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Mit Geschick, Geduld und Kreativität zur Klöppel-Spitze

Bad Doberan Mit Geschick, Geduld und Kreativität zur Klöppel-Spitze

Doberaner Handarbeitsgruppe trifft sich seit 30 Jahren / Kornhaus zeigt Werke

Bad Doberan. Konzentriert blickt Loritha Pospischil auf das Kissen, das vor ihr auf dem Tisch liegt. In den Händen hält sie spindelförmige Spulen, sogenannte Klöppel, auf denen Garn aufgewickelt ist.

„Klöppeln ist eine Mischung aus Weben und Flechten. Es erfüllt mich und ist meine liebste Beschäftigung“, erzählt die 65-Jährige, während sie die Holzstäbe flink miteinander kreuzt und verdreht, um die Fäden zu verflechten. „Manchmal muss man mich stoppen – mit der Zeit geht das auf die Arme und in den Rücken.“ Die Fäden legt sie entsprechend einem Muster, das auf dem Kissen befestigt ist, und fixiert diese mit Stecknadeln. „Das wird eine Eule“, erklärt Pospischil.

Seit nunmehr 30 Jahren trifft sich die „Klöppelgruppe“zweimal im Monat in Bad Doberan. Derzeit arbeiten 24 Frauen im Alter zwischen 40 und 85 Jahren an Decken, Gardinen, Figuren und Dekorationen mit dem Spitzen-Muster. Anlässlich des Jubiläums zeigen sie im März eine Auswahl ihrer Werke im Kornhaus.

„Wir waren in den vergangenen Jahren bei vielen Ausstellungen. Unter anderem im Moorbad in Bad Doberan, im Kornhaus, in Rakow und sogar in Rostock. Außerdem gab es 2004 ein großes Klöppel-Treffen mit anderen Gruppen“, erinnert sich Christa Rebal. „Ich mag die Gemeinschaft.“ 1987 hat die heute 79-Jährige einen Lehrgang für DDR–Zirkelleiter absolviert und im Anschluss die Handarbeitsgruppe gegründet. „Ich wollte das unbedingt lernen“, erklärt die Neubukowerin. „Wir haben uns belesen und uns Schritt für Schritt an dieses Handwerk herangetastet.“

Vor 25 Jahren stieß schließlich Ulrike Görlitz als Kursleiterin zu der Gruppe hinzu. „Ich klöppel, seit ich sieben Jahre alt bin und habe das von der Pike auf gelernt“, sagt die 72-Jährige. „Es ist eine Kunst. Zunächst muss man lernen, vier Fäden miteinander zu verflechten. Hinterher kommen andere Techniken hinzu.“ Besonders wichtig sei eine gute Fingerfertigkeit. „Bei der Arbeit kann ich super abschalten – man muss sich konzentrieren“, sagt die gebürtige Erzgebirgerin. „Es ist schön, hinterher das Ergebnis zu betrachten. Durch die verschiedenen Garn-Farben sowie das Drehen der Klöppel entstehen wunderbare Muster.“

Loritha Pospischil nickt zustimmend. „Es ist jedes Mal eine Überraschung, wie das Muster gelungen ist“, sagt sie. Seit neun Jahren ist sie Teil der Gruppe. „Ich war schon beim ersten Treffen angetan – ich konnte gar nicht mehr aufhören.“ Seitdem ist die 65-Jährige nahezu täglich am Klöppeln. Zahlreiche selbstgemachte Figuren, Deckchen und Bilder zieren ihre Wohnung. „Am liebsten mag ich Naturmotive – ich stimme sie immer auf die jeweilige Jahreszeit ab.“

Für die Eule braucht sie nur wenige Stunden. Nach der Fertigstellung der Spitze werden die Stecknadeln herausgezogen und das Material vom Kissen abgenommen. Besonders stolz ist die ehemalige Grundschullehrerin auf eine rot-orangefarbene Drachenfigur, an der sie mehrere Tage lang gearbeitet hat. „Bestimmt 90 Stunden Arbeitszeit“, schätzt die Seniorin. „Pro Kunstwerk braucht man bis zu 100 Klöppel-Paare – da muss man ziemlich aufpassen, dass man auch die richtigen bewegt.“

Die Frauen hoffen, bald auch jüngere Mitglieder in ihrer Gruppe begrüßen zu können. „Wir haben schon so vielen das Klöppeln beigebracht“, sagt Ulrike Görlitz. „Wir freuen uns, den Besuchern der Ausstellung von der Handarbeit zu erzählen und zu begeistern.“

Katharina Ahlers

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