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Matthias Burkhardt entdeckt verschollenen Roman

Börgerende/Parkentin Matthias Burkhardt entdeckt verschollenen Roman

Die 1930 von Arnold Schneider aufgeschriebene Geschichte spielt in der Region

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Verlegerin Angelika Bruhn und der Pastor im Ruhestand, Matthias Burkhardt: Er entdeckte das Buch in Slowenien.

Quelle: Foto: Sabine Hügelland

Börgerende/Parkentin. Matthias Burkhardt wollte ein vergessenes Buch wieder zum Leben erwecken. Dafür holte er sich Verlegerin Angelika Bruhn und ihrem BS-Verlag Rostock ins Boot. Sie haben den Roman „Scheiterhaufen“ von Arnold Schneider neu aufgelegt. Der vor seinem Tod in Kühlungsborn lebende Autor erzählt darin eine Geschichte von einem Untergang zwischen Kühlung und Küste. Gefunden hat Matthias Burkhardt das vergessene Werke in Slowenien.

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Die 1930 von Arnold Schneider aufgeschriebene Geschichte spielt in der Region

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Matthias Burkhardt war von 1987 bis 2007 Pastor in Kühlungborn und hegt eine Zuneigung zur Region. Seit dem Ruhestand verfasste er einige Bücher, die im BS-Verlag erschienen. Im Zuge seiner Recherche zu „Malerin, Partisanin, Mystikerin, Thea Schreiber-Gammelin 1906-1988“ entdeckte er in Slowenien den Nachlass von Thea Schreiber. Darunter befand sich das 192 Seiten starke Buch von Arnold Schneider.

Erschienen ist das Werk 1930 im Selbstverlag, Verlag Arnold Schneider, Brunshaupten. „Die Neuauflage ist so auch eine Würdigung kleiner Verlage“, sagt Matthias Burkhardt. Am 23. April, zum „Welttag des Buches“ wird das Buch – es kostet 14,90 Euro – seine Neuerscheinung feiern. „Buchpremiere ist um 17 Uhr in der Pfarrscheune in Kühlungsborn“, sagt der Parkentiner.

Vor der Veröffentlichung stand eine Hürde im Raum: Die Lektüre ist in Frakturschrift geschrieben und könnte von den meisten heutigen Lesern nicht entziffert werden. „Margot Henzel hat lange bei mir gearbeitet und ist nun Rentnerin“, sagt Verlegerin Angelika Bruhn. „Sie ist eine gute Freundin aus Wismar und schrieb bereits einige Bücher ab, nun auch den Roman von Schneider. Aus lauter Liebe zur Frakturschrift.“

„Scheiterhaufen“ ist mit einem Vorwort des Bürgermeisters von Kühlungsborn, Rainer Karl, und einem ausführlichen Nachwort von Matthias Burkhardt versehen. Im Nachwort heißt es unter anderem: „Die Neuauflage seines einzigen Romanes ,Scheiterhaufen’ will den Kühlungsborner Autoren vor weiterer Vergessenheit bewahren. Arnold Schneider hat unsere Aufmerksamkeit verdient, weil er viel Mühe und Herzblut darauf verwandte, um ein wenig mehr Licht in die mittelalterliche Vergangenheit unserer Region zu bringen.“

Auf seine Anregung hin besorgte Angelika Bruhn ein Reprint des Buches. „Der könnte für unsere Region und ganz Mecklenburg eine wichtige Neuentdeckung werden“, sagt Matthias Burkhardt.

Im Vorwort heißt es weiter: „Der Roman handelt um das Jahr 1179, als das in Althof errichtete erste Doberaner Kloster acht Jahre nach seiner Begründung von kriegerischen Slawen vernichtet wurde.

Hauptort der Handlung ist ein slawischer Hof am weißen Bach (Wittenbeck) unterhalb des wild zerklüfteten Höhenzugs der Kühlung.“

Der Roman berichtet über das Leben, die Kultur und Religion der slawischen Stämme, die jedes Jahr auf Piratenfahrten vorwiegend in Richtung Dänemark zogen und von dort reiche Beute mitbrachten. Viele historische Persönlichkeiten spielen eine Rolle. Drunter auch der Doberaner Abt Konrad, die Fürsten Dobimar von Rügen, Bogislav von Pommern, der Dänenkönig Waldemar und sein Kanzler und Bischof Absalom von Roeskilde.

Von Weltpolitik ist die Rede, aber auch von Liebe, Eifersucht und die Bereitschaft zum Sinneswandel. „Es gibt kein glückliches Ende. So endet der Roman wie er begonnen hat, mit einem Scheiterhaufen in der Kühlung.“

Arnold Adolf Johann Heinrich Schneider, so sein voller Name, veröffentlichte vor dem 1.Weltkrieg in Plau das Bändchen „Neue Märchen aus alter Zeit“ und einige Beiträge in Zeitschriften. Er wurde am 20. Mai 1874 in Schwerin als Sohn eines Beamten und einer Brauereibesitzerstochter geboren und starb am 23. September 1958, fast 84-jährig in Kühlungsborn. Schneider war mit der Kaufmannstochter Wilhelmine Auguste Ida geb. Greiner, verheiratet. Das Grab des Paares auf dem Alten Friedhof in Kühlungsborn gibt es nicht mehr.

Sabine Hügelland

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