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Russland-Auswahl wird bald die Koffer packen

Kühlungsborn Russland-Auswahl wird bald die Koffer packen

14 Fußballer des FSV Kühlungsborn fahren zu einem Freundschaftsspiel nach Selenogradsk in der russischen Exklave Kaliningrad. Dabei ist das Sportliche eher zweitrangig. Ihre Mission: Sie sollen die Städte-Partnerschaft mit dem russischen Ostseebad weiter mit Leben erfüllen, neue Kontakte knüpfen.

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Philipp Reimer und Bürgermeister Rainer Karl (r.) zeigen Gastgeschenke der russischen Partner aus zurückliegenden Jahren.

Quelle: Foto: Lutz Werner

Kühlungsborn. Die Männer der „Russland-Auswahl“ des Fußballsportvereins Kühlungsborn (FSV) sollten langsam daran denken, ihre Koffer zu packen und – wenn sie es nicht schon getan haben – sich um Gastgeschenke zu kümmern. Denn am kommenden Sonntag werden sich 14 Fußballer des FSV in den Bus setzen und sich auf eine weite Reise – gut 850 Kilometer – nach Selenogradsk machen. Dort werden sie eine Woche bleiben. Selenogradsk ist ein Ostseebad – ähnlich wie Kühlungsborn –, gelegen in der russischen Exklave Kaliningrad, das früher Königsberg hieß.

 

OZ-Bild

„„Wir werden natürlich auch ein Team aus Selenogradsk nach Kühlungsborn einladen und freuen uns auf den Besuch.“Christian Mothes Präsident des FSV Kühlungsborn

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„„Die Partnerschaft mit Selenogradsk ist besonders: Hier kommen nicht nur Offizielle zusam- men. Sie reicht sehr viel weiter. So soll es sein.“Uwe Ziesig Stadtvertretervorsteher

Selenogradsk – einst lautete der deutsche Name Cranz – ist seit Dezember 2003 neben Grömitz und Büsum die dritte Partnergemeinde des Ostseebades Kühlungsborn. Die jungen Männer vom FSV werden in der Partnergemeinde ein Spiel gegen eine Auswahl aus Cranz machen. „Vor allem aber wollen wir uns mit unseren Sportkameraden aus der Partnergemeinde und ihren Freundinnen treffen, viel miteinander reden, viel gemeinsam unternehmen – vielleicht sogar wieder in eine Disco gehen. Wie schon 2013, als wir zum ersten Mal dort waren“, erklärt Philipp Reimer. Der 25-Jährige Rathausmitarbeiter ist Torwart in der ersten Männermannschaft des FSV und Vorstandsmitglied im Verein. Er hat die Reise vorbereitet.

Begleitet werden die Fußballer von Kühlungsborns ranghöchsten Offiziellen – Stadtvertretervorsteher Uwe Ziesig und Bürgermeister Rainer Karl (beide parteilos). Ihnen liegt die Partnerschaft mit der Ostsee-Gemeinde in Russland sehr am Herzen. Die Partnerschaften mit den beiden Nachbarn in Schleswig-Holstein, die auf die Wendezeit zurückgehen, laufen auf der offiziellen Ebene zwar ganz gut.

Bürgermeister, Stadtvertreter und Amtsleiter besuchen sich zu festlichen Anlässen wie Neujahrsempfängen. „Zu wirklichen Begegnungen von Einwohnern ist es eigentlich – trotz aller Versuche, die stets im Sande verliefen – nie so richtig gekommen. Mit Selenogradsk ist das anders. Weil Menschen auf beiden Seiten – hier zunächst die Fußballer, andere werden folgen – das wirklich wollen. Diese Chance nutzen wir gern“, sagt Stadtvertretervorsteher Uwe Ziesig.

„Ungeachtet aller politischen Spannungen zwischen der EU und Russland auf der ganz großen politischen Bühne: Es ist wichtig, dass die Menschen auf beiden Seiten miteinander reden, sich gegenseitig zuhören, sich kennenlernen. Nur so entstehen Freundschaften“, betont Bürgermeister Rainer Karl. Er ist überzeugt: „Es gibt viele Gründe, die Freundschaft mit Russland auf lokaler Ebene – von Gemeinde zu Gemeinde – zu pflegen.“ Da sei die gemeinsame Vergangenheit im Ostblock, beide Orte seien Ostseebäder – beide leben vom Tourismus, hätten ähnliche Probleme. Und da sei das Gespenst des Zweiten Weltkriegs: „Wir haben viel Leid über die Russen gebracht. Das können wir nicht vergessen machen. Aber zeigen, dass es viele Deutsche gibt, die aufrichtig die Freundschaft der Russen suchen“, sagt der Bürgermeister.

12000 Euro kostet die Reise – die eine Hälfte zahlt die Stadt, für die andere Hälfte kommen Sponsoren auf. Die Vorbereitungen waren schwierig. „Es war schon allein ein Problem, ein Busunternehmen zu finden, das bereit war, den Stress an der polnisch-russischen Grenze mitzumachen. Viele haben abgewinkt. Joost in Rethwisch zum Glück nicht“, erzählt Philipp Reimer. Die komplizierten Visum-Formalitäten wurden durch eine Agentur in München geklärt, die sich auf solche Dienstleistungen spezialisiert hat. Die Reise soll keine Einbahnstraße bleiben. „Natürlich laden wir unsere Sportfreunde in Russland zu uns ein“, erklärt FSV-Präsident Christian Mothes.

Lutz Werner

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