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Lärmgeplagte suchen Gespräch mit der Stadt

Bad Doberan Lärmgeplagte suchen Gespräch mit der Stadt

Verkehr, Fußball, Veranstaltung: Aktionsbündnis gegen Lärm in der Stadt fordert im Gespräch mit Bürgermeister Thorsten Semrau Temporeduzierung und Lärmschutzwand

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Wir dürfen die Veranstal- tungen nicht wegdividieren.“Thorsten Semrau, Bürgermeister

Bad Doberan. Beschallung durch Veranstaltungen auf Kamp, Rennbahn und Sportplatz, Verkehrslärm durch Tempowechsel und Krach durch Missbrauch des Parkdecks am Busbahnhof – das Aktionsbündnis gegen Lärm in der Stadt hat jetzt das Gespräch mit Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) gesucht. Ergebnis: An einigen Stellen könnte der Lärm bald reduziert werden.

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Verkehr, Fußball, Veranstaltung: Aktionsbündnis gegen Lärm in der Stadt fordert im Gespräch mit Bürgermeister Thorsten Semrau Temporeduzierung und Lärmschutzwand

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Das Aktionsbündnis hat sich Anfang 2015 aufgrund der zunehmenden Verlärmung in der Stadt gegründet. Die 15 Mitglieder berufen sich auf die deutschlandweite Studie „Vergleichende Qualitätsbewertung von Heilbädern und Kurorten“ aus dem Jahr 2007, nach der Bad Doberan flächendeckend schmutzig und laut sein soll, teilen die Mitglieder des Bündnisses in einer Mitteilung mit. Während gegen den Schmutz vorgegangen würde, nehme der Lärm weiter zu. Als Beispiel nennen sie die Raserei in der Goethestraße. Hier fordern sie Tempo 30. „Da sind wir mit dem Landkreis an der Prüfung dran“, sagt Thorsten Semrau, der überhaupt für Tempo 30 in der Innenstadt ist. Da ist er sich mit dem Aktionsbündnis einig. Die Beschilderung vom Nienhäger Kreisel bis zur Alexandrinenplatz-Kreuzung mit Tempo 50 und Tempo 30 sei unsinnig. Auch der Lärmaktionsplan der Stadt sieht eine Geschwindigkeitsreduzierung vor.

Mehr Lärmschutz soll es auch bald für die Doberaner geben, die ihre Häuser zwischen Dammchaussee und Randstraße stehen haben. Seit zehn Jahren müssten sie den Lärm von zwei Straßen erdulden, die Belastung der Umgehungsstraße werde von jetzt 6000 Fahrzeuge auf 9000 ansteigen, so das Aktionsbündnis. Mit dem neuen Wohngebiet dort werde auch eine Lärmschutzwand gebaut, kündigt Thorsten Semrau an. Sobald die Dammchaussee in Verantwortung der Stadt sei, solle Tempo 50 herrschen. Jetzt ist noch der Landkreis für die Straße zuständig, soll in einem Tausch, dann die Randstraße zugesprochen bekommen.

Während des Gesprächs brachte das Aktionsbündnis auch die Belastung der Ehm-Welk-Straße auf dem Buchenberg zur Sprache. „Es fehlt die zweite Zufahrt vom Gewerbegebiet zum Neubaugebiet Buchenberg, sodass diese Wohngebietsstraße zu einer stark frequentierten Straße wurde“, kritisieren die Lärmgeplagten. Die Zufahrt über die Erweiterung des Parkentiner Landweges sei weiterhin vorgesehen, so der Bürgermeister. „Wir sind da dran und wollen das Gewerbegebiet Eikboom erweitern“, sagt Semrau.

Dauerthema seit mehreren Monaten ist der Lärm, der vom Parkdeck und vom Sportplatz ausgehe. Autofahrer würden die Parkmöglichkeiten kaum noch annehmen, weil die Gefahr vor Vandalismus im Parkdeck hoch sei, teilt das Aktionsbündnis mit und fordert eine Schrankenanlage und Kameras. Das Parkdeck würde zweckentfremdet, sagt Semrau. „Da müssen wir gucken und sind offen für Ideen“, so der Bürgermeister. „Wir hoffen, dass mit dem Parkraumbewirtschaftungskonzept eine Änderung eintritt, wenn das Parkdeck voll belegt ist.“ Denn dieses soll kostenfrei, im Gegenzug die Stellflächen am Drümpel kostenpflichtig werden. Die Stadt wartet noch auf eine Antwort aus dem Wirtschaftsministerium, ob das möglich wäre, denn beide Projekte wurden mit Mitteln der Städtebauförderung finanziert.

Um den Streit um den Lärm auf dem Sportplatz speziell am Wochenende beizulegen, soll für die nächste Gesprächsrunde Anfang Juli der Doberaner Fußball Club (DFC), der den Platz gepachtet hat, eingeladen werden. Auch Mitarbeiter des TÜV Nord, die das Lärmgutachten erstellt haben, sollen mit dabei sein, kündigt Thorsten Semrau an. „Wir müssen mit dem DFC sprechen und gucken, dass der Frieden wiederhergestellt wird. Der Sportplatz ist da und ist als Vereins- und Schulsportplatz gebaut“, sagt Semrau und widerspricht dem Bündnis, das darauf beharrt, der Platz sei für Schulsport und zum Üben für Vereine ausgelegt.

Als letzter Punkt wurden die Veranstaltungen im Stadtgebiet angesprochen. Gerade in den Sommermonaten komme es zu tagelangen Lärmbelästigungen bis spät in die Nacht. EU- und Landesrichtlinien zum Immissionsschutz müssen eingehalten werden, fordert das Bündnis. „Wir dürfen die Veranstaltungen nicht wegdividieren“, warnt Semrau. Kamp, Münster und Rennbahn seien Veranstaltungsorte. Allerdings müsse darauf geachtet werden, dass die Auflagen für die Veranstaltungen eingehalten würden.

Anja Levien

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