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Ostseebad will mehr Kultur-Tourismus

Rerik Ostseebad will mehr Kultur-Tourismus

Nagel-Künstler Günther Uecker ist ein berühmter Sohn Reriks / Eine Pressereise zeigt sein regionales Wirken

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Museumsleiter Thomas Köhler führt Stefanie Quaas (Mitte), Leiterin der Kurverwaltung, und Journalistin Dörte Grabbert durch die Kirche.

Rerik. Das Ostseebad Rerik will mehr gezieltes Kulturmarketing betreiben. Dies ist ein Ergebnis der Pressereise „Berühmte Söhne und Töchter der Ostseeküste Mecklenburgs“ des Verbandes Mecklenburgische Ostseebäder (VMO). In den kommenden Tagen führt die Tour von Schwaan nach Graal-Müritz und Ahrenshoop und nach Gelbensander Forst. Den Auftakt jedoch machte Rerik selbst – und punktete dabei mit dem regionalen Schaffen Günther Ueckers, einem der berühmtesten deutschen Künstler der Gegenwart. Der 86-Jährige, der weltweit besonders für seine Nagelobjekte bekannt ist, ist in der Region aufgewachsen und schuf erst kürzlich die „Wustrower Tücher“, die derzeit in einer Schweriner Galerie zu sehen sind.

OZ-Bild

Nagel-Künstler Günther Uecker ist ein berühmter Sohn Reriks / Eine Pressereise zeigt sein regionales Wirken

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Uecker interessiert unsere Gäste. Bisher bieten wir zu wenig Infos dazu an.“Stefanie Quaas

Für die Leiterin der Reriker Kurverwaltung, Stefanie Quaas, die Mitglied im Marketingausschuss des Verbandes ist, war schnell klar, den Ehrenbürger Reriks in den Mittelpunkt der Reise zu stellen.

Uecker hat seine Kindheitstage im Ostseebad verlebt. Immer wieder zieht es ihn dorthin zurück. Auch für Quaas war die Pressereise eine Premiere. Sie startete den Versuch, auf den Spuren des „berühmten Sohnes“ durch Rerik zu wandeln. Künftig soll das Thema noch besser aufbereitet werden. „Ich kann mir langfristig vorstellen, kleine Führungen anzubieten oder den Gästen einen Flyer zur Verfügung zu stellen“, sagt sie. Auf der Reise ging es ihr jedoch darum, einen Grundstein an Ideen zu entwickeln. „Dieses Thema auch in Verbindung mit der Geschichte der Halbinsel Wustrow interessiert unsere Gäste und wir bieten die Informationen bisher zu wenig an“, sagt Quaas. Dass Rerik zwei von Uecker gestiftete Kirchenglocken mit Originalverzierungen im Kirchturm besitzt, macht die Reriker stolz. „Allerdings, und das ist mir sehr wichtig, werden nur kleine, exklusive Führungen entstehen. Ich denke an ein defensives Marketing.“ Denn für Professor Uecker sei Rerik ein Rückzugsort. „Das werden wir respektieren“, sagt Quaas.

Eine nachvollziehbare Überlegung, wie auch die Journalistin Dörte Grabbert, eine Teilnehmerin der Reise, findet. „Eine Führung zu Uecker sollte unbedingt nur im kleinen Rahmen gehalten werden“, sagt sie. Grabbert stammt aus Kröpelin. Als Kind war sie oft in Rerik. „Meine Eltern leben noch hier, deshalb bin ich öfter hier“, so die 39-Jährige, die bei der Saarbrücker Zeitung arbeitet. Die Ostseeküste sei auch in Saarbrücken Urlaubsthema. „Aber Rerik ist noch ein Geheimtipp.“ Gemeinsam mit Quaas begann die Pressereise im Gemeindehaus mit Pastorin Karen Siegert, die einen Vortrag über die zwei Uecker-Glocken hielt. Die Finanzierung hatte der Künstler selbst abgesichert, indem er dafür ein extra gefertigtes, genageltes Spiralbild versteigern ließ. Mit dem Erlös konnten die Glocken angeschafft werden – und Uecker veredelte diese mit Glockenzier.

Im Anschluss konnten die Glocken besichtigt werden. Der Leiter des Heimatmuseums Thomas Köhler begleitete die Gäste. Anschließend wurde der neueste Film von Michael Kluth über die Entstehung der „Wustrower Tücher“ gezeigt. In dem 2016 entstandenen Werk verarbeitet Uecker seine Erfahrung als Jugendlicher, als er gezwungen wurde, aus Wustrow angespülte Leichen mit den Händen zu vergraben, eine Kindheitserinnerung, die noch Trauma sein soll.

Den Abschluss bildete eine Fahrt mit der Barkasse MS „Salzhaff“ der Reriker Fahrgastschifffahrt Steußloff. Die Ausfahrt führte entlang der Halbinsel Wustrow. Dr. Klaus Feiler, Wustrowkenner und Buchautor, vermittelte die Geschichte. Dort, wo Uecker Tragisches und Schönes erlebte, wo es ihn immer wieder hinzieht, um sich der Vergangenheit und der Gegenwart zu stellen. Auch während der Reriker Kulturtage, wo er zu Gast war.

Nagel-Künstler aus MV

1930 wurde der deutsche Maler und Objektkünstler Günther Uecker in Wendorf bei Crivitz geboren. Der heute 86-Jährige wuchs auf der Halbinsel Wustrow auf. Seine Ausbildung begann 1949 mit einem Malerei-Studium in Wismar. 1955 ging er nach Düsseldorf. Dort lebt und arbeitet er heute noch. Bekannt wurde Günther Uecker vor allem mit seinen reliefartigen Nagelbildern.

Sabine Hügelland

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