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„Wilhelmine“ hat sich schick gemacht

Kühlungsborn „Wilhelmine“ hat sich schick gemacht

Neues Modehaus: Jugendstil-Villa an Kühlungsborns Strandstraße soll junge und jung gebliebene Leute anlocken

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Die Jugendstil-Villa „Wilhelmine“ am Kühlungsborner Kreisel: Hier ist jetzt im Erdgeschoss ein Modegeschäft eingezogen.

Quelle: Lennart Plottke

Kühlungsborn. Noch rollen an der Kühlungsborner Strandstraße die Bagger, sind Wegebauer und Maler am Werk: Doch seit einigen Tagen sind die Gerüste an der schmucken Jugendstil-Villa abgebaut, und die „Wilhelmine“ zeigt sich wieder in ihrer ganzen Schönheit. Bis Ende 2014 noch eine Pension, beherbergt das 1899 errichtete Gebäude ab sofort ein Modehaus.

 

OZ-Bild

Historische Ansicht: So sah es rund um die Pension „Wilhelmine“ noch vor etwa 125 Jahren aus.

Quelle: OZ-Archiv

Wechselvolle Geschichte

1899 baute Fischer Johann Schneidewind an der Strandstraße eine Pension, die er nach seiner Frau Wilhelmine benannte.

1978 – bis zu diesem Jahr war die „Wilhelmine“ privates Vertragshaus des FDGB-Feriendienstes der DDR.

1993 ging das Haus „Wilhelmine“ wieder in Privatbesitz über. 1994/95 erfolgten Sanierung und Modernisierung mit kompletter Erneuerung des Dachgeschosses.

„Im Souterrain und dort, wo im Erdgeschoss Hotel-Restaurant und Rezeption waren, gibt es jetzt mit ,For You’ und ,Attaxx’ zwei Mode-Geschäfte unter einem Dach“, erklärt Eigentümer Hermann Olderog. Im übrigen, größeren Bereich des Hauses sind anstelle von Hotel-Zimmern und Suiten „drei oder vier große Wohnungen“ geplant.

Nachdem die früheren Pensionsbetreiber die Villa aus persönlichen Gründen an den Schleswig-Holsteiner verkauft hatten, stand das Gebäude fast zwei Jahre leer. „Ich habe mir beim Umbau des Hauses alle Zeit genommen, um die Schönheit des Jugendstils zu erhalten“, erklärt Olderog.

Die „Wilhelmine“ – nur ein paar Meter von der Seebrücke entfernt – hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: 1899 baute der Fischer Johann Schneidewind an der nördlichen Strandstraße ein Haus, das er nach seiner Frau Wilhelmine benannte. 1911 wurde es zur Pension, 1926 entstand schließlich das Hotel „Wilhelmine“. 1930 wurde die massive Veranda vor dem Saal angebaut, während der Nazizeit war das Haus zeitweilig Kinderferienheim, im zweiten Weltkrieg fungierte es auch als Lazarett.

Im Rahmen der Aktion „Rose“ wurde Wilhelmine Schneidewind 1953 enteignet, das Haus zum FDGB-Ferienheim. Bis zum Jahr 1978 war die „Wilhelmine“ privates Vertragshaus des FDGB-Feriendienstes der DDR, der es schließlich kaufte. Im Erdgeschoss war die „Spowa“ untergebracht – so hießen Sportartikelgeschäfte in der DDR.

1993 ging das Haus „Wilhelmine“ schließlich wieder in Privatbesitz über, es erfolgten Sanierung und Modernisierung mit kompletter Erneuerung des Dachgeschosses. Bis zum Jahr 2000 folgte schrittweise der Anbau von zwei weiteren Häusern an das Haupthaus, die einem separaten Eigentümer gehören.

Hermann Olderog führt, in dritter Generation, gemeinsam mit seiner Frau Irene in Burg auf Fehmarn ein Mode-Haus, dessen Ursprünge in das Jahr 1883 zurückreichen. „Wir haben mit weiteren Geschäften in Heiligenhafen, Oldenburg, Grömitz und Travemünde die Ostseeküste entlang der Lübecker Bucht besetzt“, sagt der Geschäftsmann. „Dazu sind wir in Büsum an der Nordsee vertreten und haben unseren Blick schon länger auf die Ostseebäder in Mecklenburg-Vorpommern mit ihrem großen Potenzial gerichtet – in Kühlungsborn hat sich in einer Top-Lage eine tolle Gelegenheit geboten.“ Sein Modehaus setze auf Damen- und Herren-Bekleidung mit Marken im gehobenen Segment und auf „Mode für junge und jung gebliebene Leute von angesagten Labels“, erklärt Hermann Olderog.

Seine Marketing-Experten hätten sich das bestehende Einzelhandelsangebot in Kühlungsborn sehr genau angeschaut und „festgestellt, dass es gerade im Bereich der Mode an trendigen Angeboten für die jüngere Zielgruppe mangelt“.

Lennart Plottke

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