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Chinesen wollen Kontaktbüro eröffnen

Kühlungsborn Chinesen wollen Kontaktbüro eröffnen

Doch zwischen den Initiatoren und der Stadt Kühlungsborn scheint es dabei ein Missverständnis zu geben

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Erste Sondierungsgespräche darüber, mehr als einen Künstleraustausch zu machen, gab es bereits im November 2015. Vor allem Louise Che, Yang Yuansen und Albrecht Kurbjuhn redeten intensiv, unterstützt von Dolmetscherin Liu Nan (. l.).

Quelle: Lutz Werner

Kühlungsborn. Es hakt beim Aufbau eines internationalen Kontaktbüros für kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit an der Ostsee, das das Zentrum für Chinesisch-Deutschen Kulturaustausch (ZCD) mit Sitz in Qingdao in der Volksrepublik China in Kühlungsborn eröffnen möchte.

Der Kurbetriebs- und Wirtschaftsförderungsausschuss lehnte jetzt eine finanzielle Zuwendung zur „Errichtung eines deutsch-chinesischen Kulturaustausches“ in Kühlungsborn ab. Den Antrag hatte Kämmerer Dirk Lahser verfasst. Weil, wie vor allem Stadtvertretervorsteher Uwe Ziesig (parteilos) hervorhob, dabei künstlerische und wirtschaftliche Interessen vermengt werden könnten. Die Entscheidung war denkbar knapp: je vier „Ja“- und „Nein“-Stimmen. Dabei ging es um jeweils 50000 Euro für 2017 und 2018. Ziesig stellte den Antrag, die Stadt solle stattdessen eine zentrale Stelle schaffen, bei der alle künstlerischen Aktivitäten in Kühlungsborn gebündelt werden. Wenn man so will, ein Kulturamt. Damit will sich der Ausschuss in seiner kommenden Sitzung befassen.

„Errichtung eines deutsch-chinesischen Künstleraustausches“? Den gibt es schon lange, vielleicht wäre das Wort „Förderung“ in der Beschlussvorlage zutreffender gewesen. Der Kulturverein „Mecklenburg Inspiriert“ (KMI) organisiert und sponsert seit vielen Jahren Residenzen für chinesische Künstler in Kühlungsborn. Seit der Gründung des Zentrums für Chinesisch-Deutschen Kulturaustausch in Qingdao im Jahr 2014 gemeinsam mit dem ZCD. Seitdem geht der Austausch auch in beide Richtungen und zwischen den so ungleichen Partnern, dem Ostseebad in Mecklenburg und der Metropole mit rund 3,5 Millionen Einwohnern am Gelben Meer – Metropolregion 7,6 Millionen Menschen –, hat sich sogar so etwas wie eine inoffizielle Städtepartnerschaft entwickelt. Beim Arbeitsaufenthalt chinesischer Künstler im vergangenen November sprach ZCD-Berater Yang Yuansen, ein ehemaliger hochrangiger Verwaltungsmann, erstmals klar an, dass sich die Chinesen mittelfristig mehr als nur einen Künstleraustausch vorstellen können. Er sprach von chinesischen Touristen, Kunst- und Bernsteinhandel, der Betreuung von potenziellen chinesischen Investoren und weiteren wirtschaftlichen Möglichkeiten. Sogar ein Ausbildungszentrum für deutsche Alibaba-Mitarbeiter könnten sich die Chinesen in Kühlungsborn vorstellen. Alibaba – das ist Chinas Antwort auf Amazon.

Um das in Gang zu bringen, werde die Stadt Kühlungsborn gebeten, die Chinesen bei der Suche nach geeigneten und bezahlbaren Büroräumen zu unterstützen, denn sie möchten ihr Kontaktbüro so bald als möglich eröffnen. Seit Mai dieses Jahres liegen Verwaltung und Stadtvertretung auch ein offizielles Konzept der Chinesen zur Eröffnung eines solchen Kontaktbüros vor. In dem gleichermaßen künstlerische und wirtschaftliche Aspekte angesprochen werden. Das Konzept ist auch dem Ausschuss bekannt.

Motor bei der Entwicklung von künstlerischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit China ist in Kühlungsborn der Hotelier Albrecht Kurbjuhn, Vorstandsmitglied bei KMI. „Ich bitte sehr darum, dass hier nicht zwei völlig verschiedene Dinge vermengt werden“, sagt er geradezu beschwörend. Die wirtschaftlichen Aufgaben in dem künftigen Kontaktbüro, das die Chinesen in Kühlungsborn eröffnen wollen, werden sie mit eigenem Personal erledigen und dafür auch alle Kosten übernehmen. „Es geht lediglich um die Findung geeigneter Räume. Hier bitten wir die Stadt um Hilfe“, sagt Kurbjuhn.

Anders sei es mit der Schaffung einer zentralen Stelle für künstlerische Aktivitäten in der Stadt – wie jetzt von Ziesig gefordert. Dort könnte auch der Künstleraustausch mit China angesiedelt werden. Es gebe sogar schon eine Zusage vom Land, die künstlerische China-Schiene zu fördern, „sodass die Stadt mit deutlich weniger Eigenmitteln kalkulieren kann.“ „China bietet ein riesiges Potenzial“, mahnt Kurbjuhn die Stadtpolitik.

Lutz Werner

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