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„Hansischer Botenkurs“ bewegt sich auf Neubukow zu

Neubukow „Hansischer Botenkurs“ bewegt sich auf Neubukow zu

Wedeler Grafiker und Kartograf bereitet Sonderausstellung in der Schliemannstadt vor

Neubukow. Sozusagen ein alter Bekannter macht dieser Tage Fotos im Sonderausstellungsraum des Neubukower Bürgerhauses.

 

OZ-Bild

Jürgen Pieplow zeigt auf einem Musterbanner den Verlauf des Hansischen Botenkurses durch Neubukow.

Quelle: Thomas Hoppe
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Ich definiere mich als Mecklen- burger und habe ,fliegende Ateliers’.“Jürgen Pieplow, Grafiker aus Wedel

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Jürgen Pieplow zeigt auf einem Musterbanner den Verlauf des Hansischen Botenkurses durch Neubukow.

Quelle: Thomas Hoppe
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Ich definiere mich als Mecklen- burger und habe ,fliegende Ateliers’.“Jürgen Pieplow, Grafiker aus Wedel

Nach 18 Jahren möchte der gebürtige Rostocker Jürgen Pieplow wieder mal in der Schliemannstadt etwas Historisches präsentieren. Nachdem der Wahlwedeler (aus dem Kreis Pinneberg) im Jahr 1999 die Neubukower und ihre Gäste in seinen früheren Briefwechsel mit dem bekannten Grafiker Armin Münch (1930 bis 2013) blicken ließ, bereitet er nun für das Jahr 2017 eine Schau über den „Hansischen Botenkurs“ vor.

„Er hat auch Spiegelillustrationen gemacht, das ist ebenfalls interessant. Illustrationen für das Titelblatt des Nachrichtenmagazins“, wirft die Leiterin des Bürgerhauses, Sabine Tonn, ein und denkt offensichtlich schon über ein weiteres Ausstellungsthema nach.

Jürgen Pieplow ist schließlich auch Grafiker. Zudem sei er Kartograf, Zeichner und Texter betont der Mann, der „fliegende Ateliers“ sein Eigen nennt. Er komme gerade aus so einem Atelier in Rostock – „mit der Bahn“ – um in Neubukow Ausstellungen in der Zukunft zu besprechen. So plane er im kommenden Jahr den „Hansischen Botenkurs“ zu präsentieren. „Eine Fernverbindung des späten Mittelalters von Westeuropa bis Nowgorod im Osten, die auch durch Neubukow führte“, erklärt Jürgen Pieplow.

Zu diesem Thema habe er sehr genau recherchiert und bereits im Vorjahr in seinem Wohnort Wedel (Schleswig-Holstein) eine zugeordnete Ausstellung präsentiert.

Was seine Arbeit als Gestalter von diversen Titelseiten des Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ betrifft, sagt der gebürtige Mecklenburger nur so viel: „In den 1960er Jahren habe ich Wirtschaftsthemen und dramatische Dinge, die damals politisch dran waren, dargestellt. Ich gehörte zum engeren Kreis der freien Mitarbeiter eines bestimmten Artdirectors, der damals ausschließlich für die Spiegel-Titelgeschichten das Sagen hatte. Als der dann den Generationswechsel erleben musste, war der Clan ringsherum natürlich auch weg“. Eine Extra-Schau dieser Titelseiten sehe er jedoch nicht vor, eher die entsprechende Ausstattung jeweils einer Vitrine unter dem Motto: „Was hat der Alte noch gemacht?“

„Welche Ausstellung wir hier auch immer machen“, schickt er dieser Idee hinterher und denkt demnach daran, der Botenkurs-Schau eine Neuauflage der 1999 in Neubukow gebotenen Präsentation des illustrierten Briefwechsels mit Armin Münch folgen zu lassen.

„Es liegen so viele derartige Briefe im Deutschen Historischen Museum in Berlin, die auch gerne wieder ausgeliehen werden. Damit könnte die Auswahl der Exponate eine andere sein“, blickt der 80-Jährige dabei voraus.

Jürgen Pieplow hatte 1954 in Rostock sein Abitur gemacht und „durfte aus ideologischen Gründen nicht studieren: Mein Vater war Malermeister und galt damals – wie Handwerker und Mittelständler generell – als Klassenfeind. Der durfte nicht noch gefördert werden...“.

Doch der junge Pieplow war optimistisch und begab sich quasi in eine Warteschleife, um letztlich doch noch studieren zu können.

„So kam ich zur Ostsee-Zeitung und zeichnete z.B. eine wöchentliche Stadtserie in Rostock und in Ribnitz-Damgarten mit jeweils vier Karikaturen, die immer etwas anprangerten, wie die mangelnde Sauberkeit einer öffentlichen Toilette oder Probleme mit der Straßenbahn“, erinnert er sich. Nachdem er sich drei Mal „qualifiziert“ habe – auch in einem Kurs von Armin Münch – durfte er immer noch nicht in der DDR studieren und ging deshalb 1956 an die Hochschule für Bildende Künste in Westberlin, wo er sein angestrebtes Studium abschloss. „Da waren jede Menge Studenten, die unter diesen Bedingungen auch abgehauen waren“, sagt Jürgen Pieplow heute und betont aber sofort: „Ich habe die Verbindung dahin, wo ich herkomme, niemals aufgegeben“. Seit der Wende hat er sich auch an der Ostseeküste einen Namen als Gestalter historischer Wanderkarten gemacht.

Thomas Hoppe

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