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Molli-Verein pflegt die Tradition

Kühlungsborn Molli-Verein pflegt die Tradition

23 Mitglieder bewahren die Geschichte der Bäderbahn und schrauben leidenschaftlich gern an alten Waggons

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Der Molli-Verein arbeitet zurzeit an einem Güterwagen, der nach historischem Vorbild wiederhergestellt wird. Für den Vorsitzenden Jan Methling und seine Mitstreiter eine Herausforderung.

Quelle: Fotos: Sabine Hügelland, Jan Methling

Kühlungsborn. Sie sind Schrauber, Historie-Bewahrer, Museumsführer, Schauspieler und vor allem leidenschaftliche Eisenbahnfreunde. Die Mitglieder des „Vereins zur Traditionspflege des Molli“ investieren viel Zeit in ihr Hobby. Sie betreuen die betriebsfähige Diesellok V10C und die nicht betriebsfähige Dampflok 99.332, sechs historische Reisezugwagen, fünf historische Güterwagen und das Molli-Museum in Kühlungsborn West.

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23 Mitglieder bewahren die Geschichte der Bäderbahn und schrauben leidenschaftlich gern an alten Waggons

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Heute: Verein zur Traditionspflege

des Molli

Warum der Molli in einer Spurweite von 900 Millimeter fährt wie sonst nur Industriebahnen, das kann bis heute nur vermutet werden. Fakt ist jedoch: Tatkräftiges Anpacken verbunden mit großer Leidenschaft verwandelte eine nicht mehr originalgetreue historische Bäderbahn in das heutige Schmuckstück. Der 100-jährige Reisezug dampft nun schon seit einigen Jahren zehn bis 15 Mal im Jahr wieder über die Schienen.

Der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli gehören die Bahnanlagen, Gebäude und Züge, der Verein pflegt die historischen Fahrzeuge und Sachzeugen. „Wir arbeiten in mehreren Gruppen. Jede hat ihre eigene Verantwortlichkeit und Stärken“, so Jan Methling, der 2005 den Vorsitz übernahm. Der 48-Jährige gehört schon seit 1995 dem Verein an, der seit den 1980er- Jahren besteht und sich damals „Interessengemeinschaft Eisenbahngeschichte“ nannte.

Seit 1999 und nach der Privatisierung der Bäderbahn heißt er „Verein zur Traditionspflege des Molli“. Jan Methling ist irgendwie immer im Einsatz und macht schon mal außerhalb von Öffnungszeiten das Museum zugänglich: „Ich habe heute Fachleute der Kältetechnik aus ganz Deutschland dabei“, so Dr. Wolfgang Lange. „Kältetechnik und Dampftechnik funktionieren ähnlich. Deshalb besitzen wir auch eine Affinität zu Dampfloks.“

„Durch die Privatisierung erhielten wir die Räume und einen Gartenbereich, wo wir nun die Exponate und Waggons zu stehen haben. Die Firma führt das Molli-Café am Museum, sodass wir während dessen Betrieb die Exponate der Öffentlichkeit zugänglich machen können“, sagt Jan Methling. „Die meisten der 23 Vereinsmitglieder befinden sich noch im Berufsleben und haben nicht so viel Zeit. 15 sind aktiv dabei und wir nehmen natürlich gern weitere Mitglieder auf.“ Zurzeit arbeitet der Verein an der Restaurierung eines historischen Güterzuges: „Zwei von fünf Wagen sind bereits fertig. Der dritte wohl Ende 2016/ Anfang 2017. Dazu kommt dann noch ein passender Gepäckwagen mit Postabteil, der von außen originalgetreu wieder hergestellt, innen jedoch als Vereinswagen eingerichtet wird“, berichtet er. „1969 wurde der Güterverkehr hier eingestellt und die Waggons verkauft. Es war nicht einfach, einige davon wieder ausfindig zu machen.“

Jan Methling hegt eine Leidenschaft für Eisenbahngeschichte und ist im Internet stets auf der Suche nach historischen Belegen wie Postkarten, Fotos, Fahrkarten, Fahrplänen und anderem, was das Museum vervollständigt. In Erinnerung an den bereits verstorbenen Vereinskameraden Dr. Martin Rohde steht auf der Diesellok V10C „Martin“. „Wir erhielten die Möglichkeit, drei Loks vor der Verschrottung zu retten, die aus der Nähe von Leipzig stammten. Zwei erwarb die Firma. Eine sponserte Vereinsmitglied Dr. Martin Rohde. Ihm zu Ehren haben wir ihr seinen Namen gegeben.“ Sieben Jahre arbeiteten die Mitglieder die Lok auf. „Nur Rost abfeilen, Schrauben und streichen – ich wollte ihnen mal etwas was anderes bieten, dass sie motiviert“, sagt Methling.

Der Verein ist auf Spenden angewiesen. „Wir erledigen all die Arbeit, die uns möglich ist, müssen jedoch immer wieder auch Firmen beauftragen“, sagt der Vorsitzende, der mit anderen Vereinsmitgliedern gern auch in historische Uniformen oder gar Schauspielrollen schlüpft, wenn der Molli themenbezogen rollt.

Verein seit den 80ern

23 Mitglieder zählt der Verein zur Traditionspflege des Molli, davon betreuen 15 aktive die betriebsfähige Diesellok V10C und die nicht betriebsfähige Dampflok 99.332. Seit den 80er-Jahren existiert bereits ein Verein, der sich 1999 und mit der Privatisierung der Bäderbahn umbenannte. Spendenkonto: IBAN: DE16 1406 1308 0004 6427 83, BIC: GENODEF1GUE, Volks- und Raiffeisenbank eG Wismar, Betreff: Spende „Molli“

Sabine Hügelland

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