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Kröpelin: Kunst-Graf startet Literaturtage

Kröpelin Kröpelin: Kunst-Graf startet Literaturtage

Lo Graf von Blickensdorf und Freundin Joelle Meissner versprechen humor- und sinnvollen Sonntagnachmittag

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Freuen sich schon auf die szenische Lesung am Sonntag ab 16 Uhr im Kröpeliner Bahnhof: Lo Graf von Blickensdorf und Joelle Meissner — hier am Freitag vor dem Grand Hotel Heiligendamm.

Quelle: Thomas Hoppe

Kröpelin. „Es ist unser erstes Mal und wir sind total begeistert“, schwärmt Lo Graf von Blickensdorf neben seiner Freundin, die sich bei ihm eingehängt hat.

Die beiden sind ein Künstlerpaar und weilen zum allerersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern — auf Einladung des Kröpeliner Vereins „De Drom“.

Ihr Navi hat sie von der Autobahn zur Abfahrt Doberan geführt und dann begann „die parkähnliche Landschaft mit ihrem zarten Grün gerade“, die für diese beiden Gäste zunächst in die weiße Stadt am Meer mündete.

Hier wird das Paar sogleich von einer TV-Crew für das NDR-Nordmagazin vom Samstag ins rechte Kameralicht gerückt. „Nächstes Wochenende will uns das österreichische Fernsehen in Karlsbad filmen“, wirft Lo(thar) Blickensdorf ein, wie der Mann vor rund zehn Jahren noch hieß. Damals war der Maler, Grafiker und Fernsehschreiber auf die Idee gekommen — wie Jürgen von der Lippe oder Hella von Sinnen — sich einen blaublütig angehauchten Künstlernamen zu geben.

„Das war die beste Entscheidung in meinem Leben“, sagt der heute 65-Jährige zurückblickend und erzählt, wie er zum Beispiel als Bahncardbesitzer der 1. Klasse vom plötzlich strammstehenden Schaffner lautstark gute Reisewünsche als „Herr Graf“ erhält. „Dann gehen alle Köpfe zu mir rüber und denken, ach so sieht ein Graf aus...“

„Ich bin auch Satiriker und halte der Gesellschaft einen Spiegel vor“, ergänzt der „moderne Eulenspiegel“, wie ihn der Fürst zu Schaumburg-Lippe bei facebook nannte. Und seine Kunst zahlt sich sogar aus, auch wenn er gern sein leeres Portemonnaie mit Flamme zeigt, um zu verdeutlichen, wie abgebrannt er eigentlich sei. Immerhin hat der einstige Texter für die Harald-Schmidt-Show und Drehbuchautor für solche Serien wie „Soko Leipzig“ und „Streit um drei“ das Buch „Werden Sie doch einfach Graf! Biste was, kriegste was“ erfolgreich auf den Markt gebracht.

Darin erzählt Lo Graf von Blickensdorf auf humorvolle Art von seinen kuriosen Erfahrungen als frischgebackener Aristokrat. Und noch immer wird er aufgrund seines Namens eingeladen: „Sonst wäre ich ja auch nicht hier“, sagt er dazu schmunzelnd.

Am morgigen Sonntag möchte der Autor und Kunst-Graf gemeinsam mit der Malerin, Schauspielerin, Bildhauerin und „sehr engen Freundin“, Joelle Meissner, in Kröpelin seinen Gästen eine szenische Lesung aus dem Graf-Buch bieten. Zudem hat er ein einziges Exemplar von einem nagelneuen Werk aus dem Emons-Verlag im Gepäck, das den Titel trägt: „111 Berliner, die man kennenlernen sollte“. Nr. 75 ist darin Lo Graf von Blickensdorf. „Adelig aus Leidenschaft“ steht da unter seinem Namen. Und er sagt: „Ich bin kein Hochstapler, der sich irgendetwas erschleichen will. Ich sage immer, dass ich einen Künstlernamen trage und habe gemerkt, dass ich auch davon nur Vorteile habe.“

Da sich der Künstler mittlerweile sogar einen Namen als „Tortenblogger“ gemacht hat, serviert ihm das Grand Hotel Heiligendamm beim NDR-Dreh die Schokoladen-Torte „Alexandrine“, die nun auch im weltweiten Netz bei facebook Appetit machen kann.

Nach dem Käffchen nähern sich die beiden Gäste des Vereins „De Drom“ ihrem eigentlichen Ziel an diesem Wochenende — Kröpelin. Hier wollen sie in der Suite der Villa 1923 übernachten, bevor sie dann am Sonntagnachmittag im KulturBahnhof die hiesigen Literaturtage eröffnen werden.

Eintritt zur Lesung am Sonntag, dem 24. April, um 16 Uhr inklusive einer Tasse Kaffee und einem Stück Torte an der Nachmittagskasse 18 Euro. Mit Signier(viertel)stunde.

☎ 0151-12411289

Volles Programm

. Der Verein „de Drom e.V.“ lädt vom 24. April bis zum 8. Mai zu den 2. Literaturtagen in den Bahnhof Kröpelin ein. Der Auftakt ist am Sonntag, 24. April, um 16 Uhr die Lesung „Werden Sie doch einfach Graf“ von Lo Graf von Blickensdorf. Der Berliner Künstler erzählt dabei von seinen Erfahrungen als frischgebackener Aristokrat. Im Filmklub wird am Dienstag, 26. April, ab 20 Uhr „Der Vorleser" gezeigt — eine prominent besetzte Verfilmung des Erfolgsromans von Bernhard Schlink. Das Musik-Märchen „Vom Fischer un sin Fru“ ist am Freitag, 29.

April, ab 20 Uhr im Bahnhof Kröpelin mit Jobst Melan und den Bands Van Sander sowie Bad Penny zu erleben. Eine plattdeutsche Lesung mit Hans-Peter Hahn und Peter Körner findet am Sonntag, 1. Mai, ab 15.30 Uhr statt. Sie vereint plattdeutsche Witze, humorvolle und deftige Texte. Zum Abschluss der Literaturtage liest die Autorin Ingrid Bacher am Sonntag, 8. Mai, ab 17 Uhr unter dem Motto „Begegnungen und Überlieferungen“ Gedanken zu Else Lasker-Schüler.

Von Thomas Hoppe

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