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Alt Karin: Dachbalken aus der Zeit um 1172

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Sanierung der Dorfkirche interessiert die ganze Region / Gerade erbrachte Kaffeetafel mit Musik dafür 1000 Euro

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Diese beiden Querbalken sollen aus sehr altem Holz sein.

Quelle: Gasetzky

Alt Karin. Dem Dorf und quasi der ganzen Gemeinde liegt offensichtlich das Schicksal der frühgotischen Backsteindorfkirche von Alt Karin am Herzen. Gerade erbrachte nämlich eine von den Alt Kariner Montagsfrauen und der Gemeindevertreterin Gudrun Nebauer initiierte Benefizveranstaltung, die stimmgewaltig vom Volksliederchor Moitin/Kamin und dessen Leiterin Barbara Stern sowie ehrenamtlichen Kuchenbäckern unterstützt worden war, eine Spende von 1000 Euro ein. Dieser Betrag soll komplett für die derzeit laufende Sanierung des Kirchendachs Verwendung finden, heißt es von den Veranstalterinnen.

OZ-Bild

Sanierung der Dorfkirche interessiert die ganze Region / Gerade erbrachte Kaffeetafel mit Musik dafür 1000 Euro

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„Schön, dass wir in Carinerland so eine Gruppe – wie die Montagsfrauen – haben. Ich freue mich auch über alle Kuchenbäcker, die nicht nur aus Alt und Neu Karin ihre Spende gebracht haben, sondern aus ganz Carinerland“, sagt Bürgermeisterin Heike Chrzan-Schmidt und betont, dass sie sich für die Kirche ganz besonders freue, weil wieder ein bisschen Unterstützung gegeben werden konnte. Anfang des Jahres hatte die Gemeinde Carinerland für die Sanierungsarbeiten am Dach der Dorfkirche einen Beitrag von 5000 Euro überwiesen. „Das war sehr großzügig“, sagt Hartmut Schenke zu der von den Volksvertretern beschlossenen Spende. Er sei sehr überrascht gewesen, als weitere 1000 Euro aus Alt Karin dazukamen und wie erstaunlich groß hier die Beteiligung war. Auf diesem Weg könnten sich Kommune und die Kirchengemeinde doch ein bisschen nähern, hofft der engagierte Christ, der seit rund vier Jahren als ehrenamtlicher Küster in Alt Karin tätig ist. „Die Leute können sich offensichtlich mit diesem kulturellen Mittelpunkt des Ortes identifizieren“, sagt er. „Sehr viele Mittel hat der Pastor Olaf Pleban einwerben können. Und im Zuge dieser Bemühungen wurde die Stiftung Kirchliches Bauen auf Alt Karin aufmerksam und sagte ihrerseits Gelder zu“, berichtet Hartmut Schenke weiter über Finanzquellen für die Sanierung, bevor er eine kleine Sensation offenbart: Während seiner Arbeit an einem Gutachten über die Schäden am hiesigen Kirchendach, dessen Stuhl noch aus der Zeit der Erbauung des Gotteshauses stammen soll, entdeckte der Architekt und Bauforscher Ralf Gesatzky zwei Balken aus dem 12. Jahrhundert. Es sind die zweitältesten, die bislang in Mecklenburg gefunden worden sein sollen. Die ältesten wurden in Gadebuschs Kirche entdeckt – „aus der Zeit um/nach 1150“.

In Alt Karin wurde Ralf Gesatzky regelrecht mit dem Kopf auf den historischen Schatz gestoßen. „Ich haute mit dem Kopf gegen einen der Kehlbalken und sah an seiner Unterseite Schmiede-Nägel und Verfärbungen, die von Dachlatten stammen könnten. Bei solchen Dachwerken wurden häufig von Vorgängerbauten gute Hölzer verwendet“, erläutert Ralf Gesatzky aus Schwerin am OZ-Telefon. Aus den beiden Eichenbalken, die einst offenbar als Sparren dienten, entnahm der Experte Bohrkerne und ließ sie in Berlin, am Deutschen Archäologischen Institut von Dr. Karl-Uwe Heußner im Labor für Dendrochronologie untersuchen. Demnach stammt der älteste Alt Kariner Balken aus der Zeit um 1172 herum und zweitälteste etwa aus dem Jahr 1181. Diese letzte Angabe gibt der Experte nun mit dem Zusatz „um/nach“ als Baujahr des Vorgängerbaus der heute existierenden Alt Kariner Kirche an. Deren Chor sei 1382 entstanden, das Schiff 1392, der Turm 1411 und die Südvorhalle im Jahr 1541.

Jahreszahlen, die auch dank des Mecklenburger Bauforschers Tilo Schöfbeck bekannt sind, der schon um die Jahrtausendwende herum die Alt Kariner Kirche für seine Doktorarbeit untersuchte. Die Innenausstattung dieser Kirche war Mitte der 80er Jahre von Lothar Mannewitz (1930 -2004) aus Rostock aufwendig restauriert worden. Jetzt soll die Sanierung bis November dauern, dann werden die zahlreichen Holzschäden beseitigt und das Dach neu gedeckt sein. Die uralten Balken sollen dann noch zum Ensemble gehören. „Weitestgehend“, sagt Hartmut Schenke.

Thomas Hoppe

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