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Marode Kirchen: Jedes Jahr werden Millionen investiert

Bad Doberan Marode Kirchen: Jedes Jahr werden Millionen investiert

450 kirchliche Gebäude gibt es in der Propstei Rostock / Im Doberaner Bereich werden vier Kirchen saniert / Einwerbung von Fördergeldern wird schwieriger

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Karsten Hub, Baubeauftragter der Propstei Rostock, zeigt seinen Zuständigkeitsbereich. Er betreut 450 kirchliche Gebäude.

Quelle: Fotos: Katarina Sass

Bad Doberan. Alt Karin, Rethwisch, Hanstorf, Retschow und Satow: Die Dorfkirchen in diesen Orten werden gerade saniert oder müssen dringend saniert werden. Darum kümmert sich Karsten Hub. Er ist der Baubeauftragte der Propstei Rostock, zu der auch der Bereich um Doberan gehört. Hub wacht über 450 kirchliche Gebäude. Jährlich werden etwa vier bis fünf Millionen Euro in Sanierungsarbeiten in seinem Bereich investiert. Und es ist noch lange nicht Schluss.

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450 kirchliche Gebäude gibt es in der Propstei Rostock / Im Doberaner Bereich werden vier Kirchen saniert / Einwerbung von Fördergeldern wird schwieriger

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Von Rostock bis nach Krakow, von Kühlungsborn bis nach Dragun – der Einzugsbereich der Propstei Rostock umfasst 184 Kirchen. „Der Zustand reicht von gut durchsaniert bis dringend sanierungsbedürftig“, sagt Karsten Hub, der aktuell 42 Bauprojekte betreut. Bei ihm landen die Anfragen der Kirchengemeinden, die Reparaturen für ihre Kirche anmelden. Aktuell wird der Holzturm in Rethwisch instand gesetzt. Es ist die erste Komplettsanierung des hölzernen Anbaus, der den Glockenstuhl beherbergt und war ursprünglich nur eine Übergangslösung. Alles geschieht unter dem Aspekt des Denkmalschutzes. „Es muss so viel wie möglich erhalten bleiben. Einiges wird nur ergänzt“, so Hub. Die Dachschindeln aus Holz werden durch Ziegel ersetzt.

Es sind aber weniger Holztürme, Altare oder Glockenstühle, sondern vor allem die Dächer, Dachstühle und Fassaden, die marode sind. Wie zum Beispiel in Alt Karin. Hier wird in diesen Tagen der mittelalterliche Dachstuhl instand gesetzt und das Dach neu gedeckt. „Satow ist auch so ein Fall“, sagt Hub. „Hier muss das Dach dringend saniert werden. Aber es ist eine neugotische Kirche.“ Das heißt, es werde schwierig dafür Gelder von Stiftungen oder Spendern zu bekommen. Zu „neu“ sei die Kirche und damit weniger attraktiv.

Der Architekt schätzt, dass etwa ein Drittel bis ein Viertel der Gelder aus öffentlichen Fördertöpfen kommen. Die Kirchen müssen oft mit der Sanierung von Kindergärten oder dem Bau von Radwegen konkurrieren, wenn es um Leader-Mittel geht. „Dann haben wir noch die Möglichkeit, Gelder aus dem landesherrlichen Patronat einzusetzen“, sagt Hub. Das sind Summen, die das Land prozentual an die Kirchenkreise für bauliche Zwecke zahlt. Das Besondere: Die Summe wird um den Eigenanteil verdoppelt. Das heißt, je mehr die Kirchengemeinde aufbringen kann und von Stiftungen bekommt, desto höher ist letztlich die gesamte Fördersumme. Verwenden darf der Kirchenkreis auch einen Teil der Einnahmen aus der Vermietung oder Verpachtung von Gebäuden. Doch das reicht noch lange nicht aus. „Wir sind immer auf externe Fördermittel angewiesen“, sagt Karsten Hub. Er schätzt, dass der Baubedarf noch bei 50 Millionen Euro liegt.

Deike Möller ist Referentin im Baudezernat im Landeskirchenamt und bestätigt den enormen Sanierungsbedarf der Gotteshäuser. „Es ist in den letzten 25 Jahren schon sehr viel gemacht worden, aber es gibt immer noch viel zu tun.“ Sie kümmert sich um den Denkmalschutz. Stark engagiert ist der Verein „Dorfkirchen in Not“, der einzelne Dorfkirchen fördert und Spenden einwirbt. Auch die Kirche in Russow war dabei und wurden 2013 saniert.

Katarina Sass

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