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Bierbrauer und Töpfer für einen Tag

Bad Doberan Bierbrauer und Töpfer für einen Tag

55 Aussteller beim Doberaner Klostermarkt / Nach über 100 Jahren wird im Klostergelände wieder Bier gebraut

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Helene (r,12) und Mathilda (9) aus Rostock haben Spaß beim Kampf auf dem Balken.

Bad Doberan. Die Holzspäne fliegen, die Messerklinge wird geschärft, der Ton geformt – etwa 55 Aussteller haben beim Klostermarkt auf dem Klostergelände in Bad Doberan am Wochenende altes Handwerk und neue Ware gezeigt und verschiedene kulinarische Köstlichkeiten serviert.

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55 Aussteller beim Doberaner Klostermarkt / Nach über 100 Jahren wird im Klostergelände wieder Bier gebraut

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Das Bierbrauen dient dazu, die Aufmerksamkeit auf die tradi-

tionelle Nutzung des Gebäudes zu lenken.“Dieter Heinen, Bierbrauer

In einer Ecke der dachlosen Ruine des Wirtschaftsgebäudes, das 1979 Opfer eine Brandes wurde, hat Dieter Heinen seine Brauerei aufgebaut. Mit zehn Seminarteilnehmern braut er am Sonnabend Bier – zum ersten Mal nach über 100 Jahren auf dem Klostergelände. „Es dient dazu, die Aufmerksamkeit auf die traditionelle Nutzung des Gebäudes zu lenken, die nachweislich als Backen, Brauen, Mahlen verankert ist“, erklärt der Bierbrauer aus Aschaffenburg, der in zwei Jahren gerne eine Brauerei mit Gaststätte in den Gemäuern betreiben möchte. Die Teilnehmer haben bereits den geschroteten Malz mit Wasser zur Maische vermischt und diese erhitzt, sodass die Enzyme die Stärke in Zucker verwandeln. Jetzt sind sie beim Läutern. Heißt: Der feste Stoff, Treber, wird vom flüssigen Stoff, Würze, getrennt. Das dauert. Währenddessen werden Biersorten verkostet.

Vor die Töpferscheibe von Rainer Finck hat sich Alwin gesetzt. Der Siebenjährige habe schon öfters getöpfert. Schalen zum Beispiel, sagt er und knetet den Ton in seinen Händen. Töpfer möchte er aber nicht werden. Sondern? „Forscher.“Eigentlich sitzt Hans-Martin Finck auf dem Schausitz und lässt auch Besucher an die Scheibe. „Die Herausforderung ist die Koordination von Füßen, die antreiben, und den Händen, die den Ton formen“, erläutert der Kaufmann. Von seinem Vater Rainer Finck habe er etwas vom Handwerk gelernt und hilft ihm beim Klostermarkt. Rainer Finck ist Hauptinitiator der Veranstaltung des Vereins der Freunde und Förderer des Doberaner Klosters, der mit dem Markt Geld für ein Dach für das Wirtschaftsgebäude sammelt. Rainer Finck kümmert sich, wenn der Strom ausfällt, wie am Sonnabend. Das gefällt den Bierbrauern gar nicht, muss doch die Würze auf 70 Grad erhitzt werden, damit der Hopfen reinkann. Nach längerem Überlegen ziehen sie um zum Kornhaus.

Derweil üben sich Helene und Mathilde im Kampf auf dem Balken. Mit riesigen Wattestäbchen versuchen die Zwölf- und Neunjährige sich gegenseitig vom Balken zu hauen. „Die Kinder können hier Spiele machen, die Koordination, Motorik und Teamgeist fördern“, erklärt Sabine Zimmermann vom Duo Pessulantus, das auch Knobelspiele anbietet. „Das macht Spaß“, sagt Mathilde. „So schwer ist das gar nicht“, ergänzt Helene und stellt sich beim Bogenschießen an.

Da war Phillip bereits. Jetzt baut der Zehnjährige mit Bausteinen von Michael Wolf. Mit diesen könnte das Wirtschaftshaus in Miniaturformat entstehen. „Mit Blick auf die Ruine sehe ich romanische Bögen und gotische Spitzbögen, die sind im Baukasten drin“, sagt Wolf. „Die Steine sind wie der Klosterziegel aus gebrannter Erde.“

Im Zelt nebenan führt Zauberer Till Frömmel seine magischen Tricks vor und zeigt, wie man mit nur einer Hand einen Knoten in ein Seil bekommt. Währenddessen ziehen die Spielleute der Gruppe „Rabengesang“ über den Platz, unterstützt von Laute, Geige, Trommel und Irish Bouzouki singen sie alte Volksweisen, während die Gäste an den Ständen mit Töpferware, und Kräutern vorbeischlendern oder den Steinmetzen und Schmieden über die Schulter schauen.

Anja Levien

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