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„De Drom“ ersteigert Neubukows Bahnhof

Neubukow „De Drom“ ersteigert Neubukows Bahnhof

Düsseldorfer Anwalt spendet nötiges Geld / Verein aus Kröpelin möchte Idee von Kunst-Akademie umsetzen

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Dieses Neubukower Haus wechselte am vergangenen Sonnabend den Besitzer: Der Verein „De Drom“ ersteigerte das alte Bahnhofsgebäude. Fotos: Hoppe

Neubukow. „Ich kenne das Haus noch aus der Zeit, als in ihm der Fahrdienstleiter gearbeitet hat. Ich freue mich, dass hier nun wieder Leben reinkommt und es nicht verfällt. In Kröpelin wurde das mit der Kunst ja auch sehr gut angenommen, wie ich gesehen habe“, meint Jörg Paepcke. Der gelernte Facharbeiter für chemische Produktionsprozesse aus der Nähe von Marlow kennt die Region rund um Rostock sehr gut und seit 1994 insbesondere ihre alten Bahnhöfe, deren Besitzer in den letzten Jahren gewechselt haben.

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Düsseldorfer Anwalt spendet nötiges Geld / Verein aus Kröpelin möchte Idee von Kunst-Akademie umsetzen

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Er ist hier Bahnhofsreiniger und begrüßt jetzt, dass auch das Neubukower Gebäude einen Käufer gefunden hat. So sagt er es an diesem sonnigen Montagmittag zu Christine Borgwald und Hubertus Wunschik vom Verein „De Drom“ aus Kröpelin, der Gesellschaft zur Förderung von Kultur, Bildung und Gemeinwesen in der Regiopole Rostock.

Der Vereinsvorsitzende und seine Stellvertreterin stehen quasi vor ihrem neuen Besitz und schauen dabei nach einem kurzen Rückblick in die Zukunft an dieser Stelle.

„Seit 2012 haben wir daran gearbeitet, dass der Verein De Drom das Neubukower Bahnhofsgebäude für sein Projekt einer Nordischen Kunstakademie erwerben kann“, erinnert Hubertus Wunschik. Christine Borgwald ergänzt sogleich, dass zudem die Bundestagsabgeordneten aus dem regionalen Wahlkreis, Harald Terpe (Grüne), Frank Junge (SPD) und Karin Strenz (CDU) der Bahn bereits vor gut zwei Jahren empfohlen hätten, dem Verein aus Kröpelin diese Immobilie günstig zu verkaufen, um dessen Akademie-Plan zu unterstützen. Schirmherr der Kunstakademie ist seit 2011 der bekannte Künstler Prof. Günther Uecker.

Doch die Bahn legte damals einen „nicht annehmbaren Vertrag“ – so heißt es vom Verein dazu – vor und wartete dann wohl lieber ab.

Zum Versteigerungstermin am vergangenen Sonnabend soll es drei ernsthafte Bewerber gegeben haben. Ein sehr interessiertes Paar aus Berlin/Hannover hatte die OZ am vergangenen Donnerstag nach ihrer Bahnhofsbesichtigung in Neubukow getroffen. Es plante ein Bed & Breakfast-Angebot, sowie eine Foto-Ausstellungsfläche. Doch dank der großzügigen Spende des Düsseldorfer Kunstsammlers Karlheinz Moosecker und finanzieller Unterstützung durch die Ostsee-Sparkasse, konnte der Verein „De Drom“ schließlich seinen Traum wahr machen und das Bahnhofsgebäude von Neubukow nach mehreren Angebotserhöhungen für 12000 Euro ersteigern. Anders, als Kröpelins Bahnhofsgebäude, dass der Berliner Ex-Banker und Mäzen, Dr. Karl Kauermann, erworben und dem Verein „De Drom“ für 16 Jahre überlassen hat, gehöre die Neubukower Immobilie nun direkt dem Verein, sagt Hubertus Wunschik. Das bestätigt der 72-jährige Anwalt im Ruhestand, Karlheinz Moosecker, und begründet am OZ-Telefon sein Engagement so: „Meine Frau und ich sind kunstinteressiert und haben aktuelle Kunst in der Wohnung – da, wo andere Leute Tapeten haben. Zudem kennen wir Hubertus Wunschik schon seit 25 Jahren. Er hatte seine Galerie zunächst im ehemaligen Lebensmittelladen meines Vaters, dann in Mönchengladbach in unserem Häuschen. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft. Privates Engagement hilft manchmal als Problemlösung“.

„Jetzt haben wir uns das Gebäude gesichert, werden gucken, was dringend gemacht werden muss und dann mit dem Architekten den Kostenplan erstellen, den wir auch dem Land zeigen wollen“, erklärt der „De-Drom“-Chef. Der Verein plant hier in der Schliemannstadt vor allem die Wohn- und Arbeitsräume für Studenten der Kunstakademie. „Daran würde auch die Stadt partizipieren, wenn die Studenten zur Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens in Neubukow beitragen“, meint Bürgermeister Roland Dethloff zum „De-Drom“-Projekt. „In diesem Jahr wird man aber noch nichts davon sehen können. Wir bitten da ein bisschen um Geduld. Aber vielleicht werden wir bei einer Taschenlampenführung den Leuten den Zustand des Hauses zeigen und unsere Ideen erläutern“, sagt Christine Borgwald weiter.

Der Stadtführer und Vorsitzende von Neubukows Schliemann-Klub, Hans Albert Kruse, erfährt als einer der Ersten vom Auktionserfolg der Kröpeliner. „Da der Bahnhof jetzt wieder vorzeigewürdig wird, könnten wir das historische Gebäude bald in unsere Stadtführungen aufnehmen“, reagiert der Mann, der mit dem Verein „De Drom“ gerade daran arbeitet, den Neubukow-Kalender 2017 mit historischen Postkarten zusammenszustellen. Darunter Ansichten aus den 30er Jahren von den damaligen Bahnhofsrestaurants für die II. und III. Klasse.

Thomas Hoppe

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