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Kunst soll Brücken nach China bauen

Kühlungsborn Kunst soll Brücken nach China bauen

Fünf Künstler aus dem Reich der Mitte arbeiten und leben für vier Wochen in Kühlungsborn

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Unsere beiden Chinesen sind sehr angenehme Gäste.Katrin Glatzel Hotel „Hansa Haus“

Kühlungsborn. Die fünf Künstler aus China sind sehr produktiv. Dicht an dicht hängen ihre in Kühlungsborn entstandenen Arbeiten in der Lounge des Hotels „Schloss am Meer“, die ihnen während ihres Arbeitsaufenthaltes im Ostseebad – die Gastgeber sprechen von einer „Künstlerresidenz“ – als Atelier zur Verfügung steht. Mit Meerblick – versteht sich. Es sind meistens kleinformatige Bilder in traditioneller chinesischer Tuschtechnik oder Aquarelle: immer wieder der Strand, die Promenade, markante Häuser wie das „Schloss am Meer“ oder das „Hansa Haus“.

OZ-Bild

Fünf Künstler aus dem Reich der Mitte arbeiten und leben für vier Wochen in Kühlungsborn

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Dr. Xu Hua, Zheng Jun, Fan Junrang, Li Yao und Liu Bo sind gestandene Künstler aus Qingdao am Gelben Meer im Osten Chinas, aus der Nähe von Peking und aus Xi’an, der Stadt, in der die berühmte Terrakotta-Armee ausgegraben wurde. Für eine gut funktionierende Kommunikation sorgt Dolmetscherin Jin Hongyu. Eine junge Frau, die seit sieben Jahren Germanistik studiert – zur Zeit in München – und akzentfrei Deutsch spricht.

Im Gespräch mit den chinesischen Künstler wird schnell deutlich, dass der Arbeitsaufenthalt in der so völlig anderen Landschaft und Kultur für sie etwas Besonderes ist. „Ich versuche – mit den Motiven, die ich hier finde – die traditionelle chinesische Tuschtechnik mit westlichen Techniken der Malerei zu kombinieren“, sagt Xu Hua. Ein Ansatz, den auch seine Kollegen verfolgen. Den ganzen November über sind die Chinesen in Kühlungsborn. Eine Auswahl ihrer hier entstandenen Arbeiten wird am 21. November ab 18 Uhr in einer Ausstellung im Hotel „Polar-Stern“ gezeigt.

„Künstler-Austausch-Programme zwischen China und Europa gibt es viele auf der Ebene von Universitäten, Hochschulen und Akademien. Das, was wir hier erleben, ist jedoch etwas ganz Anderes: Leben und arbeiten in einer wundervollen kleinen Stadt am Meer – in einer ganz normalen Umwelt und mit ganz vielen Kontakten zu den Menschen hier. Das ist sehr inspirierend“, fasst Jin Hongyu in der Übersetzung die bisherigen Eindrücke der Gruppe zusammen.

Das, was für die Maler und Designer aus China – und für die kleine Künstlergruppe aus MV, die zeitgleich in Qingdao ist – etwas Besonderes, Inspirierendes ist, wurde in den zurückliegenden Jahren für die Gastgeber vom Kulturverein „Mecklenburg Inspiriert“ (KMI) Normalität, „die allerdings jedes Mal aufs Neue spannend und aufregend ist“, sagt Initiator Albrecht Kurbjuhn, ein Kühlungsborner Hotelier.

Die Künstler müssen lediglich die Flüge zahlen und ihr Taschengeld mitbringen. Für Unterbringung, Verpflegung und Arbeitsräume sorgen Hoteliers von KMI in ihren Häusern – auch für das umfangreiche Exkursionsprogramm. Denn die Gäste sollen natürlich nicht nur Kühlungsborn kennenlernen.

Den Austausch mit China gibt es seit etwa zehn Jahren. Zuerst knüpfte Kurbjuhn dafür Kontakte mit der chinesischen Botschaft in Berlin. 2014 wurde darüber ein Vertrag zwischen zwei Partnern – KMI in Kühlungsborn und dem Zentrum für chinesisch-deutschen Kulturaustausch in Qingdao – geschlossen. Seitdem reisen auch Künstler aus MV nach China.„In Qingdao unterstützen einflussreiche Leute aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft dieses Projekt, in Kühlungsborn ist unser kleines Häuflein von Unterstützern längst an die Grenzen des Möglichen gelangt“, stellt Albrecht Kurbjuhn fest.

Denn sein Vorhaben, der ganzen Geschichte eine größere und professionellere Dimension durch die Einstellung eines Kultur-Managers zu geben, fand bei der Stadtpolitik keine Gegenliebe. „Eine verpasste Chance. Die Stelle wäre zu 80 Prozent durch das Land förderfähig gewesen“, bedauert Kurbjuhn.

Er und seine Mitstreiter, wie Angelika Garreis, die Direktorin des Hotels „Am Weststrand“, werden jedoch weitermachen. „Durch diesen Künstleraustausch bauen wir Brücken in ein Land mit einem riesigen touristischen Potenzial, zeigen durch die Künstler und ihre Arbeiten, wie schön Kühlungsborn ist. Eines Tages werden wir dort neue Gäste gewinnen“, ist sie sicher.

Lutz Werner

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