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Das Geheimnis der Mandorla

Russow Das Geheimnis der Mandorla

Ausstellung in der Dorfkirche von Russow widmet sich der Kunst uralter Heiligenscheine

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Die Veranstalterin und Heilkünstlerin Xenia Fitzner mit einem Ausstellungsstück von Künstler Bernd Wolf, das ab Freitag in der Russower Kirche zu besichtigen, aber auch käuflich zu erwerben ist.

Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Russow. Mandorla erscheint in der frühchristlichen Kunst als mandelförmiger Heiligenschein, der den ganzen Körper des Heiligen umgibt. Sie sind ein Symbol für den wahren Menschen zwischen Himmel und Erde. Der Künstler Bernd Wolf (1953-2010) widmete sich dem Thema der Mandorla auf seine ganz eigene Weise. Wie? Das wird ab Freitag um 17 Uhr in der Russower Kirche zu sehen sein, wenn die Ausstellung „Kleine Reisealtäre, Pilger-Mandorlas, Hinter-Glas-Bilder von Bernd Wolf“ von Pastorin Karen Siegert und Xenia Fitzner, Expertin für heimische Heilkunst, eröffnet wird.

OZ-Bild

Ausstellung in der Dorfkirche von Russow widmet sich der Kunst uralter Heiligenscheine

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„Diese Bilder als kleine Reisealtäre passen sehr gut zur neu entstandenen Pilgerherberge und den prächtigen Glasfenstern der Russower Kirche“, sagt Xenia Fitzner. Zur Vernissage wird sie aus dem Katalog „Auf der Suche nach dem Bild“ lesen. Und sie hat sich vorgenommen, bis zum Ausstellungsende Ende August, jeden Freitag von 15 bis 17 Uhr in der Russower Dorfkirche anwesend zu sein und jeweils um 16.30 Uhr über die Pilger-Mandorlas zu sprechen.

„Zur Vernissage sind alle herzlich eingeladen. Es gibt Wein und natürlich Mandeln“, sagt Xenia Fitzner. Die Bilder der Ausstellung gehören zum Nachlass des Künstlers und sind verkäuflich. Sie hingen bereits im Ikonen-Museum der Stadt Frankfurt am Main. Bernd Wolf war weltoffen und allen Religionen zugewandt.

Fast alle Mandorla der Ausstellung entstanden in den Jahren von 1999 bis 2000. Sie sind hinter Glas gemalt, wodurch eine spiegelnde, fließende Struktur entsteht, und tragen, wie alle Werke Bernd Wolfs, keine Titel. Wer die Bilder betrachtet, spiegelt sich darin. Es ist gewollt, dass der Betrachter auf diese Weise auf sich zurückgeworfen wird, um sich selbst zu erkennen.

Während der Ausstellung wird der Film „Die händische Spur“ von Astrid Vogelpohl gezeigt, eine Dokumentation der Arbeitsweise von Bernd Wolf. „Seit den 90ern fasste er keinen Pinsel mehr an und benutzte nur noch Spachtel und seine Hände zum Malen“, sagte Xenia Fitzner. „Er legte die Leinwand vor sich wie einen Tisch und bewegte sich, mit beiden Händen Farbe auftragend, um das Bild herum.“

So verschmolz Vorder- und Hintergrund, Oben und Unten miteinander. „Die scheinbaren Gegensätze vereinigen sich. Bernd Wolf suchte im Leben und Werk die Auflösung der inneren Gegensätze und übte sich in der Sichtweise des I Ging.“

Xenia Fitzner lernte Bernd Wolf gut kennen. Sie trainierten gemeinsam sieben Jahre lang Aikido-Zen bei dem hochrangigen deutschen Aikido-Lehrer Gerhard Walter in Berlin. Er lehrte die Zen-Weisheit:

„Nur stilles Wasser spiegelt die Wirklichkeit. Bewegtes Wasser spiegelt die Wirklichkeit nicht.“ In seinem Studium fernöstlicher Kampfkünste näherte sich Bernd Wolf diesem Zustand des stillen Wassers. Er erreichte hohe Graduierungen im japanischen Bogenschießen und im Aikido-Zen.

Bernd Wolf studierte Malerei, Kunsttheorie und Philosophie, arbeitete als Maler und Fotograf. Seine ungegenständliche Malerei der Farbe berührt existenzielle Themen. Er gründete eine Künstlerbuch-Edition, deren Werke weltweit ausgestellt wurden – in Museen sowie privaten Sammlungen. Zum Reformationsjubiläum 2017 präsentiert die Berliner Grunewaldkirche seinen Bilderzyklus Wandeltriptychon, der jeweils über dem Altar gezeigt wird.

Zur Person

20 Jahre arbeitete Xenia Fitzner als Schauspielerin. Sie studierte Ritualkunst und traditionelle Heilweisen wie Besprechen, was sie als Dozentin auch unterrichtet.

Für die Dortmunder Heilpflanzenschule Phytaro baut sie zurzeit die „Außenstelle Nord“ auf.

Sie ist Yoga- und Aikido-Lehrerin mit eigenen Räumen im Wellnesshaus des Campingparks in Rerik.

Die Russower Kirche ist für interessierte Besucher jeden Tag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Infos: www.berndwolf.net

Sabine Hügelland

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