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Deutschlandradio hörte beim Ostrockmuseum rein

Kröpelin Deutschlandradio hörte beim Ostrockmuseum rein

Das überregionale Interesse an der außergewöhnlichen Kröpeliner Einrichtung wächst / Weitere historische Exponate für Sonderausstellung zu 50 Jahren Renft eingetroffen

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„Ich finde es toll, dass diese Kultur hier im Dorf, beim Dorfrock, weitergeführt wird und auch Jugendbands neben den ,Senioren’ auftreten können“, sagt Gudrun Schneider-Nissen (neben ihrem Mann Frank).

Kröpelin. Mit „Alles Originale“ begrüßt Claus-Stephan Rehfeld die Länderreport-Hörer von Deutschlandradio Kultur zu einem gut 20-minütigem Bericht seines Kollegen Michael Frantzen über „Deutschlands einziges Ostrockmuseum in Kröpelin“. Dessen Exponate seien alle Originale und ihre Präsentation hätte nichts Ostalgisches, heißt es in der Anmoderation des Beitrages, der im Internet noch zu hören ist. In ihm kommen auch die Kuratoren der Ausstellung Rüdiger Kropp und Reinhard Dankert zu Wort, die Leiterin des Museums, die beiden Wismarer Dozenten, die zusammen mit zehn Architekturstudenten das Konzept der einzigartigen Exposition entwickelt hatten und eine der beteiligten Studentinnen. Alle waren bei der Eröffnung dieser geschichtsträchtigen Museums-Etage in der Hauptstraße 5 am 3. Juli 2015 dabei gewesen.

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Das überregionale Interesse an der außergewöhnlichen Kröpeliner Einrichtung wächst / Weitere historische Exponate für Sonderausstellung zu 50 Jahren Renft eingetroffen

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Zur indirekten Begründung seiner ursprünglichen Idee von einem Ostrockmuseum gibt der Klein Nienhäger Reinhard Dankert, Gitarrist der Atlas Revival Band, dem Radioreporter für einen Aspekt des Warums folgende Erklärung: „Es gab ja die besondere Situation, dass wir unter einer Käseglocke groß geworden sind. Die Mauer war da. Die ideologische Abtrennung vom Westen war da. Es gab diesen Kalten Krieg. Es war eben DDR-Rock-Musik. Da sie nicht so viel nachspielen durften, haben se eigene Titel gemacht. Und da sie alle Hochschul-Abschluss haben mussten für das Profi-Dasein, haben sie diese Titel auch sehr durchkomponiert. Dadurch ist eine ziemlich eigenen Kunstform entstanden.“

Und das Wachhalten der Erinnerung an diese Kunstform mit ihren vielen Facetten findet nicht nur in Kröpelin und seiner Umgebung, sondern auch weit darüber hinaus Interesse und Anerkennung.

So ordnet das Ende 2015 gegründete Dortmunder Magazin für Vinyl-Kultur „Mint“ in der Juli-Ausgabe einen Besuch im Ostrockmuseum in seine Titelreportage „Plattensammeln in der DDR“ ein. Das Magazin, das seinen Namen von der weltweit gängigen Chiffre für makellose, neuwertige LPs „Mint“ hat, bescheinigt den Kröpelinern „viel Liebe“ bei der Gestaltung ihres Rockmusik-Museums.

„Danke. Sehr gut hat es uns hier im Ostrockmuseum gefallen. Eine gute Sammlung und auch gut recherchiert. Daran sollte man weiter arbeiten, damit Generationen nach uns auch diese Musik nicht vergesen“, meinen Marianne und Klaus Müller aus Thüringen, wie sie am 3. August ins Gästebuch schrieben. Gudrun Schneider-Nissen und ihr Mann Frank kommen aus der Nähe von Saarbrücken und schauen an diesem Montag als Rerik-Urlauber im Kröpeliner Museum rein: „Was hat Silly hier eigentlich für einen Ruf? Die Gruppe scheint mir hier irgendwie unterrepräsentiert“, sagt Frank Nissen kritisch und vermisst auf den ersten Blick mehr Silly-Spuren als ein Plattencover und die „historischen Daten“. Denn der Mann, er ist Kinderpsychologe und Musiktherapeut, kennt Silly seit etwa zehn Jahren und ihm gefällt die Musik und der Gesang von Anna Loos. Seine Frau Gudrun – von Beruf Lehrerin – lobt, dass die Ostrockmusik in Schmadebeck beim Dorfrock weiterlebt und dass auch Jugendbands neben den „Senioren“ auftreten können. Ein Landsmann der Wahlsaarländerin, empfiehlt im Gästebuch dem Museum noch, dass persönliche Fotos von Proben und Touren der Musiker das Ausstellungsangebot ergänzen könnten. Sein Wunsch vom 9. August ist dem Vater des Schmadebecker Dorfrocks quasi Befehl gewesen: Rüdiger Kropp kann dank eines avisierten Renft-Päckchens (von   Christian „Kuno“ Kunert) persönliche Dokumente der einstigen Ostrocker präsentieren und bereitet sie für die Ausstellung vor. „Wir haben hier eine Auszeichnungsurkunde von Kuno für den Song ,Chilenisches Metall’ aus dem Jahr 1974, aber auch die amtliche Verkündung über den Entzug seiner Spiel-Erlaubnis, weil er sich bei den ,Lenintagen’ des Jahres 1970 schlecht benommen haben soll“, erläutert Rüdiger Kropp Teile des Neuzugangs, zu denen auch Originaltexte mit der Handschrift von Kurt Demmler (1943-2009) gehören, die nicht durch die Zensur gegangen sein sollen sowie zahlreiche Zeitungs- und Zeitschriftenausschnitte aus der einstigen Wochenpost, dem DDR-Jugendmagazin „Neues Leben“ (1975) und der „Berliner Zeitung“. „Wir schreiben die Ausstellung fort“, sagt Rüdiger Kropp als amtierender Bürgermeister und sein Hauptamtsleiter Thomas Gutteck ergänzt, dass auch dank der im Juli bestätigten 7215 Förder-Euro nicht nur ein neuer Flyer fertig ist, sondern auch ein Besucher-Podest hinter den Plattenladentisch und der Schriftzug „Ostrock-Museum“ an die Hauswand kommen werden. „Bisher hatten wir ja eigentlich gar keine Werbung gemacht – trotzdem sind in einem Jahr schon über 1000 Besucher gekommen, das ist viel“, unterstreichen die beiden.

Thomas Hoppe

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