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Nach Überflutungen 2011: Hochwasserschutz fast fertig

Kröpelin/Evershagen Nach Überflutungen 2011: Hochwasserschutz fast fertig

Millioneninvestitionen in der Conventer Niederung und Evershagen

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Lambrechtshagen, Anfang August 2011: Etliche Grundstücke und die Ortsdurchfahrt waren auch Tage nach dem Unwetter mit Starkregen und Hagel überschwemmt. Feuerwehrleute pumpten rund um die Uhr und stapelten Sandsäcke.

Quelle: Foto: Thomas Sternberg

Kröpelin/Evershagen. Die Erinnerungen an 2011 sind bei vielen Bewohnern noch sehr präsent: Heftige Regenfälle sorgten im Juli und im August für vollgelaufene Keller und überflutete Gärten und Felder im Nordwesten Rostocks und im Osten des Landkreises. Seitdem hat sich viel getan, um die Region besser vor solchen Starkregenereignissen zu schützen.

„In der Conventer Niederung sind wir relativ weit gekommen“, sagt Marco Schreiber, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands Hellbach – Conventer Niederung. „Von acht Maßnahmen haben wir fünf komplett abgeschlossen, eine läuft derzeit und zwei weitere werden im zweiten Halbjahr 2017 umgesetzt.“ Aktuell wird an einem Durchlass im Rethwischer Kiebitzweg gearbeitet, dessen Querschnitt verdoppelt wird.

„Ein ganz wesentlicher Punkt war, den Randkanal zu verstärken und Notüberläufe zu schaffen“, blickt Schreiber zurück. Dies verhindere, dass erneut große Wassermengen in die Conventer Niederung laufen und schütze so tief gelegene Siedlungsflächen in Börgerende sowie Weideflächen und Straßen.

Schwer betroffen von der Regenflut war laut Schreiber auch Lambrechtshagen. „Dort hatten wir bereits vorher begonnen, die Rotbäk zu renaturieren, was auch den Hochwasserschutz verbessert hat. Wenn das nicht gewesen wäre, hätte es den Ort noch viel schlimmer getroffen.“ Für Lambrechtshagen wurde ein eigenes Hochwasserschutzkonzept entwickelt, das bis Ende 2018 umgesetzt werden soll. Die Mittel sind laut Schreiber bereits zugesichert. „Natürlich kann ich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass so etwas wie 2011 nicht wieder passiert“, bilanziert Schreiber, „aber wir sind jetzt erheblich besser aufgestellt als damals.“ Insgesamt 2,7 Millionen Euro kosten die Maßnahmen, davon mussten die Kommunen eine halbe Million selbst aufbringen.

In Evershagen befasste sich in dieser Woche der Ortsbeirat mit dem Hochwasserschutz. Heike Just, Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbands Untere Warnow – Küste, legte einen Zwischenbericht vor. Demnach werden in diesem Jahr zwei Projekte im Umfang von insgesamt 1,5 Millionen Euro in Angriff genommen: So wird das Einzugsgebiet eines Zulaufs in den Schmarler Bach an einer anderen stelle in den Bach entwässert, um ein Wohngebiet im Brigitte-Reimann-Ring zu entlasten. Die zweite Maßnahme ist der Ablauf aus dem Mühlenteich in den Schmarler Bach: „Er wird naturnah ausgebaut, um mehr Wasser aufnehmen zu können“, erklärte Just.

Abgeschlossen wurde bereits 2013 der Ringgraben um das betroffene Wohngebiet, der ablaufendes Wasser aus der benachbarten Obstplantage auffangen und ableiten soll. 500000 Euro wurden bereits ausgegeben. Insgesamt soll der Hochwasserschutz für Evershagen 2,5 Millionen kosten.

Derzeit läuft noch ein Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Uni Rostock: Dabei wird das Wohngebiet aus der Luft erfasst und auf Senken abgesucht, in denen sich bei Starkregen wieder das Wasser sammeln würde. „Anhand der Ergebnisse werden wir eine Simulation erstellen und entscheiden, ob noch ein Schöpfwerk am Brigitte-Reimann-Ring gebaut wird“, erklärt Just. Dieses würde dann das Wasser auf das Niveau des Schmarler Bachs pumpen, damit es abfließen kann.

Im Evershäger Ortsbeirat kamen Justs Ausführungen gut an: „Wir sind sehr zufrieden und gehen davon aus, dass sich das, was 2011 passiert ist, in dieser Form nicht wiederholen kann“, sagte der Ortsbeiratsvorsitzende Niels Schönwälder (SPD).

Nach Ansicht der Initiative Evershagen-Dorf gibt es allerdings noch offene Fragen. So müsse der Bereich Messestraße noch überprüft werden. Auch ein Graben entlang der Theodor-Körner-Straße bereitet der Initiative noch Sorgen. Schönwälder würdigte die Arbeit der Bürger: „Dass wir jetzt besser geschützt sind, haben wir auch der Initiative zu verdanken. Davon profitiert nicht nur Evershagen, sondern der gesamte Bereich.“

Axel Büssem

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