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Zwischen Schmuck und blauem Glas

Bad Doberan Zwischen Schmuck und blauem Glas

„Kunst offen“ lockte wieder die Besucher / Keramikerin Susanne Wunder verstarb kurz vor Pfingsten

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Fred Schulz und seine Tochter Emily in ihrer Blauglas-Ausstellung in Walkenhagen.

Quelle: Fotos: Renate Peter

Bad Doberan. Die offiziellen gelben Schirme zu „Kunst offen“ scheinen nicht gereicht zu haben für alle Künstler und Kunsthandwerker. Fred Schulz hatte zunächst einen blau-weißen Schirm vor die Tür gestellt, doch dann wurde ihm privat ein gelber gebracht. Obwohl Blau ein Symbol für seine Handwerkskunst ist. Seine Blauglasausstellung füllen 1200 Teile – Flaschen, Vasen, Gläser, Krüge und sogar eine Glasurne aus Schweden stehen in der Galerie und Manufaktur neben seinem Wohnhaus in Walkenhagen. „Es ist die größte Blauglasausstellung Deutschlands“, sagt der 51-Jährige stolz. Das älteste Exponat stammt von 1800. Im Jahr 2000 hatte er angefangen zu sammeln. Der gelernte Elektriker arbeitete auch als Hofmeister bei der Entsorgungsfirma Veolia. Dann kam eine schwere Krankheit. Fred Schulz suchte und fand einen Weg daraus. Er beschäftigte sich mit Glas. Aus alten Flaschen werden Käse- und Oliventabletts, Wanddekorationen oder in Verbindung mit Holz Kerzenhalter. Teilweise drücken die gläsernen Upcycling-Werke seine Lebensgeschichte aus, das was ihn bewegt. Sie sollen aber auch zum Überlegen anregen.

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„Kunst offen“ lockte wieder die Besucher / Keramikerin Susanne Wunder verstarb kurz vor Pfingsten

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Wir waren oft bei Künstlern in Glashagen. Jetzt wollten wir in Westenbrügge vorbeischauen.“Jürgen Hartmann,

Hohenfelde

„Die Arbeit mit Glas ist für mich Therapie und macht einfach Spaß“, sagt der gebürtige Doberaner. Beruflich wagt er einen Neuanfang. Er absolviert eine Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher – ebenso wie seine Tochter. Die 21-Jährige ist gelernte Sozialassistentin, will aber auch Orthopädieschuhmacher werden.

Emily und Fred Schulz verbindet aber nicht nur der künftige Beruf. „Sie ist meine Managerin in der Glasmanufaktur“, sagt der Vater. Viele ihrer Ideen stecken in den Glassachen, bevor sie bei 850 Grad geschmolzen und geformt werden. Zu „Kunst offen“ hatten Freunde der Familie selbst gebaute Möbel aus altem Holz auf den kleinen Hof an der Manufaktur gestellt. Hölzerne Kunstwerke als Ergänzung.

Seit einem halben Jahr hat Bernd Kirchner seine Werkstatt in Westenbrügge auf dem Gutshof. „Ich wollte den Rest meines Lebens an der Ostsee verbringen“, sagt der Mann, der ursprünglich aus Fürstenwalde kommt. Jetzt wohnt und arbeitet er gegenüber des Gutshauses. Eine neue Maschine ist angeschafft. Im Regal liegt Schmuck aus Edelstahl. Den will er nicht nur in der Werkstatt, sondern auch in Boutiquen verkaufen. „Ich möchte aber auch Skulpturen aus Metall bauen“, sagt er.

Im Gutshaus ist eine Ausstellung von Susanne Wunder aufgebaut. Doch die Stimmung ist traurig. Die Diplom-Architektin und freie Keramikerin wollte ihre Werke und Fayencemalerei selbst präsentieren, zum ersten Mal in Westenbrügge. Doch wenige Tage vor Pfingsten ist die 44-Jährige verstorben. Ihr Bild und ein Licht standen inmitten ihrer Werke. Es sei in ihrem Sinne, dass die Ausstellung trotzdem stattfindet, sagen ihr Lebensgefährte, ihre Freundin Bärbel Dreßler und Thomas Neumeister, der im Gutshaus am Sonnabend und Sonntag zu Tangomilonga eingeladen hatte. „Seit Herbst haben wir gemeinsam geplant“, sagt Bärbel Dreßler. Die Holzbildhauerin aus Thüringen betreibt seit 2001 einen Steinmetzbetrieb und war nach Westenbrügge mit Schmuck aus Speckstein gekommen. Und sie lud Interessierte zum Selbermachen ein. Ursula und Jürgen Hartmann nutzten die Gelegenheit. Sie hatten mehrere Galerien besucht und freuten sich über das Angebot.

In der Hansestadt und im Landkreis Rostock hatten 98 Künstler ihre Ateliers geöffnet, in der Region Bad Doberan allein über 40.

Renate Peter

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