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Ein Netzwerk gegen das Vergessen

Kühlungsborn Ein Netzwerk gegen das Vergessen

Initiative „Kultur:Küche“ widmet sich Erhaltung, Schutz und Dokumentation bedrohter Kulturtechniken

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Die Künstler Klaus Plotzki und Dietmar Kampf mit Tillmann Hahn (v.l.n.r.), dem Initiator des Netzwerkes „Kultur:Küche“. Fotos (2): Sabine Hügelland

Kühlungsborn. Drei Künstler bilden in der „Villa Astoria“ in dem Räumen des „Gasthauses“ den Auftakt eines Netzwerkes, dass von Tillmann Hahn initiiert wurde und sich am Donnerstag das erste Mal vorstellte. Noch befindet sich die „Kultur:Küche“ in der Gründungsphase, bis alle dafür notwendigen rechtlichen Schritte abgeschlossen sind.

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Initiative „Kultur:Küche“ widmet sich Erhaltung, Schutz und Dokumentation bedrohter Kulturtechniken

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Kulter:Küche

Das vom Kühlungsborner Gastronom Tillmann Hahn ins Leben gerufene Netzwerk „Kultur:Küche“ will Traditionen der Küchenkultur bewahren.

Mitglieder des Netzwerkes sind Künstler und Kulturinteressierte. Sie widmen sich der Erhaltung, dem Schutz und der Dokumentation der vom Vergessen bedrohter Kulturtechniken.

„Das Netzwerk, dessen Mitglieder Künstler und Kulturinteressierte sind, wird sich mit der Erhaltung, Schutz und Dokumentation der vom kollektiven Vergessen bedrohten Kulturtechniken befassen“, sagt Tillmann Hahn. „Wichtig ist mir jedoch, auch Kulturschaffenden eine Bühne zu geben, damit sie sich bekannter machen können.“

Seine Grundidee ist, ein Netzwerk zu gründen, das unter dem Titel „Kultur:Küche“ eine Win-Win-Situation für Künstler, Gastronomen und Gäste ergibt. Das jedoch vor allem Traditionen bewahren und weitergeben möchte. „Viele ältere Menschen besitzen ein umfangreiches Wissen über die Zubereitung von Speisen. Da könnte ich mir einen Austausch mit der jüngeren Generation vorstellen“, sagt der Gastronom und ergänzt: „Immer mehr Menschen essen Fertiggerichte, schauen sich aber dennoch gern Kochshows an, weil sie Kochen nur noch als Sensation betrachten, weil man es selbst nicht mehr betreibt.“

Ein gemeinnütziges Netzwerk entsteht nun, das verschiedene Aspekte von Kunst und Kultur im Alltag auf verständliche Art und Weise näherbringen möchte. „Durch massive Veränderungen in der Gesellschaft verschwinden heute über Jahrtausende entwickelte Kulturtechniken innerhalb weniger Generationen“, sagt Hahn.

In Tillmann Hahns „Gasthaus“ sind nun Dietmar Kampf (Fotokunst und Grafik), Klaus Plotzki (Malerei und Grafik) und Udo Richter (Metallskulpturen) mit dabei. Die drei Künstler studierten in der ehemaligen Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm und schlossen als Diplom-Designer ab. Sie hielten keine Laudatio, blieben aber im Restaurant für die Gäste ansprechbar.

Immer donnerstags sind im „Gasthaus“ Musiker eingeladen und so spielte der Rostocker Gitarren-Virtuose Tommy Thomann „Finger-Style“ zur Vernissage der ganz anderen Art. „Wir sind extra der Musik wegen hergekommen. Für uns ist es eine perfekte Mischung von Kunst und Essen“, sagt Sandra Werner.

Die Ausstellung soll Fragen aufwerfen: Wie empfinden es Gäste, kunstsinnige Betrachter und Musiker, wenn in einer Kunstausstellung gefeiert, gegessen und getrunken wird? Sind Ess- und Genusskultur gleichwertig mit bildender Kunst und Musik? Können Kulturtechniken wie Malen, Musizieren und Mahlzeiten zubereiten überhaupt nebeneinander bestehen?

Tommy Thomann dazu: „Ich finde die Idee von Tillmann Hahn toll. Meine Musik und das Essen sind handgemacht und die Atmosphäre hier ist sehr angenehm.“ Andere bestätigten das. „Das erinnert mich an Irland, wo sich gern spontan Künstler zusammenfinden und auftreten“, meinte Heike Pabusch als Gast. „Künstlerförderung ist immer eine gute Sache“, äußerte sich Galeristin und Schmuckdesignerin Claudia Brepohl. Und Künstler Klaus Plotzki sagte: „Ich habe schon in Klöstern und Kirchen ausgestellt, warum nicht auch hier?“

Tillmann Hahn sieht das Netzwerk als Ergänzung zu anderen Veranstaltungen der Region: „Es geht um eine Bereicherung des Angebotes und darum, Kunst und Kultur mehr Raum zu geben.“

Generationenübergreifende Angebote wie Konzerte, Küchenworkshops, Seminare, Geschmacks-Schulen und Verkostungen gehören zu den Ideen, die das Netzwerk umsetzen will.

• Internet: www.kultur-mv.de/kultur-anbieter/kulturkueche.

Sabine Hügelland

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