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Künstler zeigen Keramik mit Köpfchen

Retschow / Bartenshagen Künstler zeigen Keramik mit Köpfchen

/ Hinter Bollhagen. Tassen ohne Kleckernasen, clevere Salatschüsseln und filigranes Dekor auf Keramik: Am Wochenende hatten Besucher beim 11.

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Ines Gilles (links) und Freundin Dorit Gaue (Mitte) lassen sich von Thudes Zander die Fayence-Technik zeigen.

Retschow / Bartenshagen. / Hinter Bollhagen. Tassen ohne Kleckernasen, clevere Salatschüsseln und filigranes Dekor auf Keramik: Am Wochenende hatten Besucher beim 11. „Tag der Töpferei“ Gelegenheit Kunsthandwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen und sich inspirieren zu lassen. Dabei zeigten die Gastgeber, dass selbstgefertigte Keramik dem industriell hergestelltem Geschirr einiges Voraus hat.

OZ-Bild

/ Hinter Bollhagen. Tassen ohne Kleckernasen, clevere Salatschüsseln und filigranes Dekor auf Keramik: Am Wochenende hatten Besucher beim 11.

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Joachim Jungs Werkstatt in Glashagen (Gemeinde Retschow) wirkt wie ein Labyrinth voller Schätze. Etliches, was an der Drehscheibe entstanden ist, steht hier in Regalen. Poster an den Wänden, überall Arbeitsutensilien. Im hintersten Raum befinden sich die sechs Drehscheiben. „Ich hatte 20 Jahre lang sechs Lehrlinge, die ich zum Keramiker ausgebildet habe“, erklärt der 62-Jährige. Heute lernt nur noch eine Auszubildende in einem dreijährigen Lehrgang den Beruf bei ihm. Während Jung mit den Besuchern plaudert, wandern seine Hände über die nassbraune Tonkugel auf der Drehscheibe vor ihm. Sie dreht sich unablässig und Jung formt beim Erzählen ganz nebenbei einen großen Übertopf.

Er habe viele Stammkunden. Sie hätten die Vorteile seiner Keramik erkannt. „Nehmen Sie mal eine herkömmlich industriell hergestellte Salatschüssel und rühren Sie den Salat um. Da fällt doch alles raus.“ Weil die Schüssel nach oben hin breiter werde. So ist es auch mit den Tellern und Schüsseln. „Bei mir haben die Schüsseln einen winzigen nach innen gedrehten Rand“, sagt er. Das mache sein Geschirr zu einem praktischen Einzelstück. Mehr noch. Er garantiert, dass es mit seiner Keramik nie wieder Kleckernasen an den Tassen geben wird.

Als er bei den Vorteilen seiner Römertöpfe angekommen ist, sind Gabriele und Johannes Syndow aus Wolfenbüttel vollends überzeugt und kaufen ein echtes „Jung‘sches“ Exemplar. „Ja es stimmt schon, was er erzählt“, sagt sie. Er nickt und lächelt. Ein schönes Mitbringsel aus dem Urlaub, den das Ehepaar derzeit in Kühlungsborn verbringt. Ines Gilles aus Wismar und ihrer Freundin Dorit Gaue haben es der Fayence-Technik angetan, die sie bei Birte und Thudes Zander in Hinter Bollhagen finden. „Das sieht schon toll aus. Ein schöner Effekt“, sagt die Wismarerin. Autodidaktisch habe sich Mutter-Tochter-Gespann die uralte Technik beigebracht, die heute nicht mehr oft zu finden sei, erklärt Birte Zander. Bei der Technik entstehen filigran gezeichnete Kunstwerke auf weißem Untergrund.

Seit vielen Jahren schon können die Frauen von ihrer Kunst leben. Vor allem Sammler und Urlauber gehören zum Kundenstamm.

In Bartenshagen hat sich das Ehepaar Reich ein Kleinod geschaffen. Sie haben sich auf salzglasiertes Steinzeug spezialisiert. Im selbst gebauten Ofen brennt Jürgen Reich vier Mal im Jahr seine Gefäße bei 1300 Grad, 20 Stunden lang. Danach müssen die fertigen Stücke vier bis fünf Tage abkühlen. Da die Keramik im Holzfeuer gebrannt wird, entstehen individuelle Unikate.

11. „Tag der Töpferei“

93 Keramikwerkstätten , Ateliers und Künstlerdomizile in ganz Mecklenburg-Vorpommern haben am 11. „Tag der Töpferei“ am Wochenende teilgenommen.

6 waren es im Bereich um Dab Doberan. Besucher konnten an beiden Tagen den Handwerkern und Künstlern über die Schulter schauen, Geschirr und Dekoartikel kaufen oder sich einfach nur Anregungen für das eigene Hobby holen. Der nächste Töpfermarkt findet vom 26. bis 28. März in Boltenhagen statt.

Von Katarina Sass

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