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Polizeiruf 110: So wenig Rostock gab’s noch nie zu sehen

Stadtmitte Polizeiruf 110: So wenig Rostock gab’s noch nie zu sehen

OZ-Redakteurin Cora Meyer ist enttäuscht vom gestrigen ARD-Krimi aus der Hansestadt: Zu viele Nebenschauplätze, zu wenig Hansestadt / Immerhin glänzt Charly Hübner

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Bukow und König gegen die italienische Mafia in Rostock: Das gab’s gestern in der ARD zu sehen.

Quelle: Fotos: Ndr/christine Schroeder

Stadtmitte. Bukow und König gegen die Mafia: Im gestrigen „Polizeiruf 110“ bekamen es die Rostocker Ermittler (dargestellt von Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau) mit der italienischen N’Drangheta zu tun. Bei einem gemeinsamen Einsatz von Polizei und Zoll wird ein Drogendealer erschossen. Einer der Zöllner wird tags darauf mit einem Loch im Kopf aufgefunden. Die Hintermänner finden die Ermittler in einer Pizzeria. Aber auch die eigenen Kollegen sind in den Fall verstrickt. Insgesamt war dieser Polizeiruf aber einer der schwächeren: Die Charaktere sind in vielen Fällen klischeebeladen, die Handlung mitunter überfrachtet. Dabei ist die Idee des Drehbuchautors Florian Oeller gut.

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Die italienische Mafia in Rostock? So unrealistisch ist das gar nicht. Im Jahr 1995 wurde in einem Rostocker Restaurant der Baumillionär und Mafia-Boss Gerardo Russo erschossen. Der Täter entkam nach Italien. Seitdem wird nach OZ-Informationen gegen die Hintermänner ermittelt. Bislang ergebnislos. Da haben die Rostocker TV-Ermittler mehr Glück. Anhaben können sie den Hintermännern am Ende allerdings nichts. Und auch gegen den Dealer kann der Rechtsstaat nichts ausrichten.

Viel Rostock ist allerdings in dem Krimi nicht zu sehen. Die fehlgeschlagene Polizeiaktion zum Auftakt spielt im Seehafen. Die Brücke, unter der der tote Zollfahnder liegt, steht allerdings schon nicht mehr in der Hansestadt. Ebenso wenig das italienische Restaurant, von dem aus N’Drangheta ihre Rauschgift-Geschäfte führt. Und die Polizeistation sowieso nicht. Auch der Club von Bukows Vater Veit, in dem – erwartungsgemäß – ebenfalls mit Kokain gehandelt wird, ist an einem anderen Schauplatz gefilmt worden.

Inhaltlich droht die Handlung zwischendurch, sich in zahlreichen Nebenfiguren und -schauplätzen zu verzetteln. Dass der kleine Drogendealer am Ende von einem Zollfahnder gerichtet wird, weil die Polizei ihn wieder laufen lassen musste, geht fast unter. Überfrachtet ist auch die Figur des toten Zöllners. Privat hat er ein schweres Päckchen zu tragen: Die Frau krebskrank, der Sohn kokainabhängig und in Geldnot. Inwiefern er in den Drogenhandel verstrickt ist, bleibt bis zum Ende unklar. Nebulös ist zunächst auch das Verhältnis des Toten zu seiner Kollegin Jana Zander. Auch sie hat eine drogenbelastete Vergangenheit. Ihre Verstrickung in die Tat ist am Ende für den Zuschauer tatsächlich eine der wenigen Überraschungen. Ihre Beweggründe allerdings sind verworren und das Verhältnis zum Drogenboss bleibt ebenfalls nur angedeutet. Ebenso das Schicksal der Zwischenhändlerin und Bukows Verhältnis zur attraktiven Kellnerin im Club seines Vaters.

Die Charaktere der Ermittler allerdings werden in „Im Schatten“ ein ordentliches Stück weiterentwickelt. Am meisten dabei zu tun, aber auch am besten gespielt, hat Charly Hübner als Alexander Bukow.

Seine Figur kämpft nach der Trennung von seiner Frau um ein gutes Verhältnis zu den Kindern. Außerdem fürchtet er um seinen Vater, dem die Prostata entfernt werden muss. Nach einem gemeinsamen Besäufnis kommt es sogar fast zum Kuss mit Kollegin König – die jedoch rechtzeitig ihre gewohnte Selbstdisziplin und Distanz wiedererlangt. Trotzdem stellt Bukow später noch einmal die Frage, die sich der Zuschauer auch stellt: Kommen wir eigentlich noch mal zusammen, Frau König? Er kommt damit allerdings „wie Kai aus der Kiste“, während beide im Auto einen Verdächtigen observieren. Sowohl für Katrin König als auch für den Zuschauer uninspiriert und plump. Eine Antwort gibt es nicht. Stattdessen erfährt Bukow, dass seine Kollegin Karrierepläne hegt. Alte Gräben brechen wieder auf.

Es bleibt also auch nach der Lösung des Falls spannend für den nächsten Rostocker Polizeiruf – hoffentlich dann wieder mit mehr Rostock.

Cora Meyer

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