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Quadrate mit besonderer Aura

Pepelow Quadrate mit besonderer Aura

Pepelower Metallgestalter Udo Richter war vor 25 Jahren einer der ersten Aussteller in Kühlungsborns Kunsthalle

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Metallplastiker Udo Richter aus Pepelow war einer der ersten, der in der Kühlungsborner Kunsthalle ausstellte. Nun sollen auch seine Werke zum 25. Jubiläum der Halle gezeigt werden.

Quelle: Sabine Hügelland

Pepelow. Udo Richter geht neue künstlerische Wege. Für die Jubiläumsschau der Kühlungsborner Kunsthalle, die noch bis zum 4. Dezember zu sehen ist, schuf er quadratische Formate aus Aluminium. Sie werden im Laufe der folgenden Wochen in der sich ständig wandelnden Ausstellung präsentiert.

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Pepelower Metallgestalter Udo Richter war vor 25 Jahren einer der ersten Aussteller in Kühlungsborns Kunsthalle

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Richter war vor 25 Jahren einer der ersten Künstler, die in der noch nicht sanierten Kunsthalle ausstellten. Aluminium ist ein Werkstoff, mit dem Udo Richter bevorzugt arbeitet: „Aluminium ist für mich das Material der Moderne. Ohne den Werkstoff würde es keine Flugzeuge und anderes geben.“ Vor allem gibt der Rohstoff dem 61-Jährigen die Möglichkeiten, ihn selbst zu gießen und deshalb beim Herstellungsprozess darauf einzuwirken. Der Metallplastiker experimentiert seit Langem mit Aluminium, nutzt jedoch auch andere Materialien wie Eisenguss, Stahl und Stein, Holz und Beton, Papier für seine Arbeiten. In der Vergangenheit waren es verstärkt abstrakte Formgebungen, denen sich Richter widmete. Neben Klangschalen aus Aluminium schuf er nun Bildhaftes, Reliefartiges. Er belässt diese Metallobjekte im Silber des Aluminiums, verändert sie jedoch auch durch Farbgebungen wie Blau und Gold.

Die harmonische gleichmäßige Form der Objekte und die eigenwillige Gestaltung verleihen ihnen eine besondere Ausdruckskraft mit einer interessanten Aura. In den Aluminiumgüssen finden sich Formen, zumeist immer und immer wieder die gleichen. Sie werden durch weitere skulpturhafte Muster ergänzt. Das Aluminium floss beabsichtigt meist nicht gleichmäßig in die Form, so dass in einigen Arbeiten kleine offene Flächen den Gleichklang des Quadrates aufbrechen. Das bringt Spannung in die sonst wohl zu harmonische Form, die Richter noch nachbearbeitet, bis das Bild für ihn stimmig ist. Beim Betrachten finden sich immer wieder neue Gestaltungselemente, die es genauer anzuschauen gilt. Dabei kommen bei einigen Werken mythische Geschichten in den Sinn, die jedoch von Richter nicht bewusst gewählt wurden. So erscheint ein Engel, bärtige Gesichter auf ovalen Ornamenten lassen Gedanken an Zeus und andere Götter aufkommen. Udo Richter ist ein Sammler von Metallen und Gegenständen, die er in seinen Kunstwerken weiterverarbeitet. Das Aufheben ließ ihn einen kleinen Schatz hüten, mit dem er nun seine neuen Arbeiten versieht: Kleine Köpfe, die einst einen Renaissance-Ofen schmückten:

„Der wurde zu DDR-Zeiten abgerissen, und die kleinen Figuren nahm ich mit.“ Auch anderes aus Küche und Co. der alten DDR mit sonderbarer Strukturgebung fand so eine Verwendung, die geglückt ist.

Eisenguss, Stahl und Stein, Holz und Beton, Papier: Udo Richter schafft daraus Kunstwerke, die auch im öffentlichen Raum zu finden sind. Richter experimentiert mit den Materialien und auch mit gängigen Vorstellungen von Gestaltung. In unserer Region finden sich etliche Werke von Richter, wie an der Jugendkunstschule, wo der Künstler mit Schülern einen Weg schuf. Die Jugendkunstschule im Kornhaus und das Friderico-Francisceum-Gymnasium nahmen am Bildhauerprojekt „Junge Kunst auf alten Wegen“ teil. Es entstanden Reliefplatten für die Weggestaltung des historischen Klostergeländes. „Im Klosterbereich soll das Projekt demnächst weitergehen“, sagt Udo Richter, der dort auch eine Hinweisplastik schuf. Mehr Gehwegplatten sind bis zum Sommer 2017 in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium angedacht. Ein bleibender Wert für alle.

Auch der Schwan, das Wahrzeichen von Bad Doberan vor dem Münster, stammt von Richter – wie auch die Bänke im Park von Börgerende am Deich und an Neubukows Kirche. Seit den 1980er-Jahren lebt Udo Richter in einem alten Bauernhaus in Pepelow.

• Internet: www. richter-metallplastik.de

Zur Person

Udo Richter wurde 1955 in Leipzig geboren, absolvierte eine Lehre als Gießereifacharbeiter mit Abitur. Nach der Armeezeit 1975-1978 folgte 1979-1982 ein Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm mit Abschluss als Industrieformgestalter. Richter arbeitete 1982-1989 in verschiedenen Berufen. Von 1990-1993 und 2006-2008 war er Vorstandsmitglied des Künstlerbundes Mecklenburg und Vorpommern e.V.

Sabine Hügelland

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