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29 Skulpturen aus Holz im Doberaner Münster

Bad Doberan 29 Skulpturen aus Holz im Doberaner Münster

Gekreuzigter Baum ist Mittelpunkt der Ausstellung / Kröpeliner Horst Wendt wendet sich gegen die Vernichtung des Regenwaldes / Ausstellung noch bis September

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Horst Wendt an einer seiner Holz-Skulpturen, die bis September im Doberaner Münster zu sehen sind.

Quelle: Renate Peter

Bad Doberan. „In einer solchen Kirche eine Ausstellung machen zu können, ist schon etwas Besonderes“, sagt Horst Wendt. Der Kröpeliner Künstler stellt im Doberaner Münster seit Juni 29 Skulpturen aus. Das Münster sei überhaupt der allerschönste Raum weit und breit, schwärmt er.

Die Skulpturen, die im nördlichen Seitenschiff stehen, sind Arbeiten aus verschiedenen Jahren. Die ältesten zehn Jahre, andere „ganz frisch“, wie er sagt. Mittelpunkt der Ausstellung ist „Der gekreuzigte Baum“. Das Bruchstück eines Acariquara-Baumstammes aus dem Amazonasbecken ist auf einem Kreuz, das aus Aluminium gefertigt wurde, befestigt. Es sei jedoch nicht das christliche Kreuz, erklärt Horst Wendt. Das Kreuz sei ursprünglich ein Tötungsinstrument gewesen und wurde erst Anfang des 5. Jahrhunderts offiziell zum Symbol des Christentums. In seiner ursprünglichen Bedeutung sei es hier zu verstehen. Der Baumstamm aus dem Amazonaswald als Anklage gegen weltweit voranschreitende Vernichtungen der großen tropischen Regenwälder. Allein zwischen 1990 und 2010 sei eine so große Fläche des Regenwaldes vernichtet worden, die achtmal der Fläche von Deutschland entspricht, sagt der Künstler, der Fördermitglied bei Greenpeace ist. Diese Schäden seien unwiederbringlich. Und so hat Horst Wendt auch für den „Gekreuzigten Baum“ extra eine Erklärung beigelegt. Die Skulptur hatte der Kröpeliner auch schon einmal im Schweriner Dom ausgestellt.

Interessant auch die anderen Skulpturen. Die meisten sind mit Flammen bearbeitet und dann vom Ruß gebürstet worden, erklärt der 82-Jährige. Mit Ausnahme der Arbeit aus Birkenholz und einer weiteren:

„Diese habe ich nicht bearbeitet. Das war die Pfahlbohrmuschel“, sagt Horst Wendt schmunzelnd und zeigt auf das Kunstwerk „Vergänglichkeit“ eines Buhnenpfahls.

Ein anderes Werk ist aus einem Götterbaum gefertigt. „Der stand auf dem Kröpeliner Friedhof und wurde leider gefällt. Ich hatte Glück und bekam den Stamm“, erzählt der Künstler. Die meisten Skulpturen werden auch zum Kauf angeboten, eine ist bereits bestellt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. September im Doberaner Münster zu sehen. Zum zweiten Mal – nach 2005 – stellt der Kröpeliner in der bedeutenden Kirche Doberans aus. Kirchgemeinde und Münsterverwaltung sind mit zusätzlichen Ausstellungen im Kirchenraum eher zurückhaltend. Doch mit Horst Wendt gebe es einen Bezug zu einem regionalen Künstler, dessen Sorge um den Erhalt der Natur man teile, hatte Pastor Albrecht Jax vor der Eröffnung der Ausstellung betont. Horst Wendt ist Mitglied des Münsterbauvereins und regelmäßiger Besucher der Münster-Konzerte.

Vier Holz-Skulpturen des Kröpeliners sind auch in Teterow ausgestellt, einer Gemeinschaftspräsentation der Wismarer Künstler und Kunstfreunde. Drei Skulpturen zeigt der Kröpeliner auch in der Galerie der Keramikerin Dagmar Liebscher in Bad Doberan.

Horst Wendt ist gebürtiger Kröpeliner. 1954 absolvierte er sein Abitur und lernte Maurer. Später wurde er Ingenieur für Grund- und Wasserbau und war im Küstenwasserbau tätig. 1981 bis 1990 arbeitete Horst Wendt als selbstständiger Drechsler, hatte 1984 auch seine Meisterprüfung bestanden. 1990 bis 1994 war er freiberuflich als Künstler für Holzskulpturen tätig.

Seit Jahren ist er Rentner, doch sein Hobby ist Holz geblieben.

Kunstwerke aus Holz

29 Skulpturen aus Holz sind im Doberaner Münster zu sehen. Der Kröpeliner Horst Wendt stellt die Arbeiten aus. Im Mittelpunkt steht der „Gekreuzigte Baum“ aus Holz aus dem Amazonasbecken.

15. September: Bis zu diesem Tag können Besucher des Münsters sich die Ausstellung im nördlichen Seitenschiff ansehen. Es handelt sich um Kunstwerke aus den vergangenen zehn Jahren.

Renate Peter

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