Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Gewitter

Navigation:
Neue Ausstellung im Pavillon strahlt von innen nach außen

Bad Doberan Neue Ausstellung im Pavillon strahlt von innen nach außen

Kunstverein zeigt letzte Ausstellung in diesem Jahr – ohne das Haus zu öffnen

Voriger Artikel
Autor liest aus seinem Ostsee-Krimi
Nächster Artikel
Künstler sollen Brücken nach China bauen

Der Rote Pavillon auf dem Doberaner Kamp bleibt für diese Ausstellung geschlossen. Die Papier-Skulpturen von TO Helbig werden angestrahlt und sind von außen zu betrachten.

Quelle: Foto: Sabine Hügelland

Bad Doberan. Diese Ausstellung ist weder zum Anfassen noch für den direkten Kontakt gedacht – diesmal bleiben die Besucher des Roten Pavillons auf dem Doberaner Kamp draußen.

1100 Körper aus Papier auf Metallbügeln und an Kleiderständern hängen im Roten Pavillon. Einige befestigte der Künstler TO Helbig unter der Decke, sodass der Raum eine sehr ungewöhnliche, ein wenig rätselhafte, auch etwas unheimliche Ausstrahlung bekommt.

Für den Kunstverein Roter Pavillon ist das die letzte Ausstellung in diesem Jahr. Sie wird bis zum 27. Januar 2018 aufgebaut bleiben und ist – und das ist das Außergewöhnliche – nur von außen zu betrachten, denn der Pavillon bleibt geschlossen.

Gerade durch die begleitende Lichtinstallation der Exposition wirkt diese noch spannender. Wohin der Blick des Betrachters auch geht, von welchem Fenster aus der Betrachter in den Pavillon hineinschaut, die Papier-Skulpturen aus Pack- und Ölpapier in ihrer sehr dichten Hängung lassen die Abwesenheit von etwas sehr deutlich spüren. War hier jemand? Für wen sind sie, diese Figuren?

Kosmonautenanzüge, Schutzkleidung für welchen Fall? „Das waren meine ersten Fragen, meine erste Assoziation“, sagt Eva Firzlaff, die Vorsitzende des Kunstvereins. „TO Helbigs Papier-Skulpturen erinnerten mich an Bergarbeiter, die ihre normale Kleidung, bevor sie in den Schacht fahren, ablegen und Schutzkleidung anziehen“, beschreibt Eva Firzlaff die Wirkung auf sie: „Die Kleidung wird dort ja auf Haken direkt unter die Decke gezogen.“ So wie eben auch einige der Skulpturen im Ausstellungsraum.

„Der Rote Pavillon ist der vierte Ort, an dem ich diese Arbeit zeige“, sagt TO Helbig. Die Idee entstand zum Schönberger Musiksommer in der dortigen St.-Laurentius-Kirche. „Dafür wurden die Papier-Skulpturen ursprünglich erschaffen“, erinnert der Künstler. Wenn Menschen in einen Raum kommen, legen sie vor den Konzerten ihre Mäntel und Jacken ab. Sie setzen sich dann sozusagen befreit in ihre Sessel, um der Musik zu lauschen. „Es ist Symbol dafür, das Alte und Belastende abzulegen“, so TO Helbig.

Die Papier-Skulpturen sind farbig gefasst und zeugen von einer Anwesenheit, die in einer Vergangenheit liegt und somit in der Gegenwart eine Abwesenheit von jemand oder etwas bedeuten mag. Antworten findet nur der Betrachter selbst.

TO Helbig lebt in Pinnow bei Schwerin und arbeitet seit 1998 selbstständig als Maler und Objektkünstler. Der 57-Jährige ist seit 1999 Mitglied im Künstlerbund MV im BBK Deutschland und seit 17 Jahren Mitglied der Künstlergruppe „Vier“. Arbeiten von TO Helbig befinden sich in öffentlichen Sammlungen wie dem Kunstbesitz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Kunstsammlung Neubrandenburg, KulturStiftung Rügen, Kunstsammlung des Deutschen Musikrates München und dem Germanisches Nationalmuseum Nürnberg.

Informationen:

http://www.tohelbig.de.

Severin baute beide Pavillons

11 repräsentative Gebäude plante und errichtete Carl Theodor Severin in Doberan. dazu gehören das Großherzogliches Salongebäude (1801/02 ), das Schauspielhaus (1805/06), das Großherzogliche Palais (1806 bis 1810), den Roten Pavillon (1808/09), den Weißen Pavillon (1810/13), das Prinzenpalais (1821/22), das Haus Gottesfrieden (1823/24), das Stahlbad (1825) sowie drei Stadthäuser.

In Heiligendamm baute Severin unter anderem von 1814 bis 1817 das Kurhaus, das später baulich verändert wurde. 1809 ernannte Mecklenburgs Herzog Friedrich Franz I. Severin zum Landbaumeister für die Ämter Bukow, Doberan, Ribnitz, Rühn, Toitenwinkel und Schwaan.

Schwerpunkt seiner Arbeit blieben jedoch Doberan und Heiligendamm. Severin lebte von 1763 bis 1836.

Sabine Hügelland

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wolgast
Förderer und Initiatoren arbeiten Hand in Hand (v. l.): Udo Arndt von der Energie Vorpommern GmbH, Marcel Glöden vom Haus Neuer Medien, Anke Ermlich von der Sparkasse Vorpommern und Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler.

„Haus neuer Medien“ plant erstmals zwei Peenekonzerte in der alten Herzogstadt

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Kultur
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.