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Theaterstück zeigt dunkles Stadtkapitel

Kröpelin Theaterstück zeigt dunkles Stadtkapitel

Die Proben zur „Hexe von Kröpelin“ laufen / Aufführung am Sonnabend an der Kirche

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Auch der Ehemann wendet sich von Köneke Latsch ab. Sie wurde angeklagt, Krankheiten auf Vieh und Menschen gebracht zu haben.

Kröpelin. Köneke (Kunigunde) Latsch sitzt traurig im Verließ. Sie versteht die Welt nicht mehr. Jeder ist gegen sie, sogar die eigene Schwester hält sie für eine Hexe. Köneke Latsch wird der Prozess gemacht, da kann sie noch so oft ihre Unschuld beteuern und schön singen. Die Herren der Inquisition, darunter der Bürgermeister, verurteilen sie zum Tode auf dem Scheiterhaufen.

OZ-Bild

Die Proben zur „Hexe von Kröpelin“ laufen / Aufführung am Sonnabend an der Kirche

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Die Proben für das Theaterstück „Die Hexe von Kröpelin“ laufen. Es wird am 24. Juni (Infokasten) wieder aufgeführt. Erst im Mai standen die Hobbyschauspieler in der niedersächsischen Partnergemeinde Schwarmstedt auf der Bühne. Die Kröpeliner selbst zeigten ebenfalls Interesse und so wird es geschehen, dass eines der dunkelsten Kapitel der Stadt aus dem Jahr 1666 für kurze Zeit auflebt.

„Die Nachfrage war da“, so Ilka Richter, „und wir stecken ja durch die letzte Aufführung noch gut im Text“. Sie spielt die Köneke und besitzt eine helle Stimme, mit der sie traurige Lieder anstimmt, die Gänseschauer verursachen. Nach der Probe in der Kirche sagte Pastor Olaf Pleban, der die Regie übernahm: „Gut Leute, das läuft ja.“ Er spielt den Folterer.

Durch Quälerei wurden die falschen Geständnisse aus den Frauen und Männern herausgepresst – nur, damit sie sich selbst als Hexen beschuldigten und die Ankläger ihre Beweise für die Verurteilung erhielten. Die Hexenverbrennungen erfolgten meist aus Boshaftigkeit, Angst und Unwissenheit. Die Köneke wird als Symbol für andere, die so ein Schicksal ereilte, angeklagt, Krankheiten auf Vieh und Menschen gebracht zu haben. Viele Hexenprozesse fanden im heutigen Mecklenburg-Vorpommern statt.

In Kröpelin, so ist es im Stadtmuseum zu lesen, kam es von 1665 bis 1668 zu Prozessen, bei denen elf Menschen, darunter sieben Männer, zum Tode verurteilt wurden. 1999 ließen Kröpeliner die Geschichte wieder aufleben, indem sie das Theaterstück „Die Hexe von Kröpelin“ zur 750-Jahrfeier der Stadt mit Mitgliedern der Kirchgemeinde, des Mühlenvereins und anderer Hobby-Schauspieler uraufführten. Die Besetzungen wechselten, aber mittlerweile sind sie so gut geworden, dass sich die Zuschauer schon fast in einem realen Stück wähnen. Sollte einer seinen Text vergessen, dem hilft Bibliothekarin Elke Peters als Souffleuse aus.

Das Schauspiel in sieben Bildern schrieb die ehemalige Pädagogin und ehemalige Stadtvertreter-Vorsteherin Elisabeth Cordshagen. Sie fand eine interessante Idee, um die erste Hexenverbrennung in der Region 1336 ins Stück zu integrieren. Nämlich indem sie Köneke Latsch einen Traum haben ließ. Schon Pastor Heinrich, Schreiber aus Brunshaupten, setzte Köneke Latsch 1911 mit seinem Buch „Die Hexe von Kröpelin“ ein Denkmal. Margarete Genseke aus Hohenfelde war die erste für Mecklenburg bekannt gewordene Hexenverbrennung. Sie sollte mittels Zauber versucht haben, den Herzog Albrecht II. von Mecklenburg zu töten. Am 21. Juli 1336 wurde Margarete Genseke auf dem Kröpeliner Galgenberg verbrannt. Köneke Latsch wird nach Folter durch die Uni Greifswald verurteilt und verbrannt. „Sie ward als Hexe belegt, als solche erkannt und für schuldig befunden“, heißt es 1666.

Die Hexe zu Johanni

„Die Hexe von Kröpelin“ wird am 24. Juni ab 19.30 Uhr zwischen dem Kröpeliner Rathaus und Kirche wieder aufgeführt. Der Eintritt ist frei. Der Johannistag, auch Johanni genannt, ist das Hochfest der Geburt Johannes des Täufers am 24. Juni. Verknüpft ist der Tag mit Festen im Zusammenhang mit der Sommersonnenwende am 21. Juni und dem Johannisfeuer. Mit diesem Fest feiert man den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. In das Sonnenwend-Feuer geworfene Wünsche und Opfergaben begünstigen eine angeblich reiche Ernte.

Sabine Hügelland

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