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Musiker begeistern Jury und Publikum

KOMMENTAR Musiker begeistern Jury und Publikum

Mehr als 100 Talente stellten sich am Samstag beim „Podium Tasteninstrumente“ dem Wettbewerb

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OSTSEE-ZEITUNG Bad Doberaner Zeitung

Prädikat „ausgezeichnet“: Clara Constanze Schulz spielte Domenico Scarlattis „Sonatina in C“. FOTOS: LENNART PLOTTKE

Bad Doberan. . Der letzte Ton ist verklungen. Für einen Augenblick ist es ganz still im Festsaal der Doberaner Kreisverwaltung. Dann brandet tosender Applaus auf, vereinzelt sind „Bravo“-Rufe zu hören. Und vorn, auf der Bühne, strahlen sich Anne Sophie Timm und Clara Beigang an, verbeugen sich und genießen den Moment. „Wir haben eben den ,Winter’ aus Vivaldis ,Vier Jahreszeiten’ gehört“, sagt Liane Vierk. „Aber uns ist dabei ganz schön heiß geworden.“

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Mehr als 100 Talente stellten sich am Samstag beim „Podium Tasteninstrumente“ dem Wettbewerb

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Die Leiterin der Kreismusikschule in Bad Doberan ist sichtlich stolz – stolz auf ihre Schüler, und stolz auf die gesamte Veranstaltung „Podium Tasteninstrumente“, die im Preisträgerkonzert ihren feierlichen Abschluss findet. „In diesem Jahr haben sich insgesamt 103 Teilnehmer dem Wettbewerb und einer Jury gestellt“, freut sich Vierk. „So viele, wie noch nie.“ Offenbar würden sich die jungen Talente wieder mehr zutrauen – „und das in einer Zeit, wo immer mehr Leistung gefragt ist“.

Das große Pfund der Musikschule sei, dass der Nachwuchs „hier nicht muss, sondern vor allem will“, macht die Schulleiterin deutlich. Rund 1100 Schüler würden aktuell im gesamten Landkreis unterrichtet, sagt Liane Vierk: „Wir haben 15 Außenstellen – denn auch in Rerik, Neubukow oder Schwaan haben viele Kinder Interesse an Musik.“ Hier sei sie gerade den Schulen sehr für ihre Zusammenarbeit dankbar: „Wann immer ein Unterrichtsraum gebraucht wird, stoßen wir auf offene Ohren.“

Dass beim „Podium Tasteninstrumente“ nicht nur die Schüler unter Strom stehen, wird vor allem bei den Vorspiel-Sessions deutlich. Da haben sogar einige Lehrer leicht zittrige Hände – glücklicherweise nur beim Umblättern der Noten-Seiten. Fast schon rührend auch, wie sie im Takt der Musikstücke auf ihren Stühlen mitgehen.

Ein Engagement, das sich ganz offenbar gelohnt hat: Denn am Samstagabend können im Doberaner Festsaal neben dem Duo Timm (Violine) und Beigang (Klavier) auch Clara Constanze Schulz mit dem Akkordeon, Luisa Böse am Klavier oder Sandrine Angeli (Gesang) und Karolin Melde (Klavier) ihre begeisterten Zuhörer überzeugen. Ob Klassik oder Traditional, Barock oder Boogie, Folklore oder Filmmusik, ob Solo oder im Ensemble – „das Niveau war auch in diesem Jahr wieder sehr hoch“, freut sich Liane Vierk.

Die besten Vorspieler dürfen sich über ein Stipendium des Rotary Clubs Heiligendamm freuen – „damit wird eine zusätzliche Hauptfachstunde finanziert“, erklärt die Schulleiterin. „Denn gute Schüler brauchen viel Unterricht und nicht etwa weniger – denn sie wollen und müssen immer wieder neu gefordert werden.“

Neuer Teilnehmer-Rekord

103 junge Musiker stellten sich am Samstag beim 11. Podium der Tasteninstrumente in Bad Doberan einer fachkundigen Jury – neuer Teilnehmer-Rekord.

Insgesamt 27 Mal wurde das Prädikat „ausgezeichnet“ vergeben, 28 Mal spielten die Talente „sehr gut“, elf Mal „gut“.

Ein Stipendium des Rotary Clubs Heiligendamm im Wert von 500 Euro für besonders förderungswürdige Akkordeonisten teilten sich Jonas Becker und Clara Constanze Schulz. Stipendien für zwei besonders förderungswürdige Pianisten im Wert von je 500 Euro bekamen Sophia Beigang und Luisa Böse.

Gutscheine für die zwei Pianisten mit der höchsten Punktzahl gingen an Clara Beigang und Luisa Böse (je 25). Clara Constanze Schulz erhielt für 24,2 Punkte den Gutschein in der Rubrik Akkordeonisten.

Die Ensemble mit der höchsten Punktzahl (jeweils 25) waren Anne Sophie Timm (Violine) und Clara Beigang (Klavier) sowie Sandrine Angeli (Gesang) und Karolin Melde (Klavier).

Die Jugend von heute

Es ist ein geflügelter Begriff: „Die Jugend von heute . . .“ – und meint in der Regel nichts wirklich Gutes: schlechte Manieren, kein Respekt, orientierungslos. Das „Podium für Tasteninstrumente“ in Bad Doberan ließ am Wochenende zumindest hoffen, dass diese Schwarz-Weiß-Malerei dann doch eher die Ausnahme denn die Regel beschreibt. Mit welcher Begeisterung, mit welchem Können die jungen Musiker hier die Jury und das Publikum gleichermaßen in ihren Bann zogen, war schon bemerkenswert. Und bei aller wohltuender Ernsthaftigkeit merkte man den Teilnehmern eben auch jede Menge Spaß bei der Sache an. „Fly sein“ wurde jetzt zum Jugendwort des Jahres gekürt – und bedeutet so viel wie „jemand geht besonders ab“. In Bad Doberan waren die jungen Talente am Samstag tatsächlich mehr als fly. Ein toller Erfolg für die Kreismusikschule um Leiterin Liane Vierk und die vielen engagierten Lehrer. Vor allem aber für die Kinder und Jugendlichen selbst. Für die Jugend von heute.

Lennart Plottke

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