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„Kinder müssen sich entdecken können“

Bad Doberan „Kinder müssen sich entdecken können“

Daniela Melzig ist die neue Leiterin der Jugendkunstschule im Kornhaus Bad Doberan

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Daniela Melzig ist seit Oktober neue Leiterin der Jugendkunstschule. Sie selbst ist Künstlerin und hat schon oft ausgestellt.

Quelle: Anja Levien

Bad Doberan. Sie ist Chemikerin, Lehrerin und Künstlerin: Daniela Melzig ist die neue Leiterin der Jugendkunstschule im Kornhaus in Bad Doberan. Das Leben der 47-Jährigen verlief nicht gradlinig, jahrelang pendelte die gebürtige Bielefelderin zwischen Belgien und Mecklenburg-Vorpommern. Am Strand von Börgerende entschied sie sich endgültig, nach Mecklenburg-Vorpommern zu ziehen.

Mit Daniela Melzig haben wir jemanden gewonnen, der in der Öffent-

lichkeitsarbeit und Medien-

gestaltung Stärken hat.“Ronald Richardt, Kornhaus-Geschäftsführer

Daniela Melzig war schon immer Künstlerin: „Das fing schon im Kindergarten an.“ Da habe sie viel gebastelt und gesungen. „Ich fand es fürchterlich, Puppen geschenkt zu bekommen. Ich habe mir aus dem Gestell vom Puppenwagen ein Segelboot gebaut“, erinnert sie sich. Doch trotz ihrer Kreativität startete sie nicht gleich ein Kunststudium, auch ihrer Eltern wegen. Mit 15 Jahren begann sie eine Ausbildung zur Chemisch-Technischen Assistentin. „Ich hatte Glück, dass Chemie mir leicht fiel, wollte aber immer Künstlerin werden.“ Nachdem sie einige Jahre im medizinischen Labor gearbeitet hatte, begann sie 1994 an der Akademie der Bildenden Künste in Maastricht zu studieren. 1999 schloss sie das Studium ab und legte von 2008 bis 2009 nach: An der Autonomen Hochschule Eupen in Belgien bildete sie sich im Fach Europäischer Lehrbefähigung Kunst & Gestaltung weiter. 2009 fing sie als Lehrerin an der Ecolea in Schwerin an. Da war sie schon lange als freischaffende Künstlerin tätig.

Daniela Melzig beschäftigt sich mit der Fenster- und Glasmalerei. „Ich habe eine Glasdrucktechnik entwickelt und drucke alte Fotos auf Glas“, sagt sie. In Eichelberg initiierte sie das Projekt „Eine Raute für Eichelberg“. „Jeder Besucher soll eine Raute bemalen, daraus wird dann ein Fenster zusammengesetzt“, erzählt Melzig. Die Kunstform, die Besucher mitnimmt, nennt sich partizipatorische Kunst: „Ich bin immer schon so ein Typ gewesen und gestalte mehr Gemeinschaftsprojekte.“

Als Leiterin der Jugendkunstschule freut sie sich, dass sie nun längerfristige Projekte initiieren kann: „Dadurch kann man mehr bewirken und länger mit den Menschen arbeiten.“ Ideen hat die 47-Jährige, möchte aber erst Kornhaus und Kollegen kennenlernen. Dabei ist ihr das Kornhaus nicht neu. „Ich war hier 2011 zu einer Fortbildung und bin 2015 zur Vorsitzenden des Landesverbandes für Kunstpädagogik gewählt worden“, erzählt sie. Mittlerweile ist Melzig im Bundesvorstand. Eine weitere Verbindung hatte sie 2013 in einem Kloster in Frankreich. „Da war ich in einer alten Bibliothek und habe Fotos von einer Nonne gefunden, die hatte den Schatten von einem Fensterkreuz auf ihrer Kutte. Das habe ich dann gemalt“, erzählt sie. Das Bild hat Ähnlichkeit mit dem Logo des Kornhauses.

Kunst gehört für Daniela Melzig dazu. „Ohne sie würde ich sterben“, sagt sie und lacht. Wenn man den kreativen Bereich bei Kindern fördert, dann fördere man auch die Selbstständigkeit, sagt sie.

„Kunst ist auch Kultur und hat viel mit Identität zu tun. Kinder müssen sich auch selbst entdecken können.“ Aus ihrer Sicht gibt es zu wenig Kunstlehrer. In der Schule würde rationales Denken gefördert, „dadurch wollen Kinder genaue Anweisungen, dass kann eine Kunststunde in der Woche nicht aufwiegen“. Daniela Melzig tritt die Nachfolge von Barbara Krause an. „Mit Daniele Melzig haben wir jemanden gewonnen, der in der Öffentlichkeitsarbeit und Mediengestaltung Stärken und den Anspruch hat, dass die Jugendkunstschule noch sichtbarer wird und ihre Auswirkung steigert“, sagt Kornhaus-Geschäftsführer Ronald Richardt.

Herbstsemester

18 Kurse bietet die Jugendkunstschule im Herbstsemester an. Etwa 160 Kinder und Jugendliche besuchen diese. Noch sind in einigen Kursen Restplätze frei.

Angeboten werden unter anderem Holzwerkstatt, fünf Tanzkurse, darunter zwei Streetdance und zwei für die Frühförderung, Keramik, Zeichnen, Comiczeichnen, Trickfilm mit Knetfiguren, Metallgestaltung und Theater oder ein Mappenkurs, bei dem Bewerbungsmappen für Kunsthochschulen angefertigt werden. Wer Interesse hat, kann sich unter ☎ 038 203/62 336 oder ☎ -62 280 anmelden.

Anja Levien

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