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Hotel „Polar-Stern“ wird zum Jazz-Club

Kühlungsborn Hotel „Polar-Stern“ wird zum Jazz-Club

„Swingin’ Seagulls“ spielen am Sonntag ihr Premieren-Konzert / Die Band wurde von Prominenten gegründet

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Die „Swingin’ Seagulls“ – das sind: Enrique Marcano-Gonzalez, Franz-Josef Lübken, Andreas Pasternack und Christian Ahnsehl (v. l.). Rostocks populärer Jazz-Musiker Pasternack und Swing-Pianist Lübken sind die Initiatoren der Band-Gründung.

Quelle: privat

Kühlungsborn. The „Swingin’ Seagulls“ – die swingenden Möwen – werden am kommenden Sonntag im Hotel „Polar-Stern“ ihr Premieren-Konzert spielen. Swing der 1920er und 1930er Jahre. Musik, bei denen die Zuhörer schon bei den ersten Takten mit den Füßen mitwippen.

Die Band wurde erst im Frühjahr dieses Jahres gegründet, die Initiatoren sind zwei Prominente: Prof. Dr. Franz-Josef Lübken, der Direktor des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik Kühlungsborn – ein weltweit führender Atmosphärenphysiker, der sich auch als Jazz-Pianist und Arrangeur von Swing-Titeln in der deutschen Jazz-Szene einen Namen gemacht hat. Und Andreas Pasternack aus Rostock – Mecklenburg-Vorpommerns wichtigster Jazz-Musiker, der weltweit unterwegs ist und von Solo-Auftritten bis hin zur eigenen Big Band ein geradezu riesiges Spektrum abdeckt.

Die Band spielt in der Besetzung Andreas Pasternack (Gesang/Saxophon), Franz-Josef Lübken (Piano), Christian Ahnsehl (Gitarre) und Enrique Marcano-Gonzalez (Kontrabass). Der Rostocker Ahnsehl und der in der Hansestadt lebende Marcano-Gonzalez aus Venezuela sind beide Berufsmusiker, mit denen Pasternack immer wieder zusammen spielt.

„Andreas Pasternack und ich haben schon länger darüber nachgedacht, gemeinsam ein musikalisches Projekt zu machen. Ende 2015 haben wir uns dann mal zusammengesetzt und konkret geredet. Es folgte die Gründung der Band und im Frühling dieses Jahres gab es – nachdem wir uns über die Stücke geeinigt und zusammengespielt hatten – im ,Polar-Stern’ ein inoffizielles Probe-Konzert“, so der Professor.

Trotzdem es nur Mundpropaganda gab, „war der große Saal voll und die Leute haben fast auf den Tischen getanzt. Und wir Musiker haben gemerkt, dass wir zueinander passen“, erzählt Lübken.

„Swing-Musik und ihre frühe Form Hot Jazz sind das schwarze Original, das seine Blütezeit in den 1920er und 1930er Jahren in Chicago und New York erlebte. Sehr rhythmisch und melodiebetont, für die Zuschauer geradezu leicht wirkend. Aber wegen der Perfektion, die nötig ist, schwer zu spielen“, erklärt Lübken. Mit dem Dixieland, der nach dem zweiten Weltkrieg populär wurde und manchmal sogar den Schlager tangiert, habe Swing-Musik kaum etwas zu tun: „Das ist das, was weiße Musiker später daraus gemacht haben.“

Pasternack, der musikalisch ein sehr breites Spektrum bedient, war sofort fasziniert von der Idee des Professors, eine Swing-Band zu gründen. „Die frühe Swing Musik der 20er und 30er haben ich und meine Partner bisher kaum gespielt. Diese vielen super geschriebenen Stücke – die aber heute kaum noch jemand kennt –, die Franz-Josef Lübken da auf einmal hervorholte, haben mich sofort überzeugt“, so Andreas Pasternack.

Lübken ist seit fast vier Jahrzehnten ein Kenner des Hot Jazz, aus dem dann der Swing der 30er und 40er entstand. Gleich am Beginn seines Studiums in Bonn, im Jahr 1977, gründete er gemeinsam mit Freunden die „Doktor Jazz Ambulanz“. Eine Band, bestehend aus Amateurmusikern, die sich dieser Musikrichtung verschrieb und die es heute noch noch gibt. Seit 1999, als Lübken Chef des Kühlungsborner Instituts wurde, kommt die Band regelmäßig an die Ostseeküste und spielt in Kühlungsborn und Bad Doberan. Ihre diesjährigen, gefeierten Auftritte beim Jazz-Picknick auf dem Doberaner Kamp und in Kühlungsborn Anfang August sind noch frisch in Erinnerung.

Franz-Josef Lübken, der ab dem fünften Lebensjahr – insgesamt 13 Jahre lang – eine klassische Ausbildung als Pianist erhalten hatte, wurde von Beginn an der musikalische Kopf der „Doktor Jazz Ambulanz“, der die Arrangements für die Stücke aus den 20er und 30er Jahren schrieb.

Albrecht Kurbjuhn, der Inhaber des „Polar-Sterns“, freut sich schon jetzt auf das Konzert. „Dr. Jazz und Pasternack in einer Band – das ist eine tolle Symbiose, die Spaß machen wird“, sagt er.

Konzert: „Swingin’ Seagulls“, 4. September, 19.30 Uhr. Tickets 15 Euro. Reservierung: ☎ 038293/8290

Lutz Werner

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