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Auf dem Weg nach Rostock: „Pur“ will zurück zu den Fans

Auf dem Weg nach Rostock: „Pur“ will zurück zu den Fans

Hartmut Engler mit der Band am 14. April in der Stadthalle / Im OZ-Interview erzählt der Sänger, wie die Band zum Namen kam und dass er eigentlich Fußball-Profi werden wollte

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Hartmut Engler kommt mit Pur am 14. April in die Stadthalle.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock Die Band Pur aus Baden- Württemberg ist bekannt durch deutsche Hits, wie „Abenteuerland“, „Lena“ oder „Indianer“. Am 14. April tritt sie in der Rostocker Stadthalle auf. Sänger Hartmut Engler erzählt, woher der Name kommt und warum Rostock lange nicht auf dem Tourplan stand.

Sie waren lange nicht in Rostock, haben nur in größeren Hallen gespielt. Wieso jetzt doch?

Hartmut Engler: In Rostock wäre die Arenatournee technisch schwer umsetzbar gewesen. Wir haben zehn Konzerte in den größten deutschen Hallen gespielt und wollen nun wieder näher zum Publikum kommen, damit die Leute eben nicht 200 Kilometer fahren müssen.

Was kann man denn als Pur-Fan erwarten?

Engler: Natürlich geht‘s um unser neues Album „Achtung“. Aber wir werden auch viele altbekannte Pur-Hits spielen. Wir haben einige Titel in Medleys verpackt und manchmal einfach Songs zusammengefasst, die zueinander passen. Da wir das Programm im Dezember in den großen Hallen schon erprobt haben, wissen wir, dass es wirklich sehr gut funktioniert und sehr kurzweilig ist. Kurz ist es allerdings nicht. Es wird ein entspannter, aber auch tiefgründiger und berauschender Abend.

Was machen Sie kurz vor einem Auftritt?

Engler: Na, in der letzten Stunde muss ich keine Gespräche mehr führen. Dann tigere ich immer durch eine möglichst große Garderobe oder auch mal über den Gang. Ich gehe alles in Gedanken noch mal durch. Auch den einen oder anderen neuen Songtext wiederhole ich noch mal. Und dann geht‘s irgendwann auf die Bühne. Ich bin immer noch relativ nervös.

Woher kommt der Name Pur? Ursprünglich hieß die Band Opus?

Engler: Damals war es so, dass es in Österreich auch eine Band namens Opus gab, die mit „Live is live“ einen Welthit hatte. Wir mussten uns Gedanken machen, dass es keine Verwechslungen gibt.

Eines Tages hatten wir eine volle Halle, weil die Leute auf die Österreicher gewartet hatten. Da kamen 800 Leute, und wir hatten 80 erwartet. Wir mussten uns schnell eine eigene Version von „Live is Live“ überlegen. Wir hatten zwei Verse: „Quark macht stark“ und „Scheiß bleibt Scheiß“. Na ja — und danach dachten wir uns schnellstmöglich einen neuen Namen aus. In unserer Lieblingspizzeria, spät in der Nacht, einigten wir uns auf Pur.

Wie kam denn „Quark macht stark“ bei den Leuten an?

Engler: Das kam gut an. Die Leute haben sich totgelacht. Es war ein witziger Text.

Was wollten Sie als Kind werden? Immer schon Musiker?

Engler: Eigentlich Fußballprofi. Ganz bescheiden. Ich habe Fußball gespielt, seit ich denken kann. Mit sechs oder sieben in jeder freien Minute auf dem Bolzplatz. Später habe ich aktiv gespielt, bis zum Ende der A-Jugend. Aber mit 15 bin ich schon in die Band eingestiegen. Es gab Mofas und auch Mädels, und ich wurde langsam, aber sicher immer schwerer, was dem Traum vom Fußballprofi nicht gerade entgegen kam.

Und wie kam‘s dann zur Musik?

Engler: Meine Eltern waren im Gesangsverein, meine Schwester hatte einen Profimusiker als Freund, und mein Bruder hat in Studentenbands gesungen. Von daher war ich vorbelastet, so dass ich auch mal getestet habe, auf eine Bühne zu gehen. Ich nahm Klavierunterricht und wollte mich aber lieber nur selbst begleiten und nicht klassisch Klavier spielen. Ich habe in unserer Schülerband „Crusade“ bei Keyboarder Ingo Reidl Unterricht genommen. Dabei stellten wir fest, dass ich ganz gut singe. Und da die Band einen Sänger suchte, veränderte das mein Leben mit 15.

Viele Ihrer Texte klingen, als würden Sie ihr ganzes Leben ausbreiten. Ist das so?

Engler: Eigene Geschichten fließen ein, wenn ich Lust habe. Aber keiner weiß, was erfunden ist und was nicht. Ich lese mich manchmal in Dinge ein. Ich besuche Leute, die mir Briefe geschickt haben. Und es gibt Geschichten, wie „Leonie Tamina“, ein behindertes Mädchen, das mit Delfinen schwimmen will. Also, praktisch alles, was um einen herum geschieht, kann verarbeitet werden. Es sind oft die merkwürdigsten Dinge.

Was haben Sie als Jugendlicher selbst für Musik gehört?

Engler: Mein Bruder ist zwölf Jahre älter als ich, und ich hörte seine Musik mit. So hörte ich als Kleinkind Beatles. Ich bin 1961 geboren. Und als ich so richtig ans Musikmachen kam, da gab es die Beatles schon gar nicht mehr, aber das war so meine musikalische Richtung. Wir haben natürlich auch die ZDF-Hitparade geschaut, aber hauptsächlich gefiel uns die englische Musik von meinem Bruder: Pink Floyd, Dire Straits, Middle-of-the-Road-Music. Meine heutige Lieblingsband ist übrigens Coldplay.

Wenn Sie im Auto fahren und es läuft Pur im Radio, machen Sie dann aus oder lauter?

Engler: Ich mach lauter. Das liegt daran, dass man uns im Radio mitunter in den letzten Jahren etwas beschnitten hat. Und wenn wir gespielt werden, dann freue ich mich richtig. Mich interessieren vor allem immer die Kommentare der Moderatoren davor und danach.

Was kommt nach der Tour?

Engler: Erst mal Urlaub. Wir haben bis zum September über 40 Auftritte. Zwischendurch wollen wir als Fußballfans die EM genießen, da haben wir frei.

Konzert findet am 14. April statt — Karten bei der OZ

Hartmut Engler und und seine Bandkollegen von „Pur“ sind seit Anfang April mit ihrer „Achtung“-Tour unterwegs. Sie treten auch am 14. April um 20 Uhr in der Rostocker Stadthalle auf.

Sechs der insgesamt 23 Konzerte sind bereits ausverkauft. Für den Auftritt in Rostock sind noch Karten erhältlich. Diese sind im OZ-Ticket-Center oder unter ☎ 0381/38 30 30 17 erhältlich.

Von Interview von Ove Arscholl

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