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„For ever Heinrich Schliemann“

Neubukow „For ever Heinrich Schliemann“

Christian Bresching tritt Nachfolge von Hans Albert Kruse als Klub-Vorsitzender in Neubukow an

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Hans Albert Kruse (l.) sieht den Schliemann-Klub gut aufgestellt und freut sich, dass Christian Bresching (r.) sein Nachfolger als Vorsitzender ist. Beide stehen an der Schliemann-Büste von Rainer Kessel aus Neu Nantrow.

Quelle: Foto: Thomas Hoppe

Neubukow. Abschied nach 28 Jahren an der Spitze – und alle nehmen die Sache sportlich.

„For ever (für immer) Heinrich Schliemann“, steht auf dem T-Shirt, das Hans Albert Kruse auf dem nebenstehenden Foto trägt. „Das habe ich von meinen Kumpels hier geschenkt bekommen – ist das nicht niedlich“, sagt der Neubukower, der sich am Mittwochabend im Bürgerhaus als langjähriger Vorsitzender des Heinrich-Schliemann-Klubs verabschiedete.

Der heute 74-Jährige hatte seit Januar 1989 die Geschicke dieses Klubs gelenkt. Sein Vorgänger, Wolfgang Frank, war in der Nacht vom 20. zum 21. Januar gestorben, unmittelbar nach einer Gesprächsrunde mit dem damaligen stellvertretenden Kulturminister der DDR, Klaus Höpcke, zum Thema „Tendenzen und Streitpunkte in der DDR-Literatur heute“.

Hans Albert Kruse gehörte schon seit Anfang der 1970er Jahre zur hiesigen Gruppe des Kulturbundes, aus der dann 1978 die Schliemann-Gesellschaft wurde und schließlich der Heinrich-Schliemann-Klub erwuchs.

Für den März 1989 organisierte der gebürtige Blankenhäger bereits einen Klubabend mit dem damaligen Direktor des Mitteldeutschen Verlags, Dr. Eberhard Günther, einer Lektorin und der Absatzleiterin.

„Unter meiner Führung hat es in den vergangenen 28 Jahren ungefähr 350 Veranstaltungen gegeben (wie mit Christa Wolf, Arved Fuchs, Walter Kempowski, Hermann Kant, Kurt Nolze, Rüdiger Nehberg, Helmut Sakowski, Besuche in Ateliers und an der Ausgrabungsstätte des eigentlichen Reriks bei Groß Strömkendorf), erinnert sich Hans Albert Kruse und sagt dann schmunzelnd: „am Ende dieser Zeit steht eine Pleite“ – „Und am Anfang meiner Amtszeit auch“, wirft Kruse-Nachfolger Christian Bresching (66) gleich ein.

Beide Männer meinen den nach der Vorstandswahl am vergangenen Mittwoch geplanten Filmabend. Der eingeladene Gast hatte den Termin aus den Augen verloren. „Das passiert, wir sind alle nur Menschen“, meint der neue Klubvorsitzende und hat den Filmemacher für nächstes Jahr wieder auf den Veranstaltungsplan gesetzt.

Zum von 18 anwesenden Klubmitgliedern einstimmig gewählten Vorstand zählen neben Christian Bresching (seit 2002 im Klub) auch der langjährige Stellvertreter Peter Raschke, die Schatzmeisterin Sigrid Kleinert, die Schriftführerin Sabine Tonn und Burkhard Albrecht. Hans Albert Kruse erklärt dazu noch, dass nach der Klub-Satzung die einfache Mehrheit der anwesenden Mitglieder (insgesamt sind es derzeit 39, zwei kommen im Januar dazu) zur Wahl ausreiche. Er habe sich nicht wieder zur Wahl gestellt. „Wir haben doch einen arbeitsfähigen Vorstand, befähigte Nachfolger – das war für mich ausschlaggebend, beruhigt sagen zu können, ich mache jetzt Platz für neue Ideen und andere Gedanken. Man muss auch loslassen können“, sagt Hans Albert Kruse. Doch er wolle jetzt nicht in den Winterschlaf gehen, er bleibe aktiv. „Die Bildauswahl für den Neubukow-Kalender 2019 ist erfolgt“, sagt er und lenkt den Blick bereits auf den 200. Geburtstag des Troja-Entdeckers im Jahr 2022:

„Die Berliner Museen planen eine große Sonderausstellung. Die Anträge an das Bundesfinanzministerium für die Herausgabe einer Gedenkmünze und von Briefmarken sind vorformuliert. Mal sehen, was Neubukow beisteuern kann.“ „Vielleicht schaffen wir es noch einmal, dass das Kirchenbuch mit dem originalen Taufeintrag Schliemanns aus dem Domarchiv in Ratzeburg in der Öffentlichkeit gezeigt werden kann“, geht Christian Bresching darauf ein und sagt zur Zukunft der Klubarbeit: „Wir im Vorstand werden uns bemühen, die gute Arbeit von Hannes fortzusetzen, ohne Qualitätseinbruch. Er hinterlässt große Fußstapfen. Es wird schwer sein, sie auszufüllen, aber wir kriegen das hin“. Für das Jahr 2018 kündigt er an, dass es Klubabende unter anderem mit Kapitän Hans-Hermann Diestel, Filmemacher Sebastian Lindemann, über eine Bali-Reise, über Archäologen des 19. Jahrhunderts, mit einem Krimi-Autoren und über die Situation in Iran geben soll. Christian Bresching sagt dazu: „Wir haben also weiter ein breites Spektrum. Wir wollen ja nicht nur die Mitglieder unseres Klubs erreichen, sondern auch ein etwas breiteres Publikum. Das hat sich in den letzten Jahren bewährt.“

Thomas Hoppe

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