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Bad Doberan Stadt sollte Ehm Welks Erbe pflegen

Freundeskreis macht auf Missstände aufmerksam / Literatur-Stätte muss saniert werden

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Das Bad Doberaner Ehm-Welk-Haus am Rande der Stadt. Der Freundeskreis will es zur Literaturstätte entwickeln.

Quelle: Renate Peter

Bad Doberan. Seit 1979 sei das Ehm-Welk-Haus so wie jetzt, sagte Ulla Golombek und meint damit den Zustand des Gebäudes. Doch nicht nur baulich liegt mit dieser Kultureinrichtung vieles im Argen. Die Vorsitzende des Freundeskreises „Ehm Welk“ führte Mitgliedern des Kultur- und Sozialausschusses in deren jüngsten Sitzung die Fakten vor Augen.

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Freundeskreis macht auf Missstände aufmerksam / Literatur-Stätte muss saniert werden

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Das Gremium tagte im Ehm-Welk-Haus.

Bis 1990 hatte es noch zwei Vollzeitstellen für die Einrichtung gegeben, dann eine halbe, jetzt keine feste Stelle mehr. Führungen durch das Haus würden nur noch auf 450-Euro-Basis abgesichert. Alle Abendveranstaltungen würde der Freundeskreis organisieren und finanzieren. „Ehrenamtlich ist das ein Packen Arbeit“, sagte Ulla Golombek deutlich.

Seit zwei Jahren bemüht sich der Freundeskreis um eine vielseitige Vereinsarbeit und darum, Kinder- und Jugendarbeit im Haus zu beleben. Für künstlerische und literarische Projekte sei das Haus genau das richtige, räumlich reiche es aus. „Unser Qualitätsanspruch hat dazu geführt, dass die Besucherzahlen wieder gestiegen sind“, macht Ulla Golombek deutlich. 1489 Besucher zählte das Ehm-Welk-Haus im vergangenen Jahr. Es gebe Potenzial in dem Haus, das ihrer Meinung nach eine Nischenfunktion inne habe.

Eine Perspektive werde das Gebäude nur haben, wenn es Ehm-Welk-Haus bleibe. Doch dazu müsste sich die Stadt bekennen. Schließlich seien die Veranstaltungen ein Teil der Kultur in Doberan, betonte Hans-Werner Peine, Mitglied des Vorstandes des Freundeskreises. Und er unterstrich: „Ehm Welk ist Ehrenbürger der Stadt.“ „Die Stadt ist dankbar, dass dieses Haus mit Leben erfüllt wird“, sagte Hannes Roggelin, Mitglied des Kulturausschusses, und hob hervor, dass sich die Stadtvertretung 2014 zur Kulturstätte bekannt hätte. An den Beschluss müsse man sich halten. Ein deutlicher Satz, der Ulla Golombek und die anderen Vorstandsmitglieder überraschte, aber freute.

Andrea Lang, Leiterin der Bad Doberaner Touristinformation, unterstrich das. Es gebe einen Beschluss und Projektaufruf aus 2014. Das Nutzungskonzept müsse bis zum nächsten Jahr überarbeitet und neu für 2018/2019 eingereicht werden, um Fördergelder zu bekommen, sagte sie. Man gehe von einem Projektvolumen von 305000 Euro aus, was gut 30000 Euro Eigenanteil der Stadt bedeuten würden. Den Gedanken, das Gartengrundstück zu verkaufen, schränkten die Freundeskreis-Mitglieder ein: Das gesamte Ensemble des Grundstücks sei denkmalgeschützt.

Der Doberaner Schriftsteller Ehm Welk und seine Frau hatten im gemeinsamen Testament verfügt, dass das Haus ein Pionierhaus werden sollte. Welk starb 1966, seine Frau Agathe 1974. Inzwischen war aber die ehemalige Pestalozzi-Schule Pionierhaus geworden (heute Kornhaus). Deshalb machten sich Welks Nachlassverwalter dafür stark, dass das Haus eine Kultureinrichtung werde. Die Stadt Bad Doberan hatte die Erbschaft angenommen.

„Die Stadt hat eine Verpflichtung für das Haus“, sagte Ulla Golombek. Mit zweimal zwei Stunden Öffnungszeiten die Woche würden viele Interessenten gar nicht erreicht. „Wir müssen hier mehr Anwesenheit sichern, aber allein ehrenamtlich ist das nicht zu leisten“, sagte die Vorsitzende. Ein weiteres Problem: eine veraltete Telefonanlage und kein Internetanschluss.

Kleiner Lichtblick: Das neue Wohngebiet am Kammerhof soll Ehm-Welk-Viertel heißen und die Straßen sollen Namen von Welks Romanfiguren erhalten. „Viele ältere Menschen verbinden etwas mit dem Namen Ehm Welk. Das wollen wir hier auch jüngeren vermitteln – im Ehm-Welk-Haus“, sagte Ulla Golombek.

Renate Peter

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