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Medaillen für ehrenhafte Naturfreunde

Bad Doberan/Güstrow Medaillen für ehrenhafte Naturfreunde

Landkreis würdigt ehrenamtliches Engagement / Reddelicher Obstarchen-Initiatorin erhält Auszeichnung

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Dr. Silvia Kastell wurde für ihr Projekt „Reddelicher Obstarche“ geehrt.

Quelle: Fotos: Mathias Otto

Bad Doberan/Güstrow. Die einen retten Jungtiere vor dem Mähdrescher oder bauen für Igel Unterkünfte. Andere pflanzen historische Obstbäume. Und alle haben eines gemeinsam:

OZ-Bild

Landkreis würdigt ehrenamtliches Engagement / Reddelicher Obstarchen-Initiatorin erhält Auszeichnung

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Die Preisträger

Auszeichnung in Gold: Heinz Stegemann (Kreisjägermeister)

Silber: Frank Demke (Wildtierhilfe MV), Heidi French (Igel-Hotel), Dr. Silvia Kastell (Reddelicher Obstarche), Heinz König (Leitung IG „Natur“ Natur- und Umweltpark 1990 bis 2012), Torsten Marczak (Fachgruppe Ornithologie Bützow), Dirk Seemann (Naturschutzverein), Maik Neuenberg (Renaturierung Beke), Hans-Heinrich Zöllick (Betreuung Weißstörche)

Sie setzen sich für Natur und Umwelt ein. Dafür wurden gestern Abend neun Menschen aus dem Kreisgebiet im Güstrower Wildpark geehrt. Kreistagspräsidentin Ilka Lochner-Borst (CDU) und Landrat Sebastian Constien (SPD) haben unter dem Motto „Stark für Natur und Umwelt im Landkreis Rostock“ acht Mal die Ehrenmedaille in Silber und einmal in Gold verliehen. Eine Geehrte: Dr. Silvia Kastell aus Reddelich.

Großer Gewinner des Abends: Heinz Stegemann. Noch bevor die Güstrower Jagdhornbläsergruppe „Zur Grenzburg“ ihr erstes Lied anstimmten, nahm der Kreisjägermeister sichtlich gerührt die Ehrenmedaille in Empfang. Seit 60 Jahren gibt er nun schon sein waidmännisches Wissen weiter, auch in der Funktion als Jagdprüfer. Als Jäger engagiert er sich für den Erhalt, die Pflege und Hege der Natur im Kreis. „Ich war total überrascht, dass ich für diesen Preis vorgeschlagen wurde. Es ist für mich eine große Anerkennung“, sagt er.

In ganz unterschiedlichen Bereichen engagieren sich Menschen zwischen Rerik und Krakow am See. Und immer aus persönlichem Antrieb, die Natur zu schützen. Acht Leute bekamen deshalb die silberne Ehrenmedaille, darunter Dr. Silvia Kastell aus Reddelich. Sie ist die Einzige, die gleich von drei Leuten für diesen Preis vorgeschlagen wurde. Sie ist seit zwei Jahren die Leiterin und Koordinatorin des Projektes „Reddelicher Obstarche“. Besonders der Erhalt von historischen Obstsorten hat sie sich zur Aufgabe gemacht. „Ich will mit meiner Arbeit Werte schaffen, die jahrzehntelang Bestand haben“, sagt sie. Demnächst wird der erste Saft aus den Äpfeln gepresst. Auch Apfelbrand soll noch in diesem Jahr hergestellt werden. „Wir werden die Produkte verkaufen, die Erlöse fließen dann wieder in unser Projekt“, so Silvia Kastell. Große Freude auch bei Frank Demke aus Dolgen am See. Er wurde dafür ausgezeichnet, dass er als Mitglied des Vereins „Wildtierhilfe MV“ Jungtiere in Feldern vor den Mähdreschern rettet. „Hinter diesem Projekt stecken viele Leute. Ich bin stolz auf diese Ehrung des Landkreises und habe die Ehrenmedaille stellvertretend für den Verein entgegengenommen“, so Frank Demke.

Auch in Sachen Flüchtlingspolitik sind viele Menschen ehrenamtlich engagiert. „Wie wertvoll und wichtig das Ehrenamt ist und mit welch großem Engagement es in unserem Landkreis gelebt wird, haben wir im zurückliegenden Jahr erlebt.“ Landrat Constien nahm die Feierstunde zum Anlass, um auch denjenigen zu danken, die sich freiwillig als Flüchtlingsbetreuer eingesetzt haben.

Die Integration müsse nun nahtlos aus der Betreuung hervorgehen, sagt der Landrat beim anschließenden Jahresempfang. „Jeder Einzelne von uns ist Teil dieser Aufgabe. Die Integration ist meines Erachtens die große Herausforderung in den kommenden Jahren“, so Constien. Im Kreis würden geordnete Verhältnisse herrschen, da die „Ausländerbehörde und der Fachdienst Integration und Unterbringung intensiv an der Betreuung und Kontrolle der Flüchtlinge arbeiten.“ Aber auch aus finanzieller Sicht stehe der Landkreis gut da. Die Verschuldung sinke bis Jahresende weiter auf rund 70,6 Millionen Euro. „Das sind rund 27 Millionen Euro weniger als bei der Gründung unseres Kreises“ betont der Landrat. Dies sei das Ergebnis umsichtiger und verantwortungsvoller Haushaltsführung.

Mathias Otto

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