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Fantasie mischt sich mit Wirklichkeit

Kühlungsborn Fantasie mischt sich mit Wirklichkeit

Ausstellung von Pierre Fischer in der Kunsthalle Kühlungsborn

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Pierre Fischer ist gebürtiger Franzose, der schon seit 24 Jahren in Berlin lebt. In der Kunsthalle Kühlungsborn sind seine Werke noch bis zum 31. Juli zu sehen.

Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Kühlungsborn. Kunst- und Kulturwissenschaftler Christoph Tannert fasste es prägnant in seiner Laudatio zusammen: „In den ewigen Weiten der Malerei ist Pierre Fischer ein Magier des lässigen Grenzganges.“ Die neue Ausstellung, am vergangenen Sonnabend in der Kunsthalle Kühlungsborn eröffnet, besticht durch Pierre Fischers Darstellung „offene Räume sich mischen zu lassen“. Seine Bilder sind nicht im Vorbeigehen begreifbar.

OZ-Bild

Ausstellung von Pierre Fischer in der Kunsthalle Kühlungsborn

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Nicht der Betrachter, sondern die Bilder scheinen den Betrachter zu durchschauen. Warum blicken Schafe auf einem Auto, das auf einem Schlauchboot steht, dem ins Wasser Abtauchenden zu? Ist es ein Alptraum, sind es Metaphern aus der eigenen Tiefe des Bewusstseins oder spielen Politik und Wirtschaft beim Schaffungsprozess des Künstlers eine Rolle? Rätselhaft wirken einige seiner Malereien.

Doch wer sich auf sie einlässt, dem erschließt sich das Bild und oft weit mehr. Fantasie mischt sich mit Wirklichkeit. Natürliche und künstlerische Räume treffen aufeinander. Vor allem befruchten sich die Bilder gegenseitig. So finden sich Elemente wie der Octopus in anderen Werken Fischers wieder. Wie oftmals auch Dunkelheit zu Licht wird und umgekehrt. Es berühre ihn auf jeden Fall, was in der Welt passiere, sagt Fischer. Doch ein Pflichtprogramm für seine Kunst mache er daraus nicht. Er übersetzt es auf seine Weise und entwickelt die Dinge weiter. Beeindruckend ist daher auch ein Werk, das Menschen, die den Boatpeople ähneln, in einem Gefährt auf dem Wasser zeigt. Über ihnen schwebt eine durchsichtige Plastiktüte: „Das Bild habe ich zwei, drei Jahre gemalt, bevor das Thema aktuell wurde“, sagt der Künstler.

„Die Bilder entwickeln sich. Es ist das Schöne, wenn man vorher nicht weiß wohin“, sagt Pierre Fischer. Es passiert, dass er Elemente überarbeitet, oder sie verschwinden im Schaffensprozess, um anderen Platz zu machen. Als Traumlandschaften können sie nur im weitesten Sinne bezeichnet werden: „Die Unlogik, die ein Traum hat, ist faszinierend. Sie kann interessant sein, macht unsicher, manchmal auch Angst“, so Pierre Fischer. „Sein Bildbau ist zuweilen gewagt, aber präzise, jeder Farbeinsatz pointiert, das Gefühl selten unglaubwürdig, alles selbstgewiss professionell, ohne kühl zu wirken“, sagt Christoph Tannert, der in Berlin für die künstlerische Leitung des Künstlerhauses Bethanien verantwortlich ist. „Pierre Fischer trifft den Ton der Zeit und ist exakt da, wo er sein will“, sagt er und ergänzt: „Er nimmt sich Freiheiten. Er lässt das Spontane walten und kalkuliert Zufälle ein.“ Pierre Fischer studierte von 1986 bis 1990 Kunst in Paris. Der gebürtige Franzose absolvierte ein Gaststudium an der Kunstakademie Düsseldorf und wählte schon 1992 Berlin als seine neue Heimat.

Aber Kühlungsborn gefällt ihm, auch wegen des Lichtes in der Kunsthalle. „Einfach perfekt. Ich würde sie sofort als Atelier nehmen“, so der 48-Jährige, der im Berliner Stadtteil Schöneberg lebt.

Viele Kunstvereine hätte er bereits kennengelernt und nun auch den in Kühlungsborn: „Ich komme so auch mit Menschen zusammen, die sich vorher nie mit Kunst auseinandersetzten.“

Besonders schön sei die Erfahrung mit Kindern, weil sie offen für alles seien. Seine Bilder sollen reisen, sagt Pierre Fischer. Nur so entstehen neue Begegnungen, die inspirieren und weiterbringen.

In der Kunsthalle sind auch kleine Bilder und Radierungen von ihm zu sehen. Figuren auf den kleinen Malereien finden sich abgewandelt auch im Großen: „Manche wollte ich im kleineren Raum noch einmal schaffen“, sagt Fischer.

„Sein Spiel mit Raum und Zeit faszinierte mich sofort“, meint Kunsthallen-Leiter Franz-Norbert Kröger.

Die Ausstellung mit Werken von Pierre Fischer ist noch bis zum 31. Juli in der Kunsthalle zu sehen. Diese ist von dienstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Sabine Hügelland

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