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„Lebendige Steine" machen Geschichte erlebbar

Satow „Lebendige Steine" machen Geschichte erlebbar

Satower Verein zählt 20 Mitglieder / Sie machen sich für die Kirchruine und das Heimatmuseum in der alten Schule stark

Satow. Wäre die Ruine abgerissen worden, hätte Satow einen Schatz verloren, der zu den ältesten Bauwerken Mecklenburg-Vorpommerns gehört. Doch die Überreste der frühgotischen Kirche mit der parkähnlichen Anlage, dem ehemaligen Friedhof, wurden bewahrt. Die, die sich für das etwa 800 Jahre alte Gemäuer stark machten und machen, sind die Mitglieder des Vereins „Lebendige Steine — Kirchruine Satow" e.V. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe mit etwa 20 Mitgliedern, die Ruine und Heimatmuseum mit Leben erfüllt und Geschichte erlebbar macht.

Der Verein entwickelt und realisiert im Einvernehmen mit der Gemeinde Satow, der Kirchgemeinde und in Kooperation mit regionalen Interessenten nachhaltige Nutzungskonzepte. „Auch, um junge Leute für Geschichte zu begeistern", sagt Mitglied und Pädagogin Carmen Giertz. Sie leitet in der „Schule am See" die Geschichts-AG: „Ein Projekt, das vom Verein unterstützt wird", sagt sie. Schüler werden mit eingebunden, wie am 20. März, wenn sie in historischen Kostümen durch die Anlage führen. Im nahegelegenen Heimatmuseum, das in der ehemaligen Dorfschule sein Domizil hat, finden Besucher Informationen zur Ruine. Dort veranstaltet der Verein auch Vorträge und Filmabende, stets alles ehrenamtlich. „Die Räume übergab uns die Gemeinde zur Nutzung“, sagt der Vereinsvorsitzende Erhardt Liehr. Gerade erst ins Rentenalter eingetreten, hat der Diplom-Physiker vor einem Jahr die Vereins-Leitung übernommen. Den Kontakt im Verein zur Kirchgemeinde, die ebenfalls die Ruine nutzt, hält vor allem Lehrerin Angela Schröder: „Im März findet der Weltgebetstag der Frauen statt. Im Mai wird dort ein Kindergottesdienst durchgeführt und am 11. November der Martinstag", erzählt sie.

Die Kirchruine ist Eigentum der Landeskirche, die mit der Gemeinde einen Erbbauvertrag über 70 Jahre abgeschlossen hat. Die „Lebendigen Steine" haben noch Visionen: „Wir möchten in diesem Jahr eine Spendenaktion starten, um eine temporäre Überdachung zum Schutz von Technik und Akteuren anzuschaffen", sagt Liehr. Doch auch eine abbaubare Überdachung müsse den Standards der Denkmalpflege genügen.

„Ideen und Geld sind gefragt", bittet er deshalb.

Zur Vereinsgründung im März 2011 war das Bauwerk stark dem Zerfall preisgegeben. Das Gemäuer litt unter Regen, Frost, Vandalismus und wurde zur Gefahrenquelle. 2002 erstellte die Gemeinde Satow unter Leitung von Architekt Reiner Witzel aus Reinshagen einen Plan zur Sicherung und Erhaltung. Der wurde mit den Landes- und Kreisbehörden für Denkmalschutz, Bodendenkmalpflege und Umweltschutz abgestimmt. Am 14. November 2011 begannen die Sanierungsarbeiten. 2015 konnte die Anlage feierlich wiedereröffnet werden. „Da merkte man, wie beeindruckend immer noch die Akustik ist, auch ohne Dach", sagte Axel Matrisch, ehemaliger Bürgermeister, Tierarzt und nun Vereins-Vize. Zweiter Stellvertreter ist Jürgen Pietz, ehemals Lehrer für Geschichte. Dr. Helga Lellbach übernahm den Part als Kassenwartin, die Schriftführung hat Angela Schröder inne. Beisitzer sind die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Rostock, Anja Hampel und der ehemalige Dienstleister Hans-Jürgen Stein. Mitglied im Verein ist auch der Unternehmerverein Satow und Umgebung, der unterstützend arbeitet. „Neue Mitglieder sind bei uns immer herzlich willkommen", wirbt Erhardt Liehr.

Am 20. März beginnen die Aktionen des Vereins mit dem Osterfest. Umwelttag ist im April, eine Wanderung im Mai geplant. Zum „Tag des offenen Denkmals" im September steht das fünfjährige Vereins-Jubiläum an, im Oktober ist ein Filmabend geplant. Im November folgen Martinstag und am 4. Dezember eine Adventsfeier.

Das Heimatmuseum ist ab April jeden zweiten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Ab 15 Uhr finden Ruinen-Führungen statt.

 



Sabine Hügelland

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