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Nach der Sommerpause ist wieder Kino

Garvensdorf Nach der Sommerpause ist wieder Kino

Ins Garvensdorfer Gutshaus soll wieder mehr Leben einziehen, aber Machern fehlt derzeit die Kraft dafür

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Holger Stein vom Gutshaus Garvensdorf e. V. im Ofenzimmer des Gutshauses. Der Lehmofen sorgt für Wärme.

Quelle: Fotos: Renate Peter

Garvensdorf. Zurzeit laufe die Kultur im Gutshaus etwas auf Sparflamme, sagt Holger Stein vom Gutshaus-Garvensdorf-Verein. Nach der Sommerpause sei zwar das monatliche GuteHausKino wieder gestartet, doch „für viele Veranstaltungen fehlt die Kraft“, sagt der 50-Jährige. Der Verein zählt um die 20 Mitglieder, doch die Veranstaltungen würden hauptsächlich von denen getragen, die im Hause wohnen. Das sind derzeit vier Leute, die alle auch ihrem Beruf nachgehen. Holger Stein ist Lehrer für Physik in Rerik. Seit 1995 ist er im Gutshaus tätig und seit 1997 wohnt er dort.

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Ins Garvensdorfer Gutshaus soll wieder mehr Leben einziehen, aber Machern fehlt derzeit die Kraft dafür

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Das Gutshaus in Garvensdorf wurde um 1830 erbaut und um 1870 umgebaut. Zu DDR-Zeiten hatten unter anderem Bürgermeister-Büro, Konsum und Arztpraxis hier ihr Domizil.

„Als ich das erste Mal hier war, war ich sofort gefangen von dem Haus und der Umgebung“, erinnert sich Holger Stein. Das Haus, der Lehmbau, der Garten, die Leute – all das hätte ihn fasziniert. „Hier sind viele interessante Leute durchgegangen, die etwas hiergelassen haben. Es ist ein lebendiges Haus“, sagt Stein. Angefangen hatte alles 1993. Zehn Studenten und Absolventen der ehemaligen Fachschule für angewandte Kunst (FAK) Heiligendamm ließen sich hier nieder und brachten Kultur her. Steffen Mau ist am längsten dabei und der Lehmbauer habe das auch alles vorangetrieben. Das Gutshaus wurde zur Begegnungsstätte, von Anfang an gab es Kino. Konzerte, Seminare zum Beispiel zum Lehm- und Ofenbau fanden statt. Das Gutshaus wurde saniert. Sechs Jahre lang bis 1999 wurde das Dach repariert. „Wir wollten uns nicht verschulden“, erklärt Holger Stein. 35000 Dachziegel mussten abgeklopft werden, Ziegel, die andere entsorgen wollten. „So ist es ein schönes buntes Dach geworden“, sagt der Vereins-Vorsitzende. Vieles sei aus dem Sperrmüll gesammelt worden. Viele Eigenleistungen und alte Materialien machten das Haus zu dem, was es heute ist. Doch viele Baustellen sind noch.

Unten können der Saal, das Ofenzimmer und weitere Räume für Veranstaltungen genutzt werden. „Derzeit zu wenig“, sagt Holger Stein. Lehmöfen sorgen für Wärme. Die rustikale Küche nutzen die, die oben wohnen, gemeinsam. Bei Konzerten oder Seminaren sind Übernachtungen im Haus möglich.

Das Gutshaus hatte sich nicht nur wegen der Kinoabende einen Namen gemacht. Bis 2007 fanden Lehmfeste statt, von 1999 bis 2012 Kindercamps auf dem Außengelände in Steinhagen, Märkte am Gutshaus luden ein. Das Filmfest war jedes Jahr ein Höhepunkt, dieses Jahr fällt es aus. Mit mehr Leuten und mehr Kraft könnte einiges wieder angeschoben werden.

Doch Filme werden wieder gezeigt. Da der Verein Mitglied eines Verbandes für Filmkommunikation und damit übers Internet vernetzt ist, kann aus etwa 1000 Filmen ausgewählt und können in Absprache mit anderen Veranstaltern dadurch Kosten gespart werden. Denn nur von Mitgliedsbeiträgen, dem Eintritt (4 Euro) und wenigen Vermietungen sind keine großen Sprünge möglich. 20 bis 30 Besucher kommen zu den monatlichen Kino-Abenden. Die Hälfte seien Stamm-Besucher aus der Umgebung bis nach Rostock, die andere Hälfte neue Interessenten. „Es ist ein spezielles Programm. Wir zeigen viele Dokumentarfilme“, sagt Holger Stein. Manchmal ist auch der Regisseur anwesend, werden die Abende kulinarisch durch ein kleines Buffet umrahmt. Den nächsten Filmabend wird es am Freitag, dem 4.

November, geben. Um 20 Uhr wird die Lampedusa-Dokumentation „Seefeuer“ gezeigt. Für Mitte November ist ein Vortrag eines Abenteuer-Reisenden vorgesehen.

Filmabend

Freitag, 4.11., 20 Uhr, GutesHausKino. Gezeigt wird die preisgekrönte Dokumentation „Seefeuer“ (Regie: Gianfranco Rosi; Italien/Frankreich 2016, 108 min): Samuele ist 12. Nach der Schule trifft er seine Freunde oder streift mit einer selbst gebauten Steinschleuder durch die Gegend. Er will Fischer werden, so wie sein Vater. Samuele lebt auf der Mittelmeerinsel Lampedusa, auf der das Leben schon immer von dem geprägt war, was das Meer bringt. Seit Jahren sind das vor allem Menschen, die eine lebensgefährliche Reise wagen.

Renate Peter

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