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Zum Welttag des Buches: Postbotin verschenkt Lesestoff

Bad Doberan/ Reddelich Zum Welttag des Buches: Postbotin verschenkt Lesestoff

Zudem erhalten 400 Schüler in Bad Doberan und Parkentin Bücher

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Postbotin Kathrin Gabrowski hat Ursel Pinnow aus Reddelich mit einem Buch überrascht.

Quelle: Foto: Anja Levien

Bad Doberan/ Reddelich. Früher hat Ursel Pinnow gerne Bestseller gelesen, in denen es um Mord und Todschlag ging. Heute greift die 68-Jährige lieber zu historischen Romanen. Ihr Bücherbestand hat sich diese Woche erweitert. Postbotin Kathrin Gabrowski hat die Reddelicherin mit einem kostenlosen Buch überrascht. Denn die Zustellerin hatte nicht nur Briefe in der Tasche, sondern auch eine Kiste mit Büchern in der Hand, die sie anlässlich des Welttags des Buches an diesem Sonntag verschenkte.

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Zudem erhalten 400 Schüler in Bad Doberan und Parkentin Bücher

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Die Deutsche Post möchte in Zusammenarbeit mit der Stiftung Lesen die Lesekompetenz und die Leserfreude fördern. Nicht nur bei den Postkunden. Für alle Schüler der vierten und fünften Klassen gibt es diesmal das Welttagsbuch „Das geheimnisvolle Spukhaus“ von Henriette Wich. In Bad Doberan und Parkentin können sich 400 Schüler über das Lesewerk freuen. Zusätzlich ist das Buch mit einer 32-seitigen Bildergeschichte angereichert. Dadurch erhalten auch Integrations- und Willkommensklassen mit Flüchtlingskindern, Förderschulen und Kinder mit Lese- und Lernschwächen die Möglichkeit, das Angebot anzunehmen, teilt die Post mit.

Ursel Pinnow ist überrascht von der Aktion und freut sich über ihr neues Buch. „Helens Geheimnis“ von Lucinda Riley hat sie aus der Box genommen. „Ich war Lehrerin für Deutsch und Musik. Ich kann es mit dem Lesen nicht lassen“, sagt sie und lacht. Sie habe ein Tablet, auf dem sie aktuelle Werke lese. „Ich lese meistens von 14 bis 16 Uhr und kurz vor dem Abendbrot“, erzählt sie. Lesen sei ihre Hauptbeschäftigung. Sie sei nicht der Fernsehtyp. „Ich bin wissbegierig. Wenn ich etwas in dem Buch nicht verstehen, schlage ich es nach.“ Ihre Leseleidenschaft teile sie mit ihrem Mann. „Er liest alles, was mit U-Booten zu tun hat“, sagt sie. Am Abend lese er ihr auch aus seinen Büchern vor. „Auch wenn ich es gar nicht hören möchte“, sagt sie und lacht.

Vor allem auf Flohmärkten stöbere sie nach neuem Lesestoff. Für Reddelich würde sie sich ein Bücher-Häuschen oder einen Raum wünschen, in denen man aussortierte Bücher kostenlos abgeben und tauschen könne. „Ich würde mich auch darum kümmern“, sagt sie.

In der Box von Kathrin Gabrowski finden sich Romane, Krimis, Biografien. Auch Barbara Umnus findet ein Werk nach ihrem Geschmack, als die Postbotin bei der 53-Jährigen klingelt. „Ich lese nachmittags, abends, auch nachts, wenn ich nicht schlafen kann“, sagt die Reddelicherin. Allerdings müsse sie dann manchmal die Seiten doppelt lesen, weil sie dann doch kurz einnicke, erzählt sie und lacht. Vor allem Krimis und Belletristik kommen dann vor die Nase und so wählt sie „Girl on the train“ von Paul Hawkins aus. Die Aktion der Post und Stiftung Lesen finde sie nicht schlecht. Sie kaufe sich selten Bücher. „Wir tauschen viel im Bekanntenkreis.“

„Wir wollen das Leseverständnis bei den Bürgern stärken“, sagt Postsprecher Jens-Uwe Hogardt. Das Lesen schule nicht nur den Wortschatz, sondern unterstütze auch das Schreiben. Immer weniger werden handgeschriebene Briefe geschrieben und verschickt. Es gebe immer weniger Brieffreundschaften. Das Lesen fördere die Sprachbildung. „Wer nicht lesen kann, kann auch nicht schreiben.“

Und so unterstütze die Deutsche Post nicht nur das Lesen, sondern fördert auch, wenn Kinder Stift und Papier in die Hand nehmen. In den Weihnachtspostämtern, in denen die Briefe der Kinder eingehen, die an den Weihnachtsmann schreiben, wurden im vergangenen Jahr die Briefe von einer halben Millionen Kinder beantwortet, sagt Jens-Uwe Hogardt. „Sie bekommen eine Weihnachtsgeschichte in gedruckter Schreibschrift zurück.“ Erstmals wurden in Ostereistedt bei Stade in diesem Jahr 30000 Briefe von Kindern beantwortet, die sich an den Osterhasen gewandt haben.

100 Länder feiern den Welttag

Die UNESCO-Generalkonferenz hat 1995 den 23. April zum „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ ausgerufen. Das Datum geht auf eine Tradition in Katalonien zurück: Zum Namenstag des Schutzheiligen St. Georg werden dort Rosen und Bücher verschenkt. Der 23. April ist zugleich der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes. Der Welttag des Buches wird heute in über 100 Ländern gefeiert, in Deutschland seit 1996.

Anja Levien

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