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Gute Aussicht: Tausende Gäste in Museen

Kühlungsborn Gute Aussicht: Tausende Gäste in Museen

Die Einrichtungen in Kühlungsborn und Rerik erweitern sich ständig und werden gut angenommen

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Knut Wiek vom Grenzturmverein mit dem 13-jährigen Urlauber Julian Rotter in der Kanzel des Grenzturms in Kühlungsborn.

Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Kühlungsborn. Wenn Knut Wiek den Grenzturm aufschließt, bildet sich schnell eine Traube von Interessenten. Ihr Ziel: Ganz nach oben in die Kanzel klettern und von dort den 360 Grad-Blick erhaschen über das Gebiet, das die Grenzsoldaten der DDR einst unter Kontrolle hielten. Der Grenzturm, die Infowand und das Museum in Kühlungsborn Ost bilden eine große Attraktion im Ostseebad. In Kühlungsborn locken jedoch noch mehr Museen: Stadtgeschichte bietet die Heimatstube „Haus Rolle“, Einsbahngeschichte das Mollimuseum direkt am Bahnhof West. Und auch in Rerik gibt es die Vergangenheit zum Greifen. Tausende Gäste besuchen jährlich die Einrichtungen.

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Die Einrichtungen in Kühlungsborn und Rerik erweitern sich ständig und werden gut angenommen

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Um die 3500 Besucher im Jahr besuchen uns auf jeden Fall. Hinzukommen noch viele, die sich draußen die Schautafeln anschauen.“Knut Wiek,

Vorsitzender des Grenzturmvereins

Den Grenzturm gäbe es so nicht mehr, wenn sich nicht Enthusiasten der Geschichte stark gemacht und einen Verein geründet hätten und damit Weitblick bewiesen: der Turm ist ein Besuchermagnet, auch für die Jugend. „Mein Opa hat mir auf der Fahrt hierher viel über diese Zeit erzählt. Ich selbst hatte allerdings das Thema noch nicht in der Schule“, sagt der 13-Jährige Julian Rotter, der aus der Nähe von Osnabrück stammt. „Ich finde das echt spannend hier.“ Zwei Gästebücher werden jährlich im Museum vollgeschrieben. „Um die 3500 Besucher im Jahr besuchen uns auf jeden Fall. Hinzukommen noch viele, die sich draußen die Schautafeln anschauen“, so der Vereins-Vorsitzende Knut Wiek.

Im Gästebuch sind viele solcher Eintragungen zu lesen: „Gut, dass man diese schrecklichen Dinge nicht vergisst.“ Oder: „Zum Glück habe ich das nicht mehr erlebt.“ Ehemalige Grenzsoldaten schauten schon vorbei. Menschen, die flüchteten, und solche, die sie aufhielten. Für Knut Wiek uns seine Mitstreiter ist es immer wieder ein positiv emotionales Erlebnis, wenn es zu Diskussionen über diese Zeit kommt. Ein neues Objekt im Museum zeigt in zehn Schubladen Gerichtsakten und Klageschriften – auch Besucherformulare für das Gefängnis. Darin ist zu erfahren, dass das Mitbringen von zwei Kilogramm Obst und einem Geschenk im Wert von zehn Mark erlaubt war. „Wir besitzen einen großen Fundus“, so Knut Wiek, der auch wissen ließ, dass die Wechselsprechanlage, die einst zur Kontrollstelle führte, wieder funktioniert.

Nicht weit entfernt in der Ostseeallee 18 befindet sich die Heimatstube, die sich vor allem mit der Entwicklung des Badewesens in Fulgen, Arendsee und Brunshaupten befasst, den Orten, aus denen 1938 das Ostseebad Kühlungsborn gegründet wurde. Seit einem Jahr kümmert sich Mandy Marter um die Heimatstube. Im Haus finden Buchlesungen zur Geschichte der Stadt und zur Ur-und Frühgeschichte statt.

„Viele Einheimische waren zuvor noch nicht hier und staunen, wie schön das Haus ist“, so die Leiterin. Um die 2600 Gäste besuchten 2015 die Heimatstube. In diesem Jahr waren besonders die Monate Mai und August gut besucht. Die DDR-Geschichte ist der Favorit von Mandy Marter. „Hier stehen jetzt auch Vitrinen mit Figuren aus dieser Zeit wie der Sandmann, Matroschkas und anderes, das uns eine Kühlungsbornerin vorbeibrachte.“ Der elegante Damensalon aus der Zeit der Jahrhundertwende ist jedoch ebenso spannend wie all die anderen 1723 Exponate, darunter auch Leihgaben. Weitere befinden sich im Fundus.

In West befindet sich am Bahnhof das Mollimuseum . Es wird vom Molliverein geführt, der sich vorrangig jedoch um den Aufbau historischer Wagen kümmert, aber auch das Museum ständig erweitert.

Seit über sechs Jahrzehnten existiert ein Heimatmuseum in Rerik. Dort hat Thomas Köhler seit über 20 Jahren als Leiter den Hut auf und kann sich jedes Jahr über um die 7500 Gäste freuen. Die Ausstellung wächst stetig. Das Heimatmuseum ist ein Erlebnisort mit über 1000 Exponaten, wobei nicht alle in der Schausammlung zu sehen sind. Besucher erleben eine Zeitreise, die in der Ur-und Frühgeschichte beginnt, bei der um die 830 Partien – Einzelstücke und Gruppen – zu sehen sind. Weitere 260 Partien bilden die Fossilien. 2011 eröffnete die Bibliothek im neuen Anbau am Museum. Im gleichen Jahr wurde das Haus der Begegnungen „Kösterschün“ eröffnet.

Sabine Hügelland

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