmt.“Gerhart Kukla, Ordnungsamt Doberan

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Kommunen können Kastrationspflicht beschließen

20000 Euro hat das Land für 2016 und 2017 dem Landesverband des Deutschen Tierschutzverbundes für die Kastration freilaufender Katzen zur Verfügung gestellt. 2015 beschloss der Landtag die „Katzenschutzgebiets-Ermächtigungslandesverordnung MV“, mit der Landkreise und kreisfreie Städten ermächtigt werden, gegenüber Katzenhaltern zwangsweise Maßnahmen wie Kastrationspflichten durchzusetzen.

Jedes Jahr ab Mai zur Wurfzeit sieht man sie auf den Straßen: Streunende Katzen, zum Teil abgemagert und voller Läuse. Viele Menschen haben Mitleid, geben ihnen etwas zu essen und vorübergehend ein Zuhause, sagen Tierschützer wie Karin Stüver aus Kühlungsborn. Doch die wenigsten lassen sie kastrieren, sodass sich die Katzen weiter vermehren. Um die Kastration von Fundkatzen müssen sich die Kommunen kümmern.

Karin Stüver ist die Vorsitzende des Katzenschutzvereins in Kühlungsborn. Sie wirft den Städten und Gemeinden vor, „dass sie sich aus ihrer Verantwortung stehlen.“ Immer wieder würden Ordnungsämter die Zuständigkeit von sich weisen. Stüver hat seit Mai dieses Jahres 25 bis 30 Katzen kastrieren lassen – stellvertretend für die Kommunen. Sie habe das in Rechnung gestellt, aber nie Geld gesehen.

Sie zog vor Gericht, wo der Rechtsstreit derzeit noch läuft. Auch gegen die Stadt Bad Doberan.

„Ich würde nicht sagen, dass wir ein großes Katzenproblem haben“, schränkt Doberans Ordnungsamtsleiter Gerhart Kukla ein. Klar kämen immer wieder Finder, die fragen, wohin mit Tieren. Aber es halte sich in Grenzen. „Wir müssen und wollen die Katzen unterbringen“, sagt er. Aus diesem Grund habe die Stadt einen Vertrag mit dem Klein Siener Verein „Tierhilfe Norddeutschland“. Der Vertrag beinhalte die Aufnahme und Vermittlung aller Fundtiere, einschließlich Katzen, so Kukla. Dafür erhält der Verein Geld von der Stadt. „Die Summe werden wir nochmal aufstocken müssen. Aber das muss noch haushaltstechnisch geprüft werden“, sagt Kukla, der vor drei Wochen persönlich in Klein Sien war. Karin Stüver bestreitet dagegen, dass der Vertrag Katzen mit einschließe.

Etwa fünf bis zehn Katzen pro Jahr werden über das Ordnungsamt Doberan nach Klein Sien gebracht, schätzt Kukla. Der Tierschutzverein in Doberan arbeitet ebenfalls mit der Stadt zusammen, kann aber selbst keine Katzen aufnehmen. Es stellt Futter bereit und vermittelt ebenfalls.

Weitere Probleme: In der Region haben die Tierheime kaum noch Kapazitäten für Katzen und sie sind auf Spenden angewiesen. Mittlerweile fordern Tierheime einen Euro pro Einwohner von Gemeinden, mit denen es keinen Vertrag gebe. Dafür nehmen sie dann die Fundkatzen auf, sagt Karin Stüve.

Die Gemeinde Satow kenne das Katzenproblem seit Jahren, sagt Bürgermeister Matthias Drese. „Aber es gibt einen Unterschied zwischen herrenlosen Katzen und Fundkatzen“, stellt Ordnungsamtsleiterin Brigitte Scheel klar. Herrenlose Katzen hätten einen Besitzer, der für die Kastration aufkommen müsse. „Wir haben vermutete Katzenbesitzer angeschrieben und sie auf ihre Pflicht hingewiesen.“ Stark gestiegen sei aber die Zahl der Fundkatzen, also jene ohne Besitzer, für die die Kommune zuständig ist.

Bislang kann Satow das Problem durch einen Kompromiss lösen: „Wir bieten den Findern an, dass wir für die Kastrationskosten aufkommen und sie die Tiere dafür behalten“, sagt Brigitte Scheel. Das funktioniere im Moment noch gut. 60 bis 90 Euro kostet eine Kastration. Im Jahr gibt die Gemeinde einen vierstelligen Betrag dafür aus, so Brigitte Scheel.

Katarina Sass

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